Natürlich kann man auch Vogelapps nutzen, oder die Porträts, die der Nabu bereithält, oder Birdnet, wenn man nur das Zwitschern gehört hat. „Und dann geht es darum, immer die höchste Anzahl der entsprechenden Vogelart zu dokumentieren“, erklärt Orlamünder. „Also, wenn ich einmal 4 Amseln sehe und noch zweimal 3, dann zähl ich trotzdem nur 4. Und mehr ist gar nicht dabei. Die dokumentiere ich dann und übermittle das bestenfalls auch über ein Online-Formular.“
Haben Sie schon mal eine Gebirgsstelze gesehen
Über 4.000 Vogelfreunde haben allein in Thüringen im vergangenen Jahr an der Aktion teilgenommen, bundesweit waren es rund 85.000. Der Rekord aus dem ersten Corona-Winter, als 130.000 Menschen ihre Sichtungen gemeldet hatten, ist in diesem Jahr vermutlich nicht in Gefahr. Aber 100.000 wären schon schön, sagt der Nabu-Experte. Je mehr Daten, desto besser können die Naturschützer die Entwicklungen einordnen. Gerade bei seltenen Vögeln sei das hilfreich. So war vergangenes Jahr die Gebirgsstelze spannend, erklärt Orlamünder, „die im Winter da sein kann, aber jetzt auch an offene Gewässer gebunden ist und dann eben nicht so häufig vorkommt und wahrscheinlich auch am Futterhaus nicht zu sehen ist“.
Spatzen machen Sorgen
Sorgen machen dem Nabu allerdings gerade die Vögel, die überall zu finden sind: Feldsperling und Haussperling. Hier geht die Tendenz nach unten. 2020 wurden noch 4 Tiere pro Garten/Park gesichtet, 2025 waren es nur noch 2 bis 3. Es gibt auch natürliche Schwankungen, weiß Orlamünder, und es sei auch nicht immer jeder Vogel an der gleichen Futterstelle. „Aber es wird schon deutlich, dass durch den Rückgang von Strukturen auch im Siedlungsraum, dem Rückgang von Totholz, dem Rückgang von wilden Inseln, von überständigem Gras, Asthaufen und so weiter, die Bedingungen für Vogelarten eben schlechter werden.“
Umso wichtiger sei es, so Orlamünder, sich mit den Tieren auseinanderzusetzen. Am besten nicht nur ein Wochenende im Januar. Und dann gezielt für die Meisen oder für die Sperlinge eine Futterstelle anlegen oder ein Spatzenhaus ans Haus hängen „oder bei der Sanierung des Dachstuhls darauf achten, dass es halt noch ein paar Lücken gibt, wo die Vögel brüten können“.