Leipzig – Schlagersängerin Melanie Müller (37) hat im Berufungsprozess um den Hitlergruß-Auftritt erstmals offen über ihre finanzielle Lage gesprochen. Die soll, wie sie selbst sagt, dramatisch sein.
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Am Montag war die Sängerin auch in zweiter Instanz wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie bei einem Auftritt 2022 den Hitlergruß gezeigt hatte. Melanie Müller bestreitet das weiterhin und jammerte im Prozess über ihre Geldnöte.
Müller gab an, derzeit bei einer Camping- und Gastronomie-GmbH angestellt zu sein und sich für 1500 Euro im Monat um die Eventplanung zu kümmern. Aus Streamingdiensten habe sie im gesamten Jahr 2025 lediglich 50,41 Euro verdient. So schilderte sie ihre finanzielle Situation am Montagmorgen vor dem Landgericht Leipzig.
Ex-Dschungelkönigin lässt sich von Eltern aushalten
Vorbei seien die Zeiten zahlreicher Auftritte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auf Mallorca. Die frühere Dschungelkönigin werde inzwischen von ihrem neuen Partner und ihren Eltern finanziell unterstützt. „Das ist nicht so schön mit 37“, sagte sie vor Gericht.

Melanie Müller mit ihrem Anwalt Adrian Stahl. Am Montagmorgen zeigt sie sich deutlich geknickt über ihre finanzielle Situation
Foto: Silvio Buerger
Hintergrund des Verfahrens ist ein Konzert in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2022 in Leipzig. Dort hatte Melanie Müller laut Urteil des Gerichts den Hitlergruß gezeigt und „Heil“-Rufe aus dem Publikum provoziert. Bei einer Wohnungsdurchsuchung im August 2023 fanden Ermittler zudem 0,69 Gramm eines Kokaingemischs und eine Ecstasy-Tablette.

Bei einem Konzert in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2022 hat Melanie Müller laut Gericht den Hitlergruß gezeigt
Foto: privat
Das Amtsgericht Leipzig verurteilte sie im August 2024 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und wegen Drogenbesitzes zu 160 Tagessätzen à 500 Euro – insgesamt 80.000 Euro. Im Berufungsprozess fiel die Strafe milder aus. Richterin Karen Aust legte 70 Tagessätze à 50 Euro (also insgesamt 3500 Euro) fest. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.
Ob Müllers Angaben zu ihrer finanziellen Lage stimmen, ist unklar. Einnahmen aus Sommerauftritten auf Mallorca bezifferte sie auf rund 3000 Euro im Monat – nach BILD-Informationen sollen diese jedoch deutlich höher liegen. Unterhalt von ihrem Ex-Mann, mit dem sie ein Wechselmodell für die Kinder (6, 8) führt, erhalte sie nach eigenen Angaben nicht.
Fast 200.000 Euro Schulden
Auch über ihre Schulden sprach Müller offen: 150.000 Euro beim Finanzamt, weitere 41.000 Euro bei anderen Gläubigern. Ihr Haus in Leipzig befinde sich in der Zwangsvollstreckung.
Der Prozess habe massive finanzielle Folgen gehabt. „Selbst wenn es ganz schlecht gelaufen wäre, habe ich 400.000 Euro netto eingebüßt“, sagte Müller. Einnahmen aus Werbung und Auftritten seien weggebrochen – etwa in Österreich, wo sie gar nicht mehr gebucht werde.
Melanie Müller vor Gericht: Berufungsverfahren gegen das Hitlergruß-Urteil
Quelle: BILD20.12.2025