Wer heute sagt, jemand habe „viel auf dem Kerbholz“, meint damit selten etwas Gutes. Die Redewendung steht für Verfehlungen, für Übertretungen, für einen zweifelhaften Charakter. Eine Bedeutungsverschiebung. Ursprünglich war das Kerbholz ein nüchternes Werkzeug der Buchführung – präzise und fälschungssicher. Kerbhölzer und Anschreibebücher erzählen von der Alltagsgeschichte, der städtischen Sozialstruktur, der Rolle von Frauen in der Wirtschaft sowie von der Trink- und Geselligkeitskultur im Duisburg des 16. Jahrhunderts.