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Benzin und Diesel sind zum Jahresstart 2026 teurer geworden. Der Grund liegt in der neuen CO2-Preis-Regelung für fossile Brennstoffe.

Kassel – Für viele Autofahrer war die Fahrt zur Tankstelle mit einem kleinen Schock zum Jahresstart verbunden: Die Preise für Benzin und Diesel waren teils erheblich in die Höhe geschnellt. Am 1. Januar waren sowohl Benzin als auch Diesel deutlich teurer als Ende 2025, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 1,709 Euro. Das waren 3,4 Cent mehr als am 31. Dezember. Bei Diesel ging es um 4 Cent auf 1,658 Euro pro Liter nach oben.

ARCHIV - 26.12.2023, Hamburg: Ein Auto fährt am frühen Morgen an der Zapfsäule einer Tankstelle vorbei. (zu dpa: „Inflation hartnäckiger als erhofft: Wie geht es 2026 weiter?“) Foto: Jonas Walzberg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++Kein Schnäppchen: Tanken war zum Jahresstart teuer. © Jonas Walzberg/dpa

Ein Grund: Zum ersten Januar gab es Änderungen beim CO2-Preis. Der wird auch auf Benzin und Diesel fällig und von den Mineralölkonzernen an die Verbraucher weitergegeben. Neu ist, dass der Preis für eine ausgestoßene Tonne sich nun in einem Korridor zwischen 55 bis 65 Euro bewegt. Bis zum Jahresende war der Preis für ein Zertifikat, das die Händler pro ausgestoßener Tonne erwerben müssen, festgelegt auf 55 Euro. Übrigens: Der CO2-Preis verteuert nicht nur Benzin, sondern auch andere fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Auch das Heizen mit diesen Stoffen wird in diesem Jahr teurer.

Neue CO2-Preis-Regelung lässt Benzinpreise an Tankstellen explodieren

Der ADAC sagt, dass sich der Sprit durch die Neuregelung um bis zu drei Cent verteuert. Sogar von einer Erhöhung um bis zu zwölf Cent pro Liter beim Diesel durch die CO2-Steuer spricht Anita Beck, Geschäftsführerin der Albert Beck GmbH, die neben dem Verkauf von Heizöl und Schmierstoffen auch Tankstellen in Stadt und Kreis Kassel, dem Schwalm-Eder-Kreis und in Waldeck-Frankenberg betreibt. Bei Benzin seien es laut Beck acht bis neun Cent. Sie geht davon aus, dass sich die Spritpreise dennoch wieder etwas normalisieren werden. Einfluss auf den Preis an der Zapfsäule haben die Tankstellenbetreiber nicht, sagt sie. „Für das Preisgefüge sind die Konzerne verantwortlich, die uns beliefern.“

Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in den sogenannten Klima- und Transformationsfonds. Dieses Geld soll dazu verwendet werden, die Bundesrepublik klimaneutral zu machen. Zum Beispiel durch Förderprogramme für die energetische Gebäudesanierung, die EEG-Vergütung für erneuerbare Energien, die Förderung von E-Mobilität und Ladeinfrastruktur sowie des ÖPNV.

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Wer sparen will, sollte eher abends zur Tankstelle fahren, empfiehlt die Geschäftsführerin von Albert Beck: „Morgens und am Wochenende ist es am teuersten.“ Der ADAC spricht von Preisunterschieden von bis zu 13 Cent pro Liter je nach Tageszeit und empfiehlt, möglichst auf das teurere E5 zu verzichten und E10 zu tanken. So ließen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

„Die eher irrationale Angst, dass das Auto davon kaputtgeht, hält sich“, sagt der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. „Denn fast alle Autos mit Ottomotor können problemlos mit Super E10 fahren. Das raten wir als ADAC bei Fahrzeugfreigabe auch – aus Umwelt- und Kostengründen. Es erschließt sich rational nicht, warum der Kraftstoff so wenig genutzt wird. Eigentlich sollte Super E10 mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Benzin haben.“ (Daniel Seeger)

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