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Die Mitarbeiter der Park & Ride haben viel zu tun: Wie hier am Pasinger Bahnhof wird häufig aufgeräumt. Die Mitarbeiter der Park & Ride haben viel zu tun: Wie hier am Pasinger Bahnhof wird häufig aufgeräumt. © Marie-Julie Hlawica

Jetzt wird aufgeräumt! Das Münchner „Radlramadama“-Team entsorgt heute doppelt so viele Blechesel, wie noch im Gründungsjahr 2016…

München – Man sieht sie an jeder Ecke, an Straßen, in Grünanlagen, vor Bahnhöfen oder Bushaltestellen: Schrotträder aller Art. Verrostet, mit luftleeren oder fehlenden Reifen, ohne Sattel oder Lenker. Manche sind festgekettet und blockieren nur fahruntüchtig einen Abstellplatz. Jährlich werden es mehr. Bis zu 11.000 Räder pro Jahr meldet Park+ Ride von 2020 bis 2024 pro Jahr auf Hallo-Nachfrage. Knapp die Hälfte davon ist nur noch Metallmüll. Zuvor waren nur etwa 5000 Räder pro Jahr markiert worden.

Herrenlose Räder an Münchner Bahnhöfen und Haltestellen: Es gibt noch einige Probleme

Nicht nur, weil das Räumungs-Verfahren schon 2019 auch auf öffentliche Gehwege innerhalb des Mittleren Rings ausgeweitet wurde, „einschließlich der begleitenden Grünflächen am Straßenrand“, erklärt Sylvia Pompe, Mitarbeiterin der Gesellschaft, hat sich die Anzahl so drastisch erhöht.

An den Rad-Abstellanlagen, die intern in drei Kategorien unterteilt sind, wird ein weiteres Problem sichtbar – etwa an Standorten wie der Uni, dem Sendlinger Tor oder rund um dem Hauptbahnhof: Dort machen sich die Drahtesel trotz Verbotsschildern breit.

Trotz Verbotsschilder am Hauptbahnhof zu finden: eine Menge Fahrräder.Trotz Verbotsschilder am Hauptbahnhof zu finden: eine Menge Fahrräder. © Marie-Julie HlawicaWie die Fahrräder in München weggeräumt werden

Für das Räumungs-Team gelten strenge Regeln, wann, wie, wo und ob ein Rad markiert und im Anschluss entfernt werden darf. Pompe: „Räder, die den Anschein erwecken, aufgegeben worden zu sein, bekommen zuerst eine Banderole.“ Ist diese unversehrt, hat sich also der Halter nicht blicken lassen, wird das Rad nach vier Wochen entfernt.

Diese Drahtesel werden katalogisiert und der Polizei gemeldet. Zwei Zweier-Teams sind dafür im Einsatz. Manchmal geht die Geschichte eines entfernten Radls gut aus: Vor kurzem erkannte ein Münchner sein seit 2022 vermisstes und gestohlen gemeldetes Rad am Bahnhof Laimer Platz wieder – allerdings mit Park + Ride-Banderole markiert. Nun hat er es wieder und wird es wohl nicht mehr unsachgemäß abstellen.

Mehr Infos

Nach einem Stadtratsbeschluss wurde im Oktober 2016 „Radlramadama“ gegründet. Maximal zwei Monate werden die Räder gelagert. Nicht abgeholt, gehen sie an gemeinnützigen Organisationen. Unter parkundride.de/fahrrad/radlramadama finden sich auch rechtliche Hinweise, wie und wo ein scheinbar herrenloses, nutzloses Zweirad von deren Mitarbeitern entnommen, oder wo es wieder geholt werden kann.

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