Stadtdechant Robert Kleine bei der Segnung der Kerze des Kinderdreigestirns

Einmal im Jahr darf der Stadtdechant den Festkomitee-Präsidenten „nass machen“. Mit unverhohlener Freude sorgte Robert Kleine bei der Segnung der Kerze des Kinderdreigestirns dafür, dass Christoph Kuckelkorn – in seiner letzten Session als Präsident – ein paar Spritzer abbekam. Gemeinsam mit Kleine leitete Stadtsuperintendent Bernhard Seiger den ökumenischen Gottesdienst für Karnevalisten im Kölner Dom. Eindrucksvoll war der Einzug der Plaggen, deren Träger:innen sich hinter dem Altar versammelten. Viele Gesellschaften hatten Vertreter:innen geschickt, auch das Dreigestirn, das Kinderdreigestirn und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester waren dabei.

„Mer dunn et för Kölle“ – und das mit Sinn

Das Sessionsmotto zog sich wie ein roter Faden durch die Feier. Seiger erinnerte daran, dass Ehrenamt weite Horizonte eröffnet: „Im Ehrenamt dienen wir einer Aufgabe, die größer ist als wir selbst.“ Er dankte dem Festkomitee und allen Engagierten, insbesondere Kuckelkorn für neun Jahre Präsidentschaft – auch unter schweren Bedingungen, etwa der pandemiebedingten Absage des Rosenmontagszugs oder der Organisation der Friedensdemo 2022. Die Motivation, so Seiger, sei oft die Liebe zur Stadt – auch zu ihren Schattenseiten: „Viele Baustellen, Unfertiges – und der FC ist auch nicht immer auf der Siegerstraße.“ Ehrenamtliche in Karneval, Politik, Sport, Verwaltung oder Feuerwehr würden dazu beitragen, dass Köln lebenswert bleibe. Und: „Wenn ich viel schenke, ist die Chance groß, dass mir auch etwas geschenkt wird.“

Tradition mit einem Augenzwinkern
Kinderdreigestirn und designiertes Dreigestirn (Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne) gemeinsam im ökumenischen Gottesdienst für Karnevalisten und Karnevalistinnen im Kölner Dom

Kleine bezeichnete den Fastelovend als festen Bestandteil der Stadtkultur – getragen von unzähligen freiwillig Engagierten. Er zitierte den ersten Korintherbrief: „Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, so sind wir alle durch den einen Geist zu einem Leib geworden.“ Das Ehrenamt im Karneval sei ein lebendiges Bild dafür. Auch wenn nicht jeder im Rampenlicht stehe, seien alle wichtig. Lieder wie „Spring“ von Brings oder „En unserm Veedel“ spiegelten das Miteinander in Köln wider. „Jesus ging dorthin, wo die Menschen lebten. Und auch der Karneval lebt im Veedel – getragen von Ehrenamtlichen.“ Das Lied „Mir sin eins“ von Kasalla erinnere daran, dass Köln aus Menschen bestehe – nicht aus Steinen. Kleine betonte: „Nicht Leistung macht uns wertvoll, sondern dass wir Teil der Gemeinschaft sind. Im Ehrenamt zeigt sich das ganz deutlich: Jede helfende Hand zählt.“

Köln lebt vom Mitmachen
Stadtsuperintendent Bernhard Seiger betonte in seiner Predigt die Bedeutung des Ehrenamts für das gesellschaftliche Miteinander in Köln

Seiger und Kleine erinnerten abschließend daran, wie sehr das soziale Leben Kölns vom Engagement vieler getragen werde – ob im Karneval, in Gemeinden oder in Nachbarschaften. Das Ehrenamt sei keine Pflicht, sondern Ausdruck von Gemeinschaft, Verantwortung und Liebe zur Stadt.

Print Friendly, PDF & EmailDrucken

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann