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Trump kündigt Iran-Zölle an – China reagiert
Aktualisiert am 13.01.2026 – 09:17 UhrLesedauer: 42 Min.
US-Präsident Donald Trump will Handelspartner des Iran mit 25 Prozent Zöllen belegen. (Quelle: Julia Demaree Nikhinson/dpa)
Irans wichtigster Handelspartner lehnt neue Zölle ab. US-Staatsanwältin Pirro spielt die Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell herunter. Alle Entwicklungen im Newsblog.
China will angesichts der Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump gegen Handelspartner des Irans seine Interessen wahren. „Es gibt keine Gewinner in einem Zollkrieg“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. China werde seine legitimen Rechte und Interessen entschlossen verteidigen.
Trump hatte angekündigt, dass ab sofort für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, US-Zölle von 25 Prozent gelten sollen. Der Iran ist ein wichtiger Handelspartner für Peking, weil China von dort Öl kauft – ein Rohstoff, bei dem die Volksrepublik auf Importe angewiesen ist. Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten im Oktober bei einem Treffen in Südkorea eine Pause im Zollstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt vereinbart.
Der Professor für internationale Beziehungen der Pekinger Renmin-Universität, Cui Shoujun, sagte, China werde seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran wegen Trumps Ankündigung nicht verringern. China und Iran unterhielten seit geraumer Zeit Beziehungen in Handel, Wirtschaft und beim Erdöl. Der Iran sei eines der zehn wichtigsten Länder, von denen China Öl importiere, sagte er in Peking.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich besorgt über Ermittlungen der Trump-Regierung gegen US-Notenbankchef Jerome Powell geäußert. „Wir haben aus guten Gründen in Europa, auch in Deutschland, immer die Unabhängigkeit der Notenbank als ein besonders wichtiges Gut angesehen“, sagte Merz am Rande seines Indien-Besuchs vor Journalisten.
„Ich hoffe, dass es auch in Amerika einen weitgehenden Konsens weiter gibt, dass Notenbanken auch in der den USA unabhängig bleiben müssen, denn unabhängige Notenbanken sind auch eine Gewähr dafür, dass eine Währung auf Dauer stabil bleiben kann“, so Merz. „Aber das ist eine Entscheidung, die die amerikanische Regierung in eigener Verantwortung treffen muss.“
Notenbankchef Powell hatte am Sonntag in einer außergewöhnlichen Stellungnahme mitgeteilt, dass ihm mit einer Anklage gedroht werde. Er brachte das Vorgehen in Verbindung damit, dass die Notenbank bei ihren Zinsschritten ihren eigenen Maßstäben und nicht den Wünschen von Präsident Donald Trump folge. Trump fordert schon lange niedrigere Zinsen und macht Druck auf Powell. Die Fed bleibt jedoch eher vorsichtig und verweist auf Inflationsrisiken.
Taiwan hat nach Angaben der Unterhändler der demokratisch regierten Insel nach monatelangen Verhandlungen einen „allgemeinen Konsens“ mit den USA über ein Handelsabkommen erzielt. Eine Einigung erreichten die Verhandlungspartner über „gegenseitige Zollsenkungen“ sowie die „bevorzugte Behandlung“ für „Halbleiter, Halbleiterderivate und andere Artikel“ aus Taiwan, erklärte die taiwanische Behörde für Handelsverhandlungen am Dienstag. Derzeit werde über einen Termin für ein abschließendes Treffen beider Seiten beraten.
