Trotz steigender Lebenshaltungskosten in den vergangenen Jahren kann sich der Verein ‚Leser helfen‘ weiterhin auf die Spendenbereitschaft der Menschen in der Region verlassen. Der Verein unterstützt Menschen in schwierigen Situationen.
Chemnitz.
Die Leserinnen und Leser der „Freien Presse“ haben wieder einmal ein großes Herz bewiesen. Über die Spendenaktion des Vereins „Leser helfen“ sind seit Anfang Dezember fast 350.000 Euro eingegangen. Dies sind noch einmal rund 30.000 Euro mehr, als die Hilfsaktion Ende 2024 an Spendengeldern erbracht hatte. Umso erstaunlicher ist das, weil laut Deutschem Spendenrat die Spendenbereitschaft in Deutschland 2024 wegen gestiegener Lebenshaltungskosten um rund 15 Prozent zurückging. Nach Einschätzung des Deutschen Spendenrates ist die Spendenbereitschaft aber immer dann noch groß, wenn die Menschen unmittelbar wirksame Projekte in ihrem eigenen Umfeld unterstützen können. Genau darauf zielt der Hilfsverein der „Freien Presse“ mit seinen Projekten bereits seit vielen Jahren ab. Durch die aktuelle Spendenaktion wurde Geld für acht konkrete regionale Hilfsprojekte gesammelt. Zusätzlich konnten die Leserinnen und Leser Geld für freie Projekte spenden, die der Hilfsverein ebenfalls in der Region Südwestsachsen unterstützen wird.

Die vierjährige Charlotte aus Chemnitz wird mit ihrem Papa bald in eine neue Wohnung umziehen können.
Bild: Andreas Seidel

Die vierjährige Charlotte aus Chemnitz wird mit ihrem Papa bald in eine neue Wohnung umziehen können. Bild: Andreas Seidel
Die vierjährige Charlotte aus Chemnitz kam mit einem sehr seltenen Chromosomenfehler zur Welt. 2024 erkrankte das Mädchen zudem schwer an Krebs. Er streute sehr stark, doch sie hat ihn besiegt. Aber als das geschafft war, starb ihre Mutter an einem Gehirnschlag. Der Vater kümmert sich nun allein um seine Tochter und hat seinen Job aufgeben müssen. Charlotte ist in ihrer Entwicklung weit zurück, kann nicht laufen, nicht sprechen. Gemeinsam leben sie noch immer in der Wohnung, in der seine Frau verstarb – eine sehr belastende Situation. Zudem ist es eine Dachgeschosswohnung ohne Aufzug. Dank der mehr als 50.000 Euro, die für die Familie eingegangen sind, werden Charlotte und ihr Vater in eine behindertengerechte Wohnung umziehen und diese auf die Bedürfnisse des kleinen Mädchens anpassen können.

Familie Hadlich aus Hermannsdorf im Erzgebirge.
Bild: Ronny Küttner

Familie Hadlich aus Hermannsdorf im Erzgebirge. Bild: Ronny Küttner
Johannes Hadlich aus Hermannsdorf im Erzgebirge hat vier Kinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren, die er nach der Trennung von seiner Frau allein erzieht. Im Jahr 2022 erkrankte der heute 39-Jährige an einer belastungsbedingten Depression. 2023 erlitt er einen Schlaganfall. Es folgten ein langer Krankenhausaufenthalt und anschließende Reha. Die Folgen des Schlaganfalls machten es ihm bisher unmöglich, in seinen Beruf als Ingenieur zurückzukehren. Zu alledem wurde bei ihm 2024 noch Hodenkrebs diagnostiziert, der operativ entfernt wurde. Mit seiner Erwerbsunfähigkeits-Rente war es dem Familienvater bisher nicht möglich, das mittlerweile fast 20 Jahre alte Familienauto durch ein jüngeres Fahrzeug zu ersetzen. Dank der Spendensumme von mehr als 90.000 Euro wird es ihm jetzt nicht nur möglich sein, ein Familienauto zu kaufen, sondern er kann auch die dringend notwendige Sanierung seines alten Hauses ein gutes Stück voranbringen.

Lukas Dittrich mit seiner Frau Anja im gemeinsamen Urlaub.
Bild: Lukas Dittrich

Lukas Dittrich mit seiner Frau Anja im gemeinsamen Urlaub. Bild: Lukas Dittrich
Nachdem bei der 36-jährigen Anja Dittrich aus Brand-Erbisdorf ein Tumor im Herzen entdeckt und dieser dann erfolgreich operiert worden war, erlitt sie nur ein Jahr später einen schweren Schlaganfall. Sie war vollständig gelähmt. Mittlerweile kann sie sich wieder halbseitig bewegen, sitzt im Rollstuhl, kann wieder essen und trinken. Ihren geliebten Beruf in der Logistik kann sie allerdings nicht mehr ausüben. Auch ihr Mann Lukas hat seinen Job in der Gießerei aufgegeben, um sie zu pflegen. Für die notwendige Mobilität im Alltag, und um die vielen Arzttermine wahrnehmen zu können, brauchen sie ein größeres Fahrzeug. Ein gebrauchtes Auto, das auch noch mit einer Rampe oder einem Lift aufgerüstet werden kann, wird mit der Spendensumme von rund 17.000 Euro für Anja und Lukas jetzt leichter finanzieren zu sein.

Im Sommer hat Klaus Hergert gut lachen. Doch im Winter muss er sich vor Erkältungen sehr in Acht nehmen.
Bild: Carsten Steps

Im Sommer hat Klaus Hergert gut lachen. Doch im Winter muss er sich vor Erkältungen sehr in Acht nehmen. Bild: Carsten Steps
Klaus Hergert aus Limbach im Vogtland sitzt seit seinem vierten Lebensjahr im Rollstuhl. Er leidet an einem fortschreitenden Muskelschwund. Seine Beine kann er nicht mehr bewegen. Trotz seiner Einschränkungen ist er immer für andere da. Der gelernte Industriekaufmann ist nicht nur Gemeinderat und stellvertretender Limbacher Bürgermeister. Er ist auch Schatzmeister eines Heimatvereins und gehört der Freiwilligen Feuerwehr in Limbach an. Jetzt braucht er selbst Hilfe – bei der Finanzierung eines behindertengerechten Autos. Eine eigene Spendenaktion hat schon einiges an Geld eingebracht. Die zusätzlichen rund 23.000 Euro aus der jetzigen Spendenaktion werden seinen Wunsch vom behindertengerechten Auto in Erfüllung gehen lassen.

Die Jugendlichen der Kinderarche in Reichenbach können sich auf einen neugestalteten Freizeitbereich in ihrer Wohngruppe freuen.
Bild: Gerd Möckel

Die Jugendlichen der Kinderarche in Reichenbach können sich auf einen neugestalteten Freizeitbereich in ihrer Wohngruppe freuen. Bild: Gerd Möckel
Die Kinderarche Sachsen betreut in Reichenbach im Vogtland eine heilpädagogische Wohngruppe. In dieser leben neun Kinder und Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen können und von fünf pädagogischen Fachkräften betreut werden. Dort erfahren die Heranwachsenden echte Anteilnahme, Engagement und liebevolle und persönliche Zuwendung. Die Einrichtung verfügt über ein Außengelände, das erneuert werden soll. Das Gelände soll zu einem lebendigen, sicheren und naturnahen Erlebnisraum gestaltet werden, der allen Altersgruppen gerecht wird – als Ort zum Austoben, Entspannen, für Bewegung und Begegnungen. Genau diesen Ort wird die Kinderarche dank der Spenden von rund 12.000 Euro und einer zusätzlichen Unterstützung von 3000 Euro durch die DRH-Stiftung Kinderhilfe Zwickau jetzt einrichten können.

Toni mit seinem Vater Peter Münch bei einer Veranstaltung auf dem Markt in Glauchau.
Bild: Andreas Kretschel

Toni mit seinem Vater Peter Münch bei einer Veranstaltung auf dem Markt in Glauchau. Bild: Andreas Kretschel
Der siebenjährige Toni aus Glauchau ist seit seiner Geburt schwerbehindert. Er kann weder selbstständig essen, noch sprechen, sitzen oder laufen. Er wird über eine Magensonde ernährt und aufgrund seiner schweren Schluckstörung muss er regelmäßig abgesaugt werden. Und trotzdem: Toni ist ein fröhlicher, kontaktfreudiger kleiner Junge. Toni besucht den Terra Nova Campus in Chemnitz und wird dort von seiner Intensiv-Pflegeperson begleitet. Seine Mutter ist selbst an Multiples Sklerose erkrankt. Das bisherige in die Jahre gekommene Familienauto kann jetzt dank der rund 36.000 Euro durch ein größeres, behindertengerecht umgebautes Fahrzeug ersetzt werden.

Trotz aller Einschränkungen hat Marlon immer Spaß mit seiner Mutter Tina Ruckriegel.
Bild: Ralf Jerke

Trotz aller Einschränkungen hat Marlon immer Spaß mit seiner Mutter Tina Ruckriegel. Bild: Ralf Jerke
Der achtjährige Marlon aus Limbach-Oberfrohna kam als Frühchen auf die Welt und erlitt unter der Geburt eine Infektion, in deren Folge es zu einer Hirnhautentzündung, Hirnblutungen sowie einem Hirnwasserstau kam. Marlon ist körperlich behindert und kann infolge dieser Beeinträchtigung seinen Kopf nicht allein halten. Zudem ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Um die Mobilität zu sichern, benötigt die alleinerziehende Mutter Unterstützung, um ein behindertengerechtes und ausreichend großes Auto finanzieren zu können. Über die Spendenaktion sind rund 18.000 Euro auf dem Spendenkonto gelandet. Zudem wird sich der Hilfsverein „Lukas Stern“ an der Aktion beteiligen, so dass der Wunsch von Tina Ruckriegel in Erfüllung gehen wird.

Celina Kracmar im Freizeitzentrum in Wilkau-Haßlau.
Bild: Ralph Köhler

Celina Kracmar im Freizeitzentrum in Wilkau-Haßlau. Bild: Ralph Köhler
Im Freizeitzentrum „Alter Bahnhof“ in Wilkau-Haßlau befindet sich ein Indianercamp mit Spielplatz, der in die Jahre gekommen ist. Einige Spielgeräte sind beschädigt oder veraltet, und der Platz entspricht nicht mehr in allen Bereichen den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Inklusion. Deshalb möchte der Verein Sprach-, Bildungs- und Beratungszentrum Zwickau den Spielplatz nicht nur renovieren, sondern auch durch neue Spielgeräte ergänzen. Viele Kinder, die den Spielplatz besuchen, kommen u.a. aus schwierigen Familienverhältnissen. Einige von ihnen sind traumatisiert. Dank der Spenden von rund 10.000 Euro wird der Traum vom neuen Spielplatz Wirklichkeit. Die DRH-Stiftung Kinderhilfe, langjähriger Partner des Vereins „Leser helfen“, wird sich auch an diesem Projekt beteiligen.