Essen (NRW) – Ein heikler Vorfall versetzt die Staatsschützer in Alarmbereitschaft. Montagabend entgleiste in Essen gegen 22.30 Uhr ein Güterzug. Glücklicherweise sprang dabei nur die Achse des Triebwagens aus den Gleisen. Brisant jedoch: Nur wenige Stunden vorher sollte eigentlich an der Unfallstelle ein US-Militärkonvoi entlangrollen.
Am späten Montagabend informierte die Bundespolizei die Polizei in Essen (NRW) über den Unfall. Der Triebwagen zog 20 Kesselwagen mit jeweils 25 Tonnen Gefahrgut. Vor Ort konnten die Ermittler feststellen: Es waren mehrere Metallklammern an den Gleisen befestigt worden. Die Polizei in NRW schließt ein Anbringen aus Unachtsamkeit bisher aus.
US-Militärkonvoi sollte die Strecke nutzen
Zuletzt hatte ein Güterzug um 17.30 Uhr die Stelle ohne jegliche Probleme und Auffälligkeiten passiert. 70 Minuten später hätte der Güterzug mit Munition und militärischer Ausrüstung der US-Armee über diese Strecke rollen sollen. Doch weil der US-Konvoi Verspätung hatte, wurde der Zug auf eine andere Strecke umgeleitet. Stattdessen fuhr ein anderer Güterzug dort entlang und entgleiste.
An der Unglücksstelle im Ruhrgebiet war bis vor Kurzem eine Baustelle, die aber noch nicht ganz zurückgebaut wurde. Ermittler prüfen jetzt, ob die Metallklammern von der Baustelle stammen oder bewusst als Sabotage angebracht wurden. Und: Wer wusste, dass dort Militär-Ausstattung der Amerikaner unterwegs sein sollte?
Mehr zum ThemaRussische Sabotage oder Linksextremisten?
Ein Staatsschützer zu BILD: „Es wäre schon ein großer Zufall, wenn kurz vor dem US-Konvoi ein Güterzug über die Gleise fährt und keine Probleme meldet. Sollten die Klammern von der Baustelle stammen, stellt sich die Frage: Warum verunfallten keine anderen Züge? Es ist glücklicherweise nur eine Achse entgleist, weil der Triebwagen wegen der noch nicht zurückgebauten Baustelle langsam fahren musste.“
Das Anbringen solcher Metallklammern setze kein großes technisches Wissen voraus, so ein Fahnder zu BILD. Wer hinter einem möglichen Sabotage-Akt stecken könnte, ist bisher offen. Denkbar wäre russischer Einfluss oder auch eine Tat von Linksextremisten.