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Sie sind Zeugnisse der geschichtlichen Entwicklung der Stadt München: Einige Bauwerke wurden 2025 neu in die Denkmalliste aufgenommen.

München – Vom modernen Wohnbau bis zur Industriekultur: Mehrere Gebäude in München sind im Jahr 2025 neu in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen worden. Das berichtet das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD). Die Gebäude stehen exemplarisch für architektonische Ideen, technische Entwicklungen und soziale Konzepte, die die Stadt bis heute prägen.

Die Bayerische Denkmalliste

Laut dem BLfD ist die Bayerische Denkmalliste ein Verzeichnis aller bekannten Bau- und Bodendenkmäler. Definiert wird die Denkmaleigenschaft eines Objektes – und damit der Schutz – in Art. 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG). Dort heißt es: „Denkmäler sind von Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt“. Quelle: BLfD

Denkmalliste Bayerns: Diese Häuser aus München sind neu mit dabei

Neu aufgenommen wurden beispielsweise die „Atriumhäuser am Biederstein“ am Artur-Kutscher-Platz 1 und 2 in Schwabing. Die Wohnanlage aus den frühen 1960er Jahren steht laut BLfD für das neue Verständnis von urbanem Wohnen nach dem Krieg. Umlaufende Balkone und klare Formen machten sie zu einem Vorbild für den späteren Wohnungsbau.

Neu auf der Denkmalliste: Das Mietshaus am Artur-Kutscher-Platz und das Isarwerk III im Dreimühlenviertel. Neu auf der Denkmalliste: Das Mietshaus am Artur-Kutscher-Platz und das Isarwerk III im Dreimühlenviertel. © BLfD

Ebenso neu mit dabei ist das Isarwerk III im Dreimühlenviertel. Das bereits 1924 errichtete Krafthaus verbindet technische Funktion mit zurückhaltender Architektur. Hinter der Fassade verbirgt sich die Geschichte des Münchner Wasserkraftabbaus nach dem Ersten Weltkrieg: Mithilfe von Isarwasser wurde hier Strom erzeugt.

Mietshaus und Kleinwohnungsanlage: Diese Gebäude in München stehen nun auf der Denkmalliste

Teil der Denkmalliste ist nun auch das Mietshaus J. Widmann an der Rosenheimer Straße in Ramersdorf. Das Ziegelhaus von 1903 erzähle die Geschichte vom Selbstverständnis eines Bauunternehmers, der seine eigene Ziegelproduktion sichtbar in Szene setzen wollte, heißt es in der Mitteilung des BLfD. Zugleich markiert das Ziegelhaus den Übergang vom alten Dorf Ramersdorf zur Großstadt München.

Immer gut informiert: Unsere neuen tz-Stadtteil-Newsletter

tz.de ist jetzt noch lokaler: Neben unserer ausführlichen München-Berichterstattung haben wir nun auch neue Stadtteil-Newsletter gestartet. Sie wollen aktuelle Themen aus dem Südosten oder dem Norden Münchens direkt per E-Mail bekommen? Das ist jetzt möglich.

Die beiden neuen Newsletter umfassen folgende Stadtbezirke: „München Nord“ informiert über Schwabing-West, Milbertshofen-Am Hart, Schwabing-Freimann und Feldmoching-Hasenbergl. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung. „München-Südost“ berichtet über Themen aus Au-Haidhausen, Obergiesing-Fasangarten und Untergiesing-Harlaching. Dafür können Sie sich hier anmelden.

Ihr Stadtviertel ist (noch) nicht dabei? Keine Sorge! Auch für die anderen Bezirke in München bereiten wir weitere eigene Newsletter vor.

Das Ziegelhaus in Ramersdorf (li.) und die Kleinwohnungsanlage in Pasing wurden 2025 in die Denkmalliste aufgenommen.Das Ziegelhaus in Ramersdorf (li.) und die Kleinwohnungsanlage in Pasing wurden 2025 in die Denkmalliste aufgenommen. © BLfD

In Pasing ist die Kleinwohnungsanlage an der Alois-Wunder-Straße geschützt. Laut BLfD zeigt die Anlage aus den Jahren 1927/28, wie sozialer Wohnungsbau hochwertig gestaltet werden konnte. Funktionale Grundrisse treffen hier auf architektonische Details: So sind die rund 50 Quadratmeter großen Wohnungen kompakt geplant, verfügen über zwei Zimmer, eine Wohnküche und ein belichtetes Bad. Besonders letzteres war laut BLfD ein Komfort, der für die Zeit der Weimarer Republik keineswegs selbstverständlich war.

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sindBezirke in MünchenFotostrecke ansehenDenkmäler sind auch eine ehemalige Schmiede und das Kolpinghaus in München

Die ehemalige Schmiede in Freiham ist nun ein Denkmal. Das Gebäude an der Freihamer Allee dokumentiert laut BLfD die jahrhundertelange Geschichte eines Gutshofes: Auf einem Keller, der vermutlich noch ins Spätmittelalter zurückreicht, wurde hier im 18. Jahrhundert ein Wirtschaftsgebäude errichtet und 1789 erweitert. Im Laufe der Zeit wandelte sich das Gut: So diente es zeitweise als Schmiede, Waschhaus und Unterkunft für Landarbeiter.

Geschützt sind nun auch die ehemalige Schmiede in Freiham (li.) und das Kolpinghaus in der Ludwigsvorstadt.Geschützt sind nun auch die ehemalige Schmiede in Freiham (li.) und das Kolpinghaus in der Ludwigsvorstadt. © BLfD

Zu guter Letzt hat es das Kolpinghaus an der Adolf-Kolping-Straße auf die Denkmalliste geschafft. Das Kolpinghaus nahe dem Stachus entstand 1950/51 als Neubau auf dem Grundstück des bereits 1855 eröffneten ersten bayerischen Gesellenhauses. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier in kurzer Zeit ein neues „Vaterhaus in der Fremde“ für junge Männer geschaffen: Gesellen, Industriearbeiter und Heimatvertriebene fanden Unterkunft, Gemeinschaftsräume, Werkstätten und eine eigene Kapelle unter einem Dach. Laut BLfD galt das Haus Ende der 1950er Jahre mit bis zu 880 Bewohnern als größtes Kolpinghaus Deutschlands. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege), (leo)