Berlin – Bushido (47) beginnt seine letzte Tour dort, wo alles angefangen hat. In Berlin. In der Uber Arena eröffnet der Rapper den Auftakt seiner Abschiedstour vor Tausenden Fans. Schon früh wird klar, dass dieser Abend persönlicher wird als viele seiner früheren Auftritte.
Immer wieder spricht Bushido auf der Bühne über seine Familie, über Nähe und darüber, wie wichtig ihm dieser Moment ist. Auch seine Frau Anna-Maria ist an diesem Abend in der Halle und verkauft vorher sogar Shirts und Pullover an die Fans.

Die Fans feiern ihr Rap-Idol Bushido
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Der 47-Jährige gehört zu den bekanntesten deutschen Rappern der ersten Stunde und steht seit mehr als zwei Jahrzehnten auf der Bühne. Geboren und aufgewachsen in Berlin, spricht er gleich zu Beginn von einem „Heimspiel“. Es sei eine Ehre, aber auch eine Bürde, ausgerechnet hier aufzutreten.
Mehrfach betont Bushido, dass diese Tour wirklich das Ende seiner Karriere sei und kein Werbetrick. Die Stimmung in der Halle ist von Anfang an gut, viele Fans singen mit, applaudieren lange und hören aufmerksam zu, besonders wenn Bushido zwischen den Songs das Wort ergreift.

Nix da mit „Pssst“! Die Liebeserklärung an seine Frau durfte in Berlin jeder hören
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Liebeserklärung an Anna-Maria
Punkt 20.15 Uhr beginnt das Konzert. „Guten Abend Berlin, wie sieht’s aus bei euch?“, sagt Bushido zur Begrüßung und steigt direkt ein. Musikalisch greift er tief in seine Karriere, spielt viele ältere Songs, die große Teile der Halle auswendig kennen. Zwischen den Liedern nimmt er sich immer wieder Zeit zum Reden.
Besonders ruhig wird es, als er über seine Frau spricht. „Ich bin echt froh, dass ich heute sagen kann, dass meine Frau hier ist. Lange Geschichte“, sagt er ins Mikrofon. Anna-Maria ist an diesem Abend gut gelaunt in der Halle. Bushido erzählt, dass das vergangene Jahr für ihn schwer gewesen sei und wie wichtig ihr Rückhalt in dieser Zeit gewesen sei.

Bushido und seine Frau Anna-Maria leben derzeit getrennt. „Wir machen das, weil wir uns lieben, und nicht, weil wir uns nicht mehr lieben“, sagte sie im November im großen BILD-Interview
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BILD-Redakteur Franz Ungermann meint: Bushidos Konzert lebte neben der Musik von seiner Liebe zur Stadt und dem Dialog mit den Fans
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„Jetzt ist Papa wieder cool, oder?“
Etwa zur Mitte des Konzerts spricht Bushido über seine Kinder, die im Graben direkt vor der Bühne stehen, und wendet sich mit einem lockeren Spruch direkt an seinen Sohn. „Zu Hause guckst du mich mit dem Arsch nicht an, aber jetzt ist Papa wieder cool, wa?“, sagt er lachend. Die Halle reagiert mit Gelächter, der Moment wirkt familiär und ungezwungen.
Im weiteren Verlauf bezieht Bushido das Publikum immer wieder ein. Er holt Fans auf die Bühne, lässt sie mitsingen und rappen. Eine Zuschauerin übernimmt einen seiner bekanntesten Songs („Sonnenbank Flavour“) komplett allein, der Applaus ist entsprechend laut.

Ganz nah dran an Papa: Bushido mit seinen Kindern beim Konzert am Montag
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Am Schluss kommen die Kinder auf die Bühne
Nach dem offiziellen Ende gegen 22.20 Uhr kommt Bushido für mehrere Zugaben zurück. Zum Schluss holt er seine Kinder auf die Bühne. Sechs von ihnen stehen bei ihm, zwei verfolgen den Moment aus der Loge. Bushido sagt, dass ihm bei dem Gedanken an den Abschied von der Berliner Bühne die Knie weich würden. Gleichzeitig ist klar: Ganz vorbei ist es in Berlin noch nicht. Bushido kündigte bereits einen weiteren Termin am 7. März in der Hauptstadt an.
Als letztes Lied erklingt „Für immer jung“ – ein emotionaler Abschluss für einen Tour-Auftakt.