• Zahide ist eine 15-jährige Rapperin aus Berlin.
  • Sie wurde durch Tiktok-Videos bekannt und hat 8,5 Millionen Follower.
  • Kürzlich gab sie ihre ersten zwei ausverkauften Konzerte in Berlin.
  • Ihr Debütalbum erreichte Platz zwei der deutschen Charts.

Angefangen mit einem Tanz-Video auf Tiktok, eroberte Zahide (15) aus Berlin schnell immer mehr Herzen. Mittlerweile konnte sie sich dank Social Media auch in der Musikszene etablieren. Im November erhielt sie als jüngste Solo-Preisträgerin der Geschichte einen Bambi in der Kategorie «Shootingstar». Am 19. Dezember erschien ihr Debütalbum «Pretty Privilege», das sich in der Weihnachtswoche sogar vor Mariah Careys «Merry Christmas» den zweiten Platz in den deutschen Charts sicherte.

Screenshot/ offiziellecharts.de

Die aufstrebende Berliner Rapperin, die bei Universal Music unter Vertrag steht, gab am 2. und 3. Januar ihre ersten beiden Livekonzerte. Vor mehreren Tausend Fans spielte Zahide Kayaci, wie sie bürgerlich heisst, zwei restlos ausverkaufte Shows in der Uber Eats Music Hall in Berlin mit 4500 Plätzen und feierte damit ihr grosses Konzertdebüt. «Ich bin absolut sprachlos und dankbar für jeden Einzelnen, der bei meinen ersten Shows dabei war», so der Gen-Alpha-Star laut Pressemitteilung nach ihrem Debüt.

Zahide rappt im Jugendslang

Doch wie gelingt es einer 15-Jährigen, Stars wie Mariah Carey, Pink Floyd oder gar Taylor Swift auszustechen? Sieht man sich die Zielgruppe ihrer Musik an, ist sie besonders geprägt von sehr jungen Zuhörerinnen und Zuhörern. Kein Wunder: Zahide jongliert in ihrer Musik mit Internetsprache und Jugendslang. Sie rappt über Aufstieg, Luxus und Schule: Prada, Ferrari, Dubai, Abu Dhabi – aber ohne Gewalt, Drogen oder Beleidigungen.

«Komme zur Schule im Ferrari, lowkey. Vielleicht kaufe ich meiner Lehrerin eine Roli», rappt sie in ihrem Song «Uff Yaa», wobei «Roli» als Abkürzung für «Rolex» steht. Manchmal wird sie in ihren Texten auch selbstironisch. «Mache einen Banger für den Klub, doch ich darf da nicht rein», singt sie beispielsweise mit der Anspielung auf ihr Alter.

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Album sei «musikalisch kein Wurf»

In einer Rezension schreibt «Die Zeit»: «Musikalisch ist ‹Pretty Privilege› mit Tracks, die streaminggerecht selten länger als zweieinhalb Minuten dauern, und Beats, die etwas zu oft von relativ generischer Eintönigkeit geprägt sind, tatsächlich künstlerisch kein Wurf.» Doch durch zahlreiche verspielte Referenzen auf die Popkulturgeschichte würden Zahides Songs viel Spass machen.

Nicht alle feiern sie. Ältere Rapper und Youtuber werfen ihr vor, sie sei ein Produkt des Managements und gehöre «in die Schule». Ausserdem machen sich einige aus der Szene darüber lustig, dass Zahide ihre Songs nicht selbst schreibt.

Zahides Fans versuchten, eine Religion zu gründen

Die Kritik dürfte sie aber kaltlassen. Heute folgen Zahide 8,5 Millionen Menschen auf Tiktok – fast so viele, wie die Schweiz Einwohner hat. Ihre Fans unterstützen sie äusserst loyal und kommentieren selbst bei anderen Creators Zahides Namen. Ein Teil der Community ging sogar so weit, den Begriff «Zahideism» zu etablieren – angeblich eine neue Religion, in der Zahide als Göttin verehrt wird. Mithilfe von KI erstellten Fans sogar «heilige Bücher» im Zahide-Design.

Das sorgte für Kritik. Mehrere Influencerinnen und Influencer warfen den Fans Respektlosigkeit gegenüber echten Religionen vor. Zahide selbst reagierte schliesslich: In einer Instagram-Story distanzierte sie sich klar von dem Trend. Sie habe «Zahideism» weder gestartet noch unterstützt, schrieb sie. Sie glaube an Respekt gegenüber allen Religionen und bat ihre Fans, solche Inhalte zu unterlassen.

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Ammar Jusufi

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.