Der Kormoran steht im Naturschutz exemplarisch für den Konflikt zwischen Artenschutz und menschlichen Nutzungsinteressen. Als ursprünglich stark verfolgte Art war er in vielen Regionen Europas nahezu ausgerottet und konnte sich erst durch konsequenten Schutz wieder erholen, betonte Axel Kruschat. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Kormoran dazu beiträgt, dass die Fisch-Biodiversität sinkt.“
Dennoch leidet der Kormoran seit Langem unter einem Imageproblem, sagt der Nabu [baden-wuerttemberg.nabu.de].
Um bis zu neun Meter tief und fast eine Minute lang tauchen und Fische verfolgen zu können, verzichtet er darauf, sein Gefieder einzufetten. Nach der Jagd sitzt der nahezu schwarze Vogel in charakteristischer Pose auf einem erhöhten Platz, die Flügel zum Trocknen ausgebreitet. So wird er unweigerlich zum Blickfang – und nicht selten zum Hassobjekt vieler Fischer, vor allem dann, wenn er zuvor in ihren Gewässern auf Beutezug war.
Die Vögel erbeuten vor allem mittelgroße Fische, die sich mit geringem Aufwand fangen lassen – sie sind ausgesprochene Nahrungsopportunisten. Entsprechend dominieren häufige und wirtschaftlich kaum bedeutende Weißfische wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische ihren Speiseplan, insbesondere in nährstoffreichen Gewässern, in denen diese Arten massenhaft vorkommen. Hochwertige Edelfische wie Felchen oder Äschen spielen laut wissenschaftlichen Untersuchungen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Vögel würden nur so viel Fisch erjagen, wie sie zum Überleben benötigten, stellt der Nabu fest.