Dreimal Olympia-Gold, fünf WM-Titel, ein Gesamtweltcup-Sieg – Kati Wilhelm (49) war viele Jahre lang eines der strahlenden Gesichter im deutschen Biathlon. 2006 hatte sie sogar die große Ehre, deutsche Fahnenträgerin bei den Olympischen Winterspielen in Turin zu sein. Im März 2010 beendete sie ihre glorreiche Karriere. Was macht Wilhelm heute? Im Interview mit der WELT spricht sie über ihr Leben nach dem Profisport.

Wilhelm trägt den Wintersport noch immer im Herzen: Sie ist Präsidentin des Thüringischen Skiverbandes, trainiert Langlauf im Verein und arbeitet als Bewegungscoach in Kindergärten. Außerdem ist sie zweifache Mutter.

Wilhelm: „Dass es so kommt, habe ich definitiv nicht erwartet. Als Bewegungscoach in Kindergärten zu arbeiten, hat sich zum Beispiel nach der Pandemie einfach entwickelt und sollte eigentlich nur für einen kurzen Zeitraum sein. Jetzt sind es schon mehr als zwei Jahre.“

Kati Wilhem (damals 33) gewann bei der Biathlon-WM 2009 in Pyeongchang Gold im Einzel

Kati Wilhelm (damals 33) gewann bei der Biathlon-WM 2009 in Pyeongchang Gold im Einzel

Foto: REUTERS

Direkt nach dem Karriereende blieb Wilhelm dem Biathlon zunächst als TV-Expertin in der ARD erhalten – fast zwölf Jahre lang. Auch als Gastronomin versuchte sie sich. Ihr Restaurant „Heimatlon“ in Steinbach-Hallenberg schloss sie 2023 allerdings wieder.

Präsidentin Wilhelm: „In die Position hineingerutscht“

Seit vergangenem Jahr ist die Biathlon-Ikone nun Präsidentin des Thüringischen Skiverbandes. Wilhelm: „Ich war vorher Vize-Präsidentin – in die Position war ich tatsächlich eher hineingerutscht. Ich habe dann gemerkt, dass man vielleicht etwas verändern kann und als ehemaliger Sportler viel mitbringt.“ Ihr Ziel: Thüringen soll wieder stärker wahrgenommen werden – vor allem im Breitensport.

Doch damit nicht genug. Als Langlauftrainerin in ihrem Heimatverein in Steinbach-Hallenberg führt sie Kinder und Jugendliche an die Loipe heran. Auch ihren Sohn Jacob (11) trainiert sie. Ihre Tochter Lotta (14) geht auf ein Sportgymnasium.

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Wilhelm: „Ich habe immer versucht, dass ich als Mutter keinen Leistungsdruck aufbaue. Der kommt nur von außen, wenn gefragt wird, ob sie in die Fußstapfen der Mama treten wollen. Das finde ich schwierig.“ Und: „Zugegeben, wenn ich mal dabei bin, will ich sie natürlich auch verbessern.“

Das Interview erschien innerhalb des Sport-Kompetenzcenters von BILD, SPORT BILD und WELT zuerst bei WELT.