Die Freiwilligen Feuerwehren spielen eine wichtige Rolle beim täglichen Schutz der Bevölkerung. Sie unterstützen die Berufsfeuerwehren, stellen schnelle Hilfe sicher und sorgen dafür, dass es eine flächendeckende Feuerwehrstruktur gibt. Möglich ist dies nur durch die Ehrenamtlichen, die sich auch nach Feierabend und in ihrer Freizeit für das Wohl der Menschen einsetzen. Allerdings sind die Löschzüge besonders in den äußeren Bereichen des Stadtgebiets in Richtung Lennep immer dünner aufgestellt.
Aus diesem Grund gibt es die Überlegung, die Löschzüge Herbringhausen, Frielinghausen und Walbrecken zusammenzulegen, ähnlich, wie vor einigen Jahren der Löschzug Linde in den Löschzug Ronsdorf integriert wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Beyenburg würde aber voraussichtlich erst einmal bleiben, wo und wie sie ist. Christian Spoo, Sprecher der Wuppertaler Berufsfeuerwehr, betont allerdings gegenüber der WZ deutlich: „Es gibt den Gedanken, die Löschzüge zusammenzulegen. Aber es ist in keiner Weise konkret und nichts, was nun unmittelbar bevorsteht.“ Karl Grünewald ist stellvertretender Bezirksbürgermeister (CDU) der Bezirksvertretung Langerfeld-Beyenburg und engagiert sich beim Löschzug Langerfeld der Freiwilligen Feuerwehr. Er bestätigt, dass es diese Überlegungen gibt. Hintergrund ist der Umstand, dass es immer weniger Ehrenamtliche bei den betreffenden Standorten gibt. Einst aktive Retter ziehen weg oder beenden ihr Ehrenamt aus persönlichen Gründen, immer weniger Nachwuchs kommt nach. Eine Zusammenlegung kann da gegensteuern.
„Man ist schlagkräftiger, wenn alles an einem Ort ist“, erklärt Grünewald. Darüber hinaus spare man sich beispielsweise die Unterhaltung von Gerätehäusern. Die Idee ist indes nicht neu. „Ich bin seit 18 Jahren stellvertretender Bezirksbürgermeister und eine Zusammenlegung stand immer wieder im Raum“, erklärt er. Aber sollte die Stadtverwaltung diese Idee im Lauf der Legislaturperiode vertiefen, sei es dennoch nichts, was schnell umgesetzt werde. „Die Verwaltung müsste Vorschläge machen, ob etwa neu gebaut wird“, erklärt er. Eine wirkliche Zusammenlegung würde dann vielleicht frühestens in fünf Jahren oder noch später erfolgen. Und: „Natürlich würde vorher mit den Löschzügen gesprochen“, betont er.
Aber nicht nur für die Sicherheit hat die Freiwillige Feuerwehr eine integrale Bedeutung, sondern auch für das gesellschaftliche Leben, erklärt Bezirksbürgermeister Andreas Bialas (SPD). „Etwa in Herbringhausen: Da ist die Feuerwehr ein zentraler Treffpunkt für die Menschen dort. In Frielinghausen genauso“, so Bialas.
Freiwillige Feuerwehren sind elementar für die Gemeinschaft
„Wir wollen und brauchen in unserer Gesellschaft dringend den Zusammenhalt von Menschen, die Möglichkeit, sich zu begegnen, zu treffen und sinnvoll etwas zusammen zu machen“. Daher sei eine etwaige Fusion der Löschzüge auch in der Hinsicht sensibel, weil sich dadurch wichtige gesellschaftliche Strukturen verändern könnten.
Gerade in Beyenburg gebe es viele Organisationen und Institutionen, die diese gesellschaftlichen Treffen und Begegnungsmöglichkeiten organisieren, wie etwa der Schützenverein, der Bürgerverein oder auch die Kirchen. „Und eben auch die Freiwilligen Feuerwehren haben eine elementare Bedeutung und da sind wir natürlich hochgradig sensibel“, erklärt er. „Wir wollen nicht, dass etwas wegbricht im Versorgungsbereich, aber auch nicht, dass etwas im Gemeinschaftlichen wegbricht.“ Für Andreas Bialas ist die Erhaltung solcher gesellschaftlicher Begegnungsorte und -strukturen auch eine Art und Weise, um die Demokratie zu schützen.
„Diese geselligen Möglichkeiten sind Grundvoraussetzung für eine Demokratie.“ Unterschiedliche Institutionen ermöglichen diese Begegnungsstrukturen, die es zu bewahren gilt. „Die Leute sollen sich abends irgendwo treffen und sich über irgendetwas streiten. Das ist tausendmal mehr wert, als wenn sie in irgendwelche Sozialblasen abdriften und sich durch Verschwörungstheorien ihr Weltbild bildet.“ Diese Organisationen seien notwendig für eine funktionierende Gesellschaft und Gemeinschaft. Sie tragen dazu bei, dass die Demokratie dort resistenter ist als in anderen Bereichen.