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Glätte: Unwetterwarnung für Norddeutschland (4 Min)
Stand: 12.01.2026 20:25 Uhr
Überfrierender Regen macht den Verkehr im Norden immer noch vielerorts zur Rutschpartie. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für alle norddeutschen Bundesländer eine Unwetterwarnung ausgegeben.
Aktuelle News aus dem Norden:
Wer derzeit auf den Straßen unterwegs ist, muss sich weiterhin auf Glatteis gefasst machen. Für den Osten Niedersachsens, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen gilt teilweise bis morgen Früh eine Unwetterwarnung: „In weiten Teilen Norddeutschlands Gefahr durch sich ostwärts verlagernden, gefrierenden Regen. Zunächst in Westniedersachsen Entspannung der Glatteislage, zuletzt im Osten Mecklenburg-Vorpommerns im Laufe des Dienstags“, heißt es darin.
Es bestehe „Gefahr für Leib und Leben“. Aufenthalte im Freien und Fahrten seien zu vermeiden. Es könne auf allen Verkehrswegen zu Beeinträchtigungen bis hin zu Sperrungen oder Schließungen kommen. Autofahrende sollten deshalb möglichst volltanken und vorsichtshalber Decken und warme Getränke an Bord haben, hieß es.
Mehrere Unfälle auf den Autobahnen
Insbesondere in Niedersachsen ereigneten sich schon heute Morgen die ersten Unfälle. Nach einem Lkw-Unfall wurde die A1 bei Oyten in Richtung Hamburg zeitweise gesperrt, ebenso wie die A29 bei Varel und die A352 Richtung A2 in Höhe Langenhagen-Kaltenweide. Gleiches galt für die A7 Flensburg Richtung Hamburg in Höhe Schnelsen-Nord: Dort war ein LKW gegen eine Leitplanke gestoßen.
Die Polizei berichtete außerdem von mehr als zehn Unfällen auf der A7 allein zwischen Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) und der Hansestadt. Auch auf weiteren Autobahnen im Norden gab es am Nachmittag mehrere Unfallstellen – etwa auf der A2 zwischen Bad Eilsen und Rehren, der A210 in Höhe des Autobahnkreuzes Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und auf der A25 bei Hamburg.

Tief Gunda zieht über MV hinweg. NDR Wetterexperte Stefan Kreibom warnt: Wenn Regen auf den gefrorenen Boden fällt, wird es glatt.
Kälteste Nacht seit 14 Jahren in Hamburg
Die Tageshöchstwerte lagen heute zwischen minus 4 Grad in der Uecker-Randow-Region, 0 Grad in Lübeck und Dannenberg, plus 2 Grad in Wolfsburg und bis 4 Grad in Meppen.
Die Nacht auf Sonntag war laut Meteorologischem Institut der Uni Hamburg mit minus 14,8 Grad die kälteste Nacht seit 14 Jahren in der Hansestadt. Noch kälter wurde es in Wittingen-Vorhop im Landkreis Gifhorn, wie der DWD heute mitteilte: minus 18,9 Grad.

Schulen in Niedersachsen morgen wieder geöffnet
Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen hat bisher keine wetterbedingten Schulausfälle für Dienstag angekündigt. Heute war der Präsenzunterricht fast landesweit ausgefallen. Nur auf den Ostfriesischen Inseln mussten die Kinder zur Schule. Auch in Bremen fiel der Unterricht heute aus. Zur Frage, ob der Unterricht in Niedersachsen am Dienstag wieder regulär stattfindet, kursieren im Internet offenbar Falschmeldungen.
Präsenzunterricht an Hamburgs Schulen – ebenso in MV
Der Präsenzunterricht an Hamburgs Schulen fand am Montag statt. Auch die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern waren am Montag geöffnet – und sollen es auch am Dienstag sein. Sollten Schüler Schwierigkeiten haben, zur Schule zu kommen, müssten ihre Erziehungsberechtigten sie telefonisch oder per E-Mail abmelden, teilte das Bildungsministerium mit. Volljährige Schüler könnten dies selbst tun.
Bahn-Fernverkehr: Weiterhin Einschränkungen
Bei der Deutschen Bahn gibt es weiter Einschränkungen – nach dem Schnee der vergangenen Tage nun auch wegen Eisregen: Man habe „vorsorglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert“, hieß es auf der Website der Bahn. Aktuell betroffen sei die Strecke zwischen Köln und Frankfurt. Dadurch könne es auch zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen. Alle ICE-Züge zwischen Berlin und Frankfurt (Main) würden zudem nicht in Braunschweig und Hildesheim halten, erklärte die Bahn.
Die DB bittet alle Reisenden, sich rechtzeitig vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf den Internetseiten der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Die Bahn hat zudem die kostenfreie Hotline 08000 – 996633 eingerichtet.

Starke Schneefälle und vereiste Gleise führen derzeit zu Zugausfällen und Verspätungen. Welche Rechte haben Bahnkunden?
NDS: Regionalverkehr läuft größtenteils wieder
Das Winterwetter führte zum Wochenbeginn zu zahlreichen Zugausfällen im Regionalverkehr in Niedersachsen. Auf den Strecken des Bahnunternehmens Metronom stabilisiere „sich der Betrieb seit den späteren Morgenstunden zunehmend“, sagte ein Sprecher. Eine vorsichtige Entspannung der Lage sei erkennbar.
Bei Enno fielen am Montagmorgen und auch danach Züge aus. Der RE30 zwischen Hannover und Wolfsburg nahm dann am Mittag den Betrieb wieder auf. Die Strecke des RE50 zwischen Wolfsburg und Hildesheim über Braunschweig folgte erst am Nachmittag. Sie sei zuvor zu stark vereist gewesen.
Noch Einschränkungen bei Start, Erixx und S-Bahn Hannover
Bei Erixx gab es bis zum Nachmittag Probleme bei den Linien RB42 und 43. Auf den übrigen Strecken lief der Betrieb schon vorher überwiegend stabil, sagte ein Sprecher. Auch das Bahnunternehmen Start Niedersachsen-Mitte teilte mit, dass der Verkehr wieder regulär laufe.
Bei der S-Bahn Hannover fällt die Linie S3 zwischen Hannover und Hildesheim weiterhin aus. Zudem könne der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen nicht bedient werden, hieß es. Auch in Bremen ist der S-Bahnverkehr eingeschränkt. Außerdem gibt es vor allem in Niedersachsen teils Probleme mit dem Busverkehr.
Auch in Schleswig-Holstein und Hamburg Einschränkungen im Nahverkehr
Der Regelbetrieb im schleswig-holsteinischen Nahverkehr ist nach Angaben von NAH.SH nach dem Schneesturm in der vergangenen Woche langsam wieder aufgenommen worden. Auf vereinzelten Strecken komme es dennoch weiter zu Einschränkungen, geringeren Kapazitäten und möglicherweise Fahrtausfällen.
Bei der Hamburger S-Bahn fällt die S2 heute ganztägig aus, die S5 fährt nur während der Berufsverkehr-Zeiten alle 20 Minuten, sonst stündlich. Auch auf anderen Strecken gibt es Einschränkungen, die die S-Bahn auf ihrer Internetseite auflistet.
Elbfähren fahren nicht – Eisbrecher im Einsatz
Die Elbfähren haben alle den Betrieb wegen starken Eisgangs eingestellt. Die zwischen Darchau und Neu Darchau verkehrende Elbfähre „Tanja“ soll möglicherweise Ende der Woche wieder fahren. Auf der Elbe bei Geesthacht ist die Binnenschifffahrt eingestellt. Seit Montagmorgen sind Eisbrecher-Schiffe im Einsatz.
In Mecklenburg-Vorpommern ist das Stettiner Haff nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) inzwischen vollständig mit Eis bedeckt. Im Greifswalder Bodden nahm das Mehrzweckschiff „Görmitz“ als Eisbrecher seine Arbeit auf.
Warnung vor Betreten von Wäldern und Eisflächen – Mann stirbt bei Eisbaden
Die Behörden in Norddeutschland warnen weiterhin vor dem Betreten von Eisflächen. So ist es etwa verboten, den Maschsee in Hannover zu betreten. In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sei das Eis auf den Gewässern ebenfalls noch nicht stabil, betonen die Feuerwehren. Auch in Wäldern und Parks kann es wegen der Schneelast auf den Bäumen nach wie vor gefährlich sein. Die Behörden reagierten teilweise mit Sperrungen.
Bei der Suche nach einem verunglückten Eisbader haben Einsatzkräfte in einem Teich in Wismar die Leiche eines Mannes gefunden. Laut einer Polizeisprecherin handelt es sich um einen 40-Jährigen. Ein Zeuge hatte laut Polizei dort einen Mann beim Eisbaden gesehen – dieser sei dann nicht wieder aufgetaucht.

Minus-Grade und zugefrorene Gewässer locken Menschen vielerorts aufs Eis. Doch das ist meist viel zu dünn. Es besteht Lebensgefahr.

Die Feuerwehr Norderstedt wagt sich mit Spezialanzügen auf gefrorene Wasserflächen, um zu zeigen, wie schnell das Eis bricht.
Gefahr durch herabfallende Schneemassen und Eiszapfen
Gefahren gehen auch von Dachlawinen und herabfallenden Eiszapfen aus. Die Temperaturen stiegen – und damit wachse die Gefahr, hieß es auf der Instagram-Seite der MV-Landeshauptstadt Schwerin. Die Menschen sollten nach Möglichkeit Bereiche unter Dachkanten meiden. „Achtet auf Warnhinweise und Absperrungen“, so der Appell. Hauseigentümer rief die Stadt dazu auf, Eiszapfen sowie Schneemassen zu entfernen. Auch in Hamburg sind einige Wege wegen Eis und Schnee auf Dächern gesperrt.
Lage für Obdachlose kritisch
Angesichts der eisigen Temperaturen warnen Sozialverbände vor der Gefahr für Obdachlose. „Für Menschen, die auf der Straße leben, wird es mitunter lebensgefährlich“, sagte Elke Ronneberger, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Städte und Gemeinden seien aufgefordert, mehr warme Orte bereitzustellen und zu finanzieren.
In Hamburg wurde die Hilfe ausgeweitet: So bleibt das Winternotprogramm fürs Erste auch tagsüber geöffnet. Auch andere Orte in Norddeutschland reagierten auf die Wetterlage.

Die Animation des Wetterkompetenzzentrums der ARD zeigt die Schneedecken-Vorhersage ab Montagmorgen.

Wie verlässlich wird in Hamburg gestreut? Die Opposition wirft dem Senat Totalversagen beim Räumdienst vor.

Langes Fell, alles gut? Bei Schnee ist die Behaarung für Hunde nicht immer von Vorteil. Was Hundebesitzer im Winter beachten sollten.

Während in Volksdorf schon Eishockey gespielt wird, darf der Stadtparksee noch nicht betreten werden – außer von den Wasservögeln.

Die Diakonie erweitert die Öffnungszeiten der Treffpunkte und Beratungsstellen. Kältebusse fahren bei Bedarf zusätzliche Touren.

Viele Skigebiete sind weiterhin geöffnet. In tieferen Lagen sind einige Lifte und Pisten geschlossen.