Wie aus einem Hollywood-Thriller – nur mitten im Ruhrgebiet: Der spektakuläre Schließfach-Einbruch von Gelsenkirchen-Buer lässt die Stadt nicht los.
Mehr als 3000 Fächer wurden geplündert, ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe und es gibt immer mehr neue Ungereimtheiten – nun rückt plötzlich laut der „WAZ“ auch die Bank selbst in den Fokus der Ermittler.
Nach Sparkassen-Raub in Gelsenkirchen: Ermittlungen laufen weiter
Die Ermittler drehen weiter jeden Stein um. Am Dienstagnachmittag (6. Januar) rückten Polizisten bei der Sparkassen-Filiale an der Nienhofstraße an – diesmal nicht mit Blaulicht, sondern unauffällig in Zivil. Begleitet vom weiterhin präsenten Sicherheitspersonal betraten die Beamten das Gebäude über einen Seiteneingang. Später bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft den Einsatz knapp: Es gehe um Beweissicherung. „Ziel der Durchsuchung ist die Sicherstellung von Datenträgern sowie notwendigen Kundendaten. Die Ermittlungen dauern weiter an“, erklärten die Ermittler gegenüber der „WAZ“.
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Brisant ist, dass nach Informationen aus Sicherheitskreisen der Verdacht im Raum steht, dass Insiderwissen an die Täter gelangt sein könnte. Demnach soll die Alarmanlage im Tresorbereich nicht aktiviert gewesen sein. Zudem sollen die Einbrecher einen achtstelligen Code genutzt haben, um in einen angrenzenden Archivraum zu gelangen – genau von dort aus bohrten sie sich später in den Tresorraum.
Auch das Verhalten der Sparkasse in den bisherigen Ermittlungen sorgt offenbar für Stirnrunzeln: Sie soll sich gegenüber den Behörden nur zögerlich gezeigt haben. So betonten Mitarbeiter auch gegenüber DER WESTEN, dass man sich „auffallend unkooperativ“ gegenüber den Ermittlern verhalte.
Bankinstitut äußert sich
Öffentlich äußert sich das Institut bislang kaum. Gegenüber der „WAZ“ erklärt die Bank: „Die Sparkasse Gelsenkirchen unterstützt die Ermittlungsbehörden nach Kräften und hat alle angeforderten Daten zur Verfügung gestellt, soweit es ihr möglich war. In einem Auskunftsersuchen hatte die Staatsanwaltschaft aber beispielsweise Videoaufnahmen und Listen angefordert, deren Zusammenstellung, Sicherung und Übermittlung mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Herausgabe war uns daher bislang nicht möglich. Uns ist wichtig zu betonen, dass wir uns in keiner Weise gegen die Herausgabe gesperrt haben.“
Bis heute ungeklärt ist, wie die Täter das Rolltor überwanden: Wurde die Technik manipuliert – oder verfügten die Täter sogar über einen passenden Schlüssel-Chip? Auch der Weg vom Parkplatz in den Archivraum gibt Rätsel auf. Mussten Türen aufgebrochen werden? Waren sie gesichert? Oder stand den Einbrechern der Weg nahezu offen?
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Fest steht: Vom Archivraum aus bohrten die Täter mit schwerem Spezialgerät ein großes Loch in den Tresorraum. Dort plünderten sie mehr als 3000 Schließfächer. Der Schaden soll bei über 100 Millionen Euro liegen. Die Ermittler halten sogar einen weiteren spannenden Fakt für möglich – welcher das ist? Das kannst du HIER bei der „WAZ“ nachlesen.