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Geplantes Verbot

UK sucht Verbündete für hartes Vorgehen gegen X

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Mehrere Regierungen prüfen derzeit ein koordiniertes Vorgehen gegen das soziale Netzwerk X, nachdem bekannt wurde, dass dessen KI-Werkzeug Grok zur Erzeugung manipulierter Nacktbilder von Frauen und Kindern genutzt wurde. Die Diskussion hat sich innerhalb weniger Tage von einer nationalen Regulierungsfrage zu einem internationalen Konflikt ausgeweitet, der auch diplomatische Spannungen mit den USA nach sich ziehen könnte.

Im Zentrum der Kritik steht dabei das in X integrierte KI-System Grok, das unter anderem über eine Bildgenerierungsfunktion verfügt. Diese erlaubt es Nutzern, auf Basis textlicher Eingaben fotorealistische Bilder zu erzeugen. Nach Einschätzung mehrerer Regierungen fehlt es dabei aber an wirksamen technischen Schutzmechanismen, um die Erstellung illegaler oder menschenrechtsverletzender Inhalte zuverlässig zu verhindern. Besonders problematisch wird bewertet, dass die generierten Bilder ohne Zustimmung realer Personen entstehen können und eine hohe visuelle Glaubwürdigkeit aufweisen.

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Die britische Regierung sucht nun nach internationaler Unterstützung für ein gemeinsames Vorgehen gegen die Plattform X und deren Mutterunternehmen xAI. Nach Berichten britischer Medien führte die Regierung von Premierminister Keir Starmer bereits Gespräche mit Ländern wie Kanada und Australien, die grundsätzlich die britische Position unterstützen. In Großbritannien selbst wird inzwischen auch ein vollständiges Verbot von X nicht mehr ausgeschlossen. Grundlage dafür wäre der Online Safety Act, der Plattformbetreiber verpflichtet, technische und organisatorische Maßnahmen gegen illegale Inhalte umzusetzen.

In Südostasien reagierten die Behörden bereits mit konkreten Maßnahmen. Indonesien und Malaysia sperrten den Zugang zu Grok vollständig. Die malaysische Kommunikations- und Multimediakommission begründete den Schritt mit dem Fehlen wirksamer technischer Schutzvorkehrungen gegen die Erstellung eindeutig sexueller Inhalte.

In den USA stößt die Debatte auf Widerstand. Vertreter aus dem Umfeld von Donald Trump werfen der britischen Regierung vor, unter dem Deckmantel des Jugendschutzes eine Zensur amerikanischer Technologieunternehmen zu betreiben. Während einzelne Politiker Sanktionen gegen Großbritannien fordern, soll hingegen US-Vizepräsident Vance die Verbreitung KI-generierter, sexualisierter Bilder als nicht hinnehmbar bezeichnet haben. Er äußerte demnach grundsätzliche Bedenken gegenüber generativen Systemen, die ohne ausreichende technische Begrenzungen sogenannte hyperrealistische Inhalte erzeugen können. Elon Musk selbst reagierte scharf und bezeichnete die britischen Pläne als autoritär motiviert.