
AUDIO: DB-Chefin Palla: Unsere Züge rollen wieder (27 Min)
Stand: 11.01.2026 17:10 Uhr
Nachdem Wintersturm „Elli“ abgezogen ist, normalisiert sich der Bahnverkehr im Norden. Doch auf wichtigen Fernstrecken gibt es bei knackigen Minusgraden weiter Ausfälle und Verspätungen. Regional- und Nahverkehr sind teilweise ebenfalls noch beeinträchtigt. In weiten Teilen Niedersachsens fällt der Unterricht am Montag aus.
Aktuelle News aus den Nordländern:

Evelyn Palla gab im Hauptbahnhof Hannover ein Pressestatement ab.
Rund zwei Drittel des Fernverkehrs der Deutschen Bahn im Norden fahren wieder stabil. „Die großen Hauptachsen sind alle freigeräumt und befahrbar“, sagte Bahnchefin Evelyn Palla am Mittag am Hauptbahnhof in Hannover. Sie bedankte sich bei den Einsatzkräften, die in den letzten Tagen im Dienst waren. Zudem verteidigte sie das Krisenmanagement der Bahn. Die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden habe für ihr Unternehmen immer „oberste Priorität“, betonte Palla. Die Lage sei „sehr dynamisch“ gewesen, „weitreichende Schneeverwehungen“ hätten seit Freitag immer wieder bereits freigeräumte Streckenabschnitte blockiert.

Die Strecken in allen Verkehrsbereichen würden nach und nach wieder freigegeben, sagte Achim Stauß, Konzernsprecher der Deutschen Bahn, auf NDR Info.
Vor allem im Fernverkehr kommt es nach Angaben der Bahn aber weiter zu Einschränkungen. Betroffen sind unter anderem die Verbindungen Westerland – Hamburg und Binz/Stralsund/Rostock – Berlin, wie die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite mitteilte. Auch im regionalen Bahnverkehr in Norddeutschland gibt es noch Ausfälle und Verspätungen.
Die DB bittet alle Reisenden, sich rechtzeitig vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf den Internetseiten der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Die Bahn hat zudem die kostenfreie Hotline 08000 – 996633 eingerichtet.
Schulausfälle am Montag in Niedersachsen
Mittlerweile gibt es auch wieder Schulausfälle am Montag. In Niedersachsen fällt der Präsenzunterricht in den meisten Kreisen und kreisfreien Städten aus. Viele berufsbildende Schulen organisieren Distanzunterricht. Die Liste der Absagen kann noch länger werden, die Entscheidung liegt bei den Kreisen und kreisfreien Städten.
in Hamburg findet der Unterricht dagegen nach einem Tag schneefrei am Freitag am Montag wieder normal statt. Das bestätigte die Schulbehörde am Sonntag. „Aktuell liegen keine Warnhinweise vor, die eine andere Entscheidung rechtfertigen würden“, hieß es. Einzig die Sporthallen seien mindestens bis Montagabend nicht nutzbar, da sie aus Sicherheitsgründen gesperrt sind. Privatschulen sind an die Entscheidung nicht gebunden, übernehmen diese in der Regel aber.
Kälteste Nacht seit 14 Jahren
Schluss mit dem winterlichen Wetter ist nach dem Abzug von Tief „Elli“ noch nicht, wie Wetter-Experte Sebastian Wache im NDR Fernsehen betonte. Demnach sei auch in der kommenden Nacht mit extremer Kälte zu rechnen. Unter Einfluss eines neuen Hochdruckgebiets aus Skandinavien können die Temperaturen – wie schon in der Nacht zu Sonntag – gebietsweise „runtergehen auf minus 15 bis teilweise sogar minus 20 Grad“, sagte Wache. Auch der DWD prognostizierte „arktische Kälte“. Laut dem Meteorologischen Institut der Uni Hamburg wurde mit minus 14,8 Grad die kälteste Nacht seit 14 Jahren in der Hansestadt gemessen.
Laut der NDR Wettervorhersage ist in der Nacht zu Montag mit Tiefstwerten von -2 Grad auf Sylt, -8 Grad in Bremen, -10 Grad in Schleswig und Anklam, -13 Grad an der Elbe und bis -14 Grad in Wieda im Harz zu rechnen. Dazu soll ein schwacher bis mäßiger, an der Nordsee und im Bergland frischer Süd- bis Südostwind mit starken bis stürmischen Böen wehen.
Am Montag wird aus Richtung Westen Niederschlag erwartet, der laut DWD mit Schnee beginnt und dann in Regen übergeht. Dies bedeute erneut Glatteisgefahr. Im Laufe des Tages soll dann bei Plusgraden leichtes Tauwetter einsetzen.
Metronom nimmt Zugverkehr wieder auf
Die niedersächsische Metronom Eisenbahngesellschaft rechnet weiter mit Störungen in ihrem Fahrplan. Zwar würden die Züge seit dem Mittag auf allen Strecken wieder fahren, es komme aber immer wieder zu Verspätungen und auch Ausfällen, teilte das Unternehmen mit. Auch den Enno-Zügen machten Schneewehen und Eis zu schaffen, hieß es.
Der Zugverkehr auf den Linien des Regionalbahnbetreibers erixx in Niedersachsen sei weiter eingeschränkt, teilte das Unternehmen mit. Allein die Linie Lüneburg – Dannenberg-Ost (RB32) sei nach einer Erkundungsfahrt ohne Fahrgäste wieder frei. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg soll der ÖPNV ab heute wieder gemäß des regulären Fahrplans stattfinden. Im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein lief der Verkehr der Nordbahn am Samstag wieder an.
Beeinträchtigungen im Nahverkehr
Der öffentliche Nahverkehr im Norden ist ebenfalls weiterhin beeinträchtigt, am stärksten in Niedersachsen. In Hannover wurde der Busverkehr nach komplettem Stillstand am Samstagnachmittag auf einigen Linien wieder aufgenommen. Welche Linien aktuell bedient werden, teilt der Betreiber Üstra auf seiner Webseite mit. Auch in Oldenburg, Braunschweig und Wolfsburg sollte der Busverkehr nach und nach wieder anrollen. In Osnabrück fuhren hingegen den ganzen Samstag über keine Busse.
Der Regelbetrieb im schleswig-holsteinischen Nahverkehr ist nach Angaben von NAH.SH langsam wieder aufgenommen worden. Auf vereinzelten Strecken komme es dennoch weiter zu Einschränkungen, geringeren Kapazitäten und möglicherweise Fahrtausfällen. Grund dafür seien Schäden an Fahrzeugen aufgrund von Glatteis- und Baumunfällen sowie Frost. Auch die Infrastruktur könne beschädigt sein. Das Wetter bleibe herausfordernd, teilte NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck mit.
Im Hamburger S-Bahn-Verkehr fahren der Deutschen Bahn zufolge seit Samstagmittag alle Linien mindestens wieder im 20-Minuten-Takt. Ausnahme: Zwischen Altona und Sternschanze fahren derzeit keine S-Bahnen. Die Verbindung zum Flughafen wird wieder stabil bedient. Jedoch gibt es den Angaben zufolge weiterhin Zugausfälle und Verspätungen.
Ostfriesische Inseln: Fährverkehr wieder angelaufen
Zwischen der Nordseeküste und den Ostfriesischen Inseln sind bereits die ersten Fähren wieder unterwegs. Die Verbindungen zwischen Wangerooge und dem Festland fallen heute allerdings aus. Grund dafür sei der geringe Wasserstand und zu viel Eisbildung in der Hafenzufahrt in Harlesiel, teilten die Betreiber mit. Auch zwischen Juist und Norddeich fahren heute keine Fähren, wie ein Sprecher der Reederei Norden-Frisia sagte.
Auf der Elbe verkehrt wegen Eisgangs seit Samstag die Fähre „Tanja“ zwischen Darchau (Landkreis Lüneburg) und Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) nicht mehr. Zuvor hatte bereits die kleine Auto- und Personenfähre „Amt Neuhaus“ zwischen Bleckede und Neu Bleckede (Landkreis Lüneburg) den Betrieb eingestellt. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Stettiner Haff nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) inzwischen vollständig mit Eis bedeckt.
Warnung vor Betreten von Wäldern und Eisflächen
Die Behörden in Norddeutschland warnen weiterhin vor dem Betreten von Eisflächen. So ist es etwa verboten, den Maschsee in Hannover zu betreten. In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sei das Eis auf den Gewässern ebenfalls noch nicht stabil, betonen die Feuerwehren. Auch in Wäldern und Parks kann es wegen der Schneelast auf den Bäumen nach wie vor gefährlich sein. Die Behörden reagierten teilweise mit vorübergehenden Sperrungen und Schließungen.

Minus-Grade und zugefrorene Gewässer locken Menschen vielerorts aufs Eis. Doch das ist meist viel zu dünn. Es besteht Lebensgefahr.

Die Feuerwehr Norderstedt wagt sich mit Spezialanzügen auf gefrorene Wasserflächen, um zu zeigen, wie schnell das Eis bricht.
Lage für Obdachlose kritisch
Angesichts der eisigen Temperaturen warnen Sozialverbände vor dem Kältetod obdachloser Menschen. „Für Menschen, die auf der Straße leben, wird es mitunter lebensgefährlich“, sagte Elke Ronneberger, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Städte und Gemeinden seien aufgefordert, mehr warme Orte bereitzustellen und zu finanzieren.
In Hamburg wird die Hilfe ausgeweitet: So bleibt das Winternotprogramm fürs Erste auch tagsüber und somit ganztägig geöffnet. Auch andere Orte in Norddeutschland wollen auf die Wetterlage reagieren.

Die Diakonie erweitert die Öffnungszeiten der Treffpunkte und Beratungsstellen. Kältebusse fahren bei Bedarf zusätzliche Touren.

Schnee, Eis und Sturm: Tief „Elli“ hat für starke Verkehrseinschränkungen auf den Straßen und Schienen in Norddeutschland gesorgt.

Der Ansturm auf auf die Züge war riesig, viele Reisende bekommen keinen Platz und sind frustriert.

Auch am Freitagabend ist die Lage in einigen Regionen noch angespannt. Viele Züge stehen still, der Busverkehr in Hannover ist komplett eingestellt.

Große Hochwasserschäden wurden in SH nicht gemeldet. Die Pegelstände der Ostsee gingen am Samstagmorgen wieder zurück.

Es gibt Auswirkungen in ganz Norddeutschland. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zu den Auswirkungen in Ihrem Bundesland und jede Menge Tipps.

Starke Schneefälle und vereiste Gleise führen derzeit zu Zugausfällen und Verspätungen. Welche Rechte haben Bahnkunden?

Im Hamburger Hafen geht nicht mehr viel aufgrund des Wintereinbruchs. Derweil sorgen Streusalz und Schlitten für hohe Umsätze.

Skifahren geht inzwischen fast überall im Harz. Nur wenige Lifte oder Pisten sind geschlossen.