„Kinder können was bewegen“ und viele andere Lieder, begleitet von Tobias Geuther an der Orgel, erklangen am Freitagnachmittag in der Moritzkirche in Halle (Saale). Hier fand der gemeinsame Neujahrsempfang der Halloren und der Sternsinger statt. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf das neue Jahr zu blicken und ein Zeichen für Solidarität und Mitmenschlichkeit zu setzen.
Begrüßt wurden sie von Halles Bürgermeister Egbert Geier, der Beigeordneten für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, sowie der Beigeordneten für Kultur und Sport, Dr. Judith Marquardt. Ein Hallore der Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle überreichte die traditionellen Neujahrsgaben – Salz, Soleier und Schlackwurst – und knüpfte damit an eine jahrhundertealte Tradition an.
Die Sternsinger brachten den Segen für das neue Jahr in die Moritzkirche, gestalteten den Empfang musikalisch und sammelten Spenden für die Aktion des Sternsinger-Kindermissionswerks. Im Mittelpunkt steht 2026 der Kampf gegen Kinderarbeit unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“.

Bürgermeister Geier wünschte allen Anwesenden ein gesegnetes und friedliches Jahr. Zugleich verwies er auf die aktuellen Herausforderungen in der Welt: „Es ist gerade viel in der Welt im Gange, was wir nicht gutheißen können“, sagte er mit Blick auf den weiterhin andauernden Krieg in der Ukraine. Umso wichtiger sei es, Themen wie Kinderarbeit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Das Dreikönigssingen sei die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. „Dass ihr da mitmacht, finde ich toll, finden wir toll“, sagte Geier zu den halleschen Sternsingern. Mit ihrem Engagement stünden sie für Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit – Werte, die sie hoffentlich auch als Erwachsene bewahren.
Auch Gemeindereferent Johannes Knackstedt unterstrich die Bedeutung der Aktion. „Wir setzen uns für die Kinder der Welt ein, und so viel ist noch dafür zu tun“, sagte er. Die Sternsinger erhoben ihre Stimme deutlich, weil es wichtig sei, dass Kinderrechte durchgesetzt werden. Aktuelle Zahlen zeigten den Handlungsbedarf: Eigentlich habe sich die Weltgemeinschaft vorgenommen, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden. Nun sei 2026 – und noch immer müssten weltweit rund 138 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten.
In ganz Deutschland waren in den vergangenen Tagen wieder Zehntausende Kinder und Jugendliche als Heilige Drei Könige von Tür zu Tür unterwegs, um den Weihnachtssegen zu bringen und Spenden für Kinderhilfsprojekte zu sammeln. Nach eigenen Angaben ist die Sternsingeraktion die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Seit ihrem Start im Jahr 1959 seien rund 1,4 Milliarden Euro zusammengekommen – zugunsten von Projekten in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa. Getragen wird die Aktion vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ gemeinsam mit dem katholischen Jugenddachverband BDKJ.