Seit Jahren steigen in Deutschland die Mietpreise und auch ein Eigenheim wird immer teurer. Das Onlineportal Immowelt hat einen Bericht für das vergangene Jahr veröffentlicht. Darin vergleicht es die Kaufpreise für ein Eigenheim im Verlauf des Jahres 2025 unter anderem mit den Preisen im Vorjahr 2024. München entwickelte sich im Bereich der Einfamilienhäuser dabei entgegen dem steigenden Trend – billig wird die bayerische Landeshauptstadt damit aber nicht.
Eigentumshaus München: Preise sinken leicht, größere Veränderung im letzten Quartal
Der Blick auf ganz Deutschland zeigt: Auch auf dem Häusermarkt stiegen die Preise im vergangenen Jahr an. Wer sich ein Einfamilienhaus kaufen wollte, der musste pro Quadratmeter tiefer in die Tasche greifen. Den Aufwärtstrend verzeichnete Immowelt in elf der 15 größten Städte Deutschlands, die in den Bericht einbezogen wurden.
Eine Überraschung kam dabei aus Bayern: Entgegen dem Trend von steigenden Preisen wurde ein Einfamilienhaus in München günstiger. Im Vergleich zum Vorjahr kostete ein Quadratmeter in einem Einfamilienhaus in der bayerischen Landeshauptstadt rund ein Prozent weniger. In absoluten Zahlen bedeutet das eine kleine Ersparnis von rund 100 Euro. Allerdings liegt der Durchschnittspreis damit noch immer bei über 9000 Euro pro Quadratmeter – Deutschlands Spitzenwert.

Noch größer ist die Veränderung vom dritten auf das letzte Quartal des Jahres 2025. Zwischen Oktober und Dezember sanken die Preise pro Quadratmeter um rund zwei Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. Dieser Gegentrend fand zudem in weiteren deutschen Großstädten statt. Auch in Stuttgart und Düsseldorf sanken die durchschnittlichen Preise pro Quadratmeter eines Einfamilienhauses.
Wohnungsmarkt: München bleibt mit Abstand teuerste Stadt Deutschlands
Wenn es um Preise für eine Wohnung in München geht, dann folgt die Landeshauptstadt dem deutschlandweiten Trend. Auch in München erhöhten sich die Preise zwischen Oktober und Dezember 2025 nochmals um 2,1 Prozent. Im Durchschnitt kostet der Quadratmeter 8246 Euro. Verglichen mit 2024 ist der Preis damit um mehr als 3,5 Prozent abgestiegen. Im Geldbeutel macht das rund 300 Euro aus.
Den größten Preisanstieg im vergangenen Jahr verzeichnete Düsseldorf. Wohnungen in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens wurden um 7,2 Prozent teurer. Zwar zahlen Käufer damit durchschnittlich 4446 Euro pro Quadratmeter – deutlich weniger als in München – allerdings stiegen die Preise damit um rund 300 Euro an.

Wohnungsmarkt in Nürnberg: Wohnungen und Häuser deutlich teurer
Dicht dahinter ist Nürnberg. Auch die fränkische Stadt ist Teil des Berichts von Immowelt. Im vergangenen Jahr stiegen die Preise dort um 4,1 Prozent an. Damit kostete der Quadratmeter Wohnung im Durchschnitt rund 150 Euro mehr.
Anders als in München stiegen die Preise für Einfamilienhäuser in Nürnberg entsprechend dem Trend an – und das deutlich. Im Vergleich zum Jahr 2024 wurde der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter im Eigenheim im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent teurer. Das heißt, dass Käufer nun mit rund 300 Euro pro Quadratmeter mehr rechnen sollten.
Rückblick auf 2025: Menschen können sich weniger Eigentum leisten
Nach Angaben von Immowelt sei es 2025 schwerer geworden, sich Immobilien jeglicher Art zu leisten. Als Gründe dafür gibt das Onlineportal an, dass Zinsen im vergangenen Jahr wieder angestiegen sind. Zusammen mit den steigenden Preisen gehe deshalb die Kaufkraft zurück. Im Schnitt können sich Menschen damit rund neun Quadratmeter weniger leisten.
Dennoch, so Immowelt, sei das Kreditvolumen für Wohnimmobilien im vergangenen Jahr gewachsen. Das Onlineportal vermutete, dass „sich viele Kaufinteressenten an das höhere Zinsumfeld angepasst haben oder über ausreichend Eigenkapital verfügen.“

Prognose für 2026: Neuer Höchststand in diesem Jahr möglich
In seinem Bericht geht Immowelt zwar darauf ein, dass sich die Preise in der Wohnungsbranche in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres lediglich moderat erhöht hatten. Jedoch zeichnet sich ab, dass die durchschnittlichen Preise pro Quadratmeter in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen könnten. Voraussetzung sei, dass sich die derzeitige Dynamik fortsetze. Der bisherige Spitzenwert wurde laut Immowelt im Jahr 2022 erreicht.
Mit Blick auf 2026 geht Immowelt davon aus, dass es für Menschen weiterhin schwerer wird, sich eine eigene Immobilie zu leisten. Entscheidende Faktoren sind der Bauzins, welcher sich Prognosen zufolge auf vier Prozent belaufen wird, und die absehbar weiter steigenden Preise. Kurzfristig bedeutet dies auch, dass der Markt „anfällig für konjunkturelle Rückschläge und weitere Zinsanstiege“ bleibt. Maßnahmen aus der Politik wie vereinfachte Bauvorschriften und höhere Fördermittel könnten den Markt mittelfristig entlasten, so das Onlineportal.
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Julia Mondry
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