Mit der Ausstellung von Ölbildern des Voitsberger Künstlers Franz Eigner startete das Krois-Haus in das neue Jahr. Die Vernissage war überaus gut besucht, die Laudatio hielt Bruseum-Leiter Roman Grabner. Die Ausstellung läuft bis zum 13. März und ist jeden Freitag (ab 15 Uhr) zugänglich. Ein Verkaufskatalog liegt auf.
STAINZ. Das neue Jahr im Stainzer Krois-Haus nimmt einen guten Verlauf. Mit der Präsentation von Ölbildern des Voitsberger Malers Franz Eigner (1931-2022) ist Petra Krois-Ninaus ein künstlerischer Coup gelungen. Der gebürtige Voitsberger war als Fachlehrer an der Knaben-Hauptschule in Voitsberg tätig, lebte seine Freizeit aber in vollen Zügen in der Malerei aus. Ausstellungen ab Mitte der 1950-er-Jahre in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Japan zeugen von der Arbeitsintensität und der Kreativität des Künstlers, der 2011 für seine Verdienste mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 2017 wurde ihm vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport der Titel Professor verliehen. Musikalisch eröffnet wurde die Ausstellung durch das Duo Susanne Eigner (Geige) und Amelie Schimpl (Klavier). „Beim Betrachten seiner Bilder habe ich Gänsehaut bekommen“, hieß Petra Krois-Ninaus die Vernissage-Gäste – darunter Sezession-Präsidentin Edeltrude Arleitner, Sohn Paul Eigner, BR Werner Gradwohl, Bgm. Karl Bohnstingl, Vbgm. Friedrich Scheer, StainZeit-Obmann Peter Nöhrer – willkommen und wünschte viel Freude beim Rundgang durch die Ausstellungsräumlichkeiten. Die Bilder sind bis zum 13. März an jedem Freitag (ab 15 Uhr) zugänglich.
Laudator Roman Grabner
Dem künstlerischen Schaffen widmete sich Roman Grabner, der Leiter des „Bruseums“ an der Neuen Galerie in Graz. „Die Ausstellung ist als Werkschau von 1960 bis 2020 zu sehen“, stellte er Franz Eigner als Autodidakten vor, der ganz offensichtlich von den Arbeiten seines Direktors Fritz Aduatz beeinflusst wurde. Er hatte zudem den Vorteil, sich der Avantgarde im zwar modernistisch geprägten, vergleichsweise aber ruhigen künstlerischen Umfeld des Raumes Voitsberg (etwa bei Gottfried Fabian) annähern zu können.

Er war der Vertreter jener jüngeren Generation in der Gesinnung eines Günter Waldorf, des Mitbegründers des Forums Stadtpark. 1962 schloss sich Franz Eigner der Grazer Sezession mit ihrem Präsidenten Rudolf Pointner an. Auch war er Mitglied der Steirischen Künstlervereinigung. „Sein Stil ist als „all over“ zu bezeichnen“, verwies Roman Grabner auf die Tugend hin, jedes Bild vollständig (ohne Rand) auszugestalten.
Zwischen Pointner und Waldorf
Auch eine Eigenschaft: Franz Eigner hat – trotz seines Wirkens zwischen Rudolf Pointner und Günter Waldorf – nie kopiert, sondern – wie der Laudator es bezeichnete – sein Ding gemacht. Dies geschah in der Anfangszeit poetisch und mit vertrauten Formen wie Reste eines Scherenschnitts. Ab 1970 änderte sich der Stil hin zu geometrischen Formen. „Er legte Wert auf die Komposition“, sprach er das Zerschneiden und verflochtene Zusammenlegen zweier Leinwände an. „Er hat sich wohl selber überraschen lassen“, gab er sich sicher, dass Franz Eigner wohl ungewiss war über das Endergebnis.

In einem Großteil der Bilder verwendete der Künstler Rot und Purpur als dominierende Farben. Dennoch seien die Arbeiten mit ihren strukturierten Schnittflächen nie eintönig, sondern höchstens als ein Tor nach außen wahrzunehmen gewesen. Die Verwendung von Zahlen und von Textfragmenten ab den 1980-er-Jahren siedelt die Gestaltung der Arbeiten zwischen Struktur und Poesie an. „Es eröffnet sich sein kritischer Geist“, beurteilte Roman Grabner die Arbeiten und Radierungen ab Mitte der 90-er als Verdichtung der Zeit. Als speziell stufte er die Experimente auf der Kupferplatte mit anschließender Übermalung ein.
Nächste Station Voitsberg
„Es ist, was es ist“, lud der Laudator die Besuchenden ein, sich selbst ein Bild über die Arbeiten zu machen. Er bot auf das kreolische Denken an, das an eine kindliche Herangehensweise erinnert, während sich das systemische Denken in klaren Bahnen abspielt. Heike Eigner, die Schwiegertochter des Künstlers, bezog sich in ihrer Stellungnahme auf einen in der Ausstellung platzierten Text, in dem vom Zusammenbringen der Menschen als Ziel von Franz Eigner zu lesen ist. Die Ausstellung wird ab Mitte März in Voitsberg (Hauptplatz, vormals Bäckerei Rakuscha) gezeigt.