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Dutzende Menschen verschüttet, als ein vier Stockwerke hoher Müllberg in sich zusammenstürzt. Die Suche nach Vermissten läuft – die Zahl der Toten steigt.
Update vom 12. Januar, 9.03 Uhr: Nach der gewaltigen Müll-Lawine auf den Philippinen mit Dutzenden Vermissten ist die Zahl der Toten auf acht gestiegen. Mindestens 28 weitere Menschen werden weiter vermisst, bestätigte Nestor Archival, der Bürgermeister von Cebu City, wo sich das Unglück am Donnerstag ereignet hatte. Die Stadt liegt rund 560 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Vergangene Woche hatten große Mengen Müll auf einer Deponie eine Recyclinganlage und mehrere Häuser unter sich begraben. Zuvor hatte tagelanger Dauerregen den Boden auf dem Gelände aufgeweicht.
Eine Müll-Lawine in Cebu City fordert acht Todesopfer. Mindestens 28 Menschen werden noch vermisst, während die Suche weitergeht. © Jacqueline Hernandez/dpa
Die Einsatzkräfte suchten unter anderem mit einem Kran in den Abfall-Massen nach Lebenszeichen, sagte Archival. „Wir sind weiterhin im Rettungsmodus. Wir hoffen immer noch, dass wir Überlebende finden.“ Bei den Verschütteten handelt es sich größtenteils um Beschäftigte der Deponie und der Recyclinganlage. Jedoch wurden auch mehrere einfache Wohnhäuser teilweise verschüttet. Laut Archival wurden bislang 18 Menschen mit verschiedenen Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.
Erstmeldung vom 9. Januar, 13.15 Uhr: Cebu City – In der Stadt Cebu City auf den Philippinen brach am Donnerstagnachmittag (8. Januar) eine Deponie zusammen und riss mehrere Menschen in den Tod.
Der Zusammenbruch ereignete sich gegen 17 Uhr Ortszeit in der Deponie Binaliw im Barangay Binaliw, wie die lokale Zeitung Cebu Daily News berichtet. Mindestens eine Person kam ums Leben, nach aktuellen Berichten werden noch bis zu 38 Menschen vermisst. Die Müll-Lawine hatte mehrere Häuser erfasst.
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Die Rettungsarbeiten dauern an, Familien warten verzweifelt auf Nachrichten über ihre Angehörigen. Das Portal Rappler berichtete, dass kontinuierliche Regenfälle den Boden der Deponie aufgeweicht und den Zusammenbruch begünstigt haben könnten.
Stadtrat Dave Tumulak bestätigte den sofortigen Einsatz der Rettungskräfte. Schwere Baumaschinen wurden zur Bergung der Verschütteten angefordert. Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Joel Garganera, machte das schiere Volumen des angehäuften Mülls für die Katastrophe verantwortlich. Er kritisierte die Betreiber scharf: „Es ist keine sanitäre Deponie. Für mich ist es bereits eine offene Müllhalde.“
„Muss vier Stockwerke hoch sein“: Auf Mülldeponie werden täglich 1.000 Tonnen Abfall verarbeitet
Der Müllberg hatte laut Stadtbeamten beeindruckende Dimensionen erreicht: „Er muss vier Stockwerke hoch sein“, hieß es über die Ausmaße des Abfallhaufens. Die größte Mülldeponie Europas steht übrigens direkt neben einem Nationalpark.
Bürgermeister Nestor Archival versprach, die Lage persönlich im Blick zu behalten. „Ich überwache die Situation genau und werde so schnell wie möglich persönlich zur Binaliw-Deponie gehen, um die Lage zu prüfen und die nächsten Schritte zu koordinieren“, erklärt er.
Die Deponie wird von Prime Integrated Waste Solutions betrieben, einem Unternehmen, das täglich 1.000 Tonnen Siedlungsabfall verarbeitet. Die Anlage war bereits zuvor wegen Geruchsbelästigung und Sicherheitsbedenken in der Kritik gestanden. (Verwendete Quellen: Cebu Daily News Inquierer, Rappler, AFP) (moe)