Stand: 12.01.2026 07:36 Uhr

Vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst am Donnerstag haben Gewerkschaften für Mittwoch zum Streik aufgerufen. Neben Forstleuten, Angestellten bei Polizei, Hochschulen oder Straßenämtern, könnten auch Lehrerinnen und Lehrer die Arbeit niederlegen.

Nicht nur das Winterwetter lässt es im Schulbetrieb in diesen Tagen etwas ruckeln. Am Mittwoch wird der Unterricht an manchen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sehr wahrscheinlich nicht nach Plan laufen. Davon geht zumindest die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus. Sie hat gemeinsam mit anderen Gewerkschaften wie dem Deutschen Beamtenbund (dbb) die Angestellten im Schuldienst zum Warnstreik aufgerufen. Aktuell laufen die Verhandlungsrunden für den Öffentlichen Dienst. Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft der Länder konnten sich im Dezember noch nicht einigen und verhandeln an diesem Donnerstag erneut. Kurz zuvor wollen die Gewerkschaften und Verbände nun mit Warnstreiks ein Zeichen setzen.

Alle Tarifbeschäftigten im Landesdienst sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und in Schwerin zu demonstrieren. Das sind neben angestellten Lehrkräften beispielsweise auch Forstleute, Angestellte an Hochschulen, im Polizeidienst und in den Straßenämtern. Die Gewerkschaften organisieren Shuttle-Busse aus allen Landesteilen. Aber auch dezentrale Warnstreiks sind möglich. Die Schulen bleiben aber grundsätzlich geöffnet. Falls Grund- und Förderschulen tatsächlich komplett bestreikt werden sollten, gibt es eine Notdienst-Vereinbarung zwischen Bildungsministerium und GEW.

Nach einem ergebnislosen Auftakt treffen die Spitzen der Gewerkschaften Ver.di und Beamtenbund dbb am 15. und 16. Januar erneut mit den Arbeitgebern der Landesbeschäftigten zusammen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder lehnt die Gewerkschaftsforderungen nach sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr aber als unbezahlbar ab. Es geht dabei um 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder. Auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte wird der Abschluss in der Regel in den einzelnen Ländern dann übertragen. „Unsere Mitglieder erwarten zurecht mehr als nur einen Inflationsausgleich. Die Menschen müssen wieder über mehr Kaufkraft verfügen“, sagte Ver.di-Chef Frank Werneke. Hunderttausende Stellen im öffentlichen Dienst seien nicht besetzt, „weil die Bezahlung nicht konkurrenzfähig ist.“