Dass Parteien ihre Kommunikationsstrategie darauf ausrichten, die Krisen der anderen Seite möglichst lange im Fokus der Öffentlichkeit zu halten, ist nicht neu. Die Berliner Grünen-Fraktion wollte jedoch nicht nur die Kritik an Kai Wegner wegen seiner „Tennispause“ nutzen, sondern die linksextremen Täter bewusst außen vor lassen, berichtet die „B.Z.“.
Es gebe demnach ein internes Schreiben an alle Berliner Abgeordneten, in dem die Kommunikationslinie zum Thema „Stromausfall/Wegner“ vermittelt wird. Der klare Fokus: die Krise von Kai Wegner zum eigenen Vorteil nutzen. Berlins Regierender Bürgermeister hatte zunächst verschwiegen, dass er am Samstag Tennis spielen war – Stunden nachdem bekannt geworden war, dass Tausende Menschen im Berliner Südwesten ohne Strom und Heizung sind.
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Berliner Grünen-Fraktion: „Interesse daran, dass Debatte um Kai Wegner lange medial begleitet wird“
„Wir haben ein strategisches Interesse daran, dass die Debatte um Kai Wegner lange medial begleitet wird und als Führungs-/Kompetenzfrage beim Regierenden Bürgermeister hängen bleibt“, soll es in dem Schreiben heißen. Doch nicht nur das. So gab es auch die Anweisung: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen.“

Für den Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz soll die linksextreme „Vulkangruppe“ verantworlich sein. Mittlerweile haben die Linksextremen mehreren Bekennerschreiben veröffentlicht, wobei zwischenzeitlich Verwirrung herrschte, weil sich die vermeintlich echte „Vulkangruppe“ in einem Schreiben, veröffentlicht bei bei „Indymedia“, vom Anschlag distanzierte. Mit einem Brandanschlag an der Kabelbrücke am Teltowkanal kappten die Täter die Stromverbindung von 45.000 Haushalten im Südwesten der Hauptstadt.
Nach Stromausfall: Grüne wollen Fokus bewusst auf Sprangler und Giffey legen
Die fraktionsinterne E-Mail enthielt noch eine weitere politisch brisante Anweisung. Darin heißt es, dass der „Fokus auf CDU/Wegner als politisch Verantwortliche für Führung und Krisenmanagement“ liegen solle – „NICHT SPD Giffey/Spranger“.
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Die „B.Z.“ konfrontierte die Fraktionsführung um Werner Graf und Bettina Jarasch mit dem internen Schreiben, doch wirklich Stellung wollten die Grünen nicht beziehen. Lediglich hieß es, man verurteile „diesen mutmaßlich linksextremen Anschlag“.
rk