US-Präsident Donald Trump hat den Teilnehmern der Massenproteste gegen die autoritäre Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert: „Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!“, schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social. Unklar blieb, wie die Hilfe aussehen soll.
Auf dem Netzwerk X teilte Trump außerdem eine Warnung des republikanischen US-Senators Lindsey Graham an die iranische Staatsführung. Deren Brutalität gegen das Volk werde nicht ohne Konsequenzen bleiben, betonte Graham. Irans Bürgern versicherte der Senator: „Euer langer Alptraum geht bald zu Ende.“
Pahlavi vor Rückkehr in den Iran?
Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, bedankte sich auf X für Grahams Post. Und er teilte dort eine Nachricht des US-Senders Fox News mit Trumps jüngsten Worten der Unterstützung.
Am Samstag hatte Pahlavi zu landesweiten Streiks im Iran aufgerufen. Dabei gehe es nicht nur darum, auf die Straßen zu gehen, sondern zentrale Plätze in Städten zu besetzen. Aus seinem Exil in den USA heraus beansprucht Pahlavi eine Führungsrolle in der iranischen Opposition. Er bereite sich darauf vor, „sehr bald“ in sein Land zurückzukehren.
Der „Kronprinz“: Reza Pahlavi (während einer Pressekonferenz in Paris 2025)Bild: Joel Saget/AFP/Getty Images
Noch kein Konsens in Washington
Amerikanische Medien berichten unter Berufung auf US-Beamte, Trump sei in den vergangenen Tagen über neue Optionen für Militärschläge im Iran informiert worden. Er erwäge ernsthaft, die Islamische Republik wegen der Unterdrückung der Proteste anzugreifen.
Demnach gibt es in den Vereinigten Staaten aber noch keinen Konsens über das weitere Vorgehen. Trump habe noch keine Entscheidung gefällt, heißt es. Auch seien noch keine militärische Ausrüstung und Personal in Vorbereitung auf einen Angriff verlegt worden.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf drohte den USA mit Vergeltung im Falle eines militärischen Eingreifens. US-Militärstützpunkte in der Region und die US-Schifffahrt wären dann „legitime Ziele“, sagte er vor dem Parlament.
Präsident Massud Peseschkian warnte die Bevölkerung im Iran unterdessen vor weiteren Demonstrationen. Es könne nicht zugelassen werden, dass „Aufrührer die Gesellschaft destabilisieren“, sagte Peseschkian in einem Fernsehinterview. Die Menschen sollten „Vertrauen in unseren Willen zur Durchsetzung der Gerechtigkeit“ haben.
Zahl der Toten steigt weiter
Bei den Protesten gegen die iranische Führung sind nach Angaben von Aktivisten in den vergangenen 15 Tagen mindestens 420 Demonstranten getötet worden. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Tausende Menschen seien festgenommen worden und es habe Demonstrationen in 185 Städten des Landes gegeben, hatte HRANA zuvor mitgeteilt. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Der Iran wird seit zwei Wochen von massiven Protesten erschüttert – hier ein aktuelles Foto aus der Stadt MaschhadBild: SOCIAL MEDIA/REUTERS
Das Regime in Teheran spielte das Ausmaß der Demonstrationen herunter. In den meisten Städten habe Ruhe geherrscht, sagte ein Sprecher im Staatsfernsehen am Samstag. Wegen einer Internetsperre dringen derzeit nur wenige Informationen und Bilder über die Proteste nach draußen.
Die Proteste hatten Ende Dezember begonnen, ausgelöst durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der iranischen Währung Rial. Zunächst gingen wütende Händler in der Hauptstadt auf die Straße, danach weiteten sich die Proteste auf das gesamte Land aus.
Ruf nach schärferen Sanktionen
Millionen Menschen im Iran hätten ihre Angst verloren, sie forderten „das Ende des Terror-Regimes“, beschrieb der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet, die Lage. Zugleich verlangte der CDU-Politiker mehr Druck auf die Führung in Teheran.
„Die Sanktionen gegen die Regime-Eliten müssen nun verschärft werden“, sagte Laschet den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Denn die iranische Führung müsse verstehen: „Wer im Iran mit Gewalt, Folter und Mord das eigene Volk unterdrückt, wird Konsequenzen spüren.“
wa/ack/gri (dpa, afp, rtr)
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