„Stillstandspolitik“
SPD fordert mehr Tempo beim Ausbau der Nürnberger S-Bahn
13.01.2026 – 17:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Zug der S-Bahn Nürnberg (Archivbild): Das Netz soll weiter wachsen. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)
Laut Gutachtern ist ein weiterer Ausbau des Nürnberger S-Bahn-Netzes sinnvoll. Nur auf einer Strecke gibt es Bewegung. Die SPD sieht die Staatsregierung in der Verantwortung.
Die SPD kritisiert die bayerische Staatsregierung wegen mangelndem Tempo beim Ausbau der Nürnberger S-Bahn scharf. Es brauche mehr Tempo und Engagement, heißt es in einer Pressemitteilung der mittelfränkischen Sozialdemokraten. Der Bundestagsabgeordnete Carsten Träger, der zugleich der Vorsitzende der Mittelfranken SPD ist, betont laut Mitteilung, dass zahlreiche Maßnahmen laut Gutachtern wirtschaftlich und sinnvoll seien – dennoch passiere „zu wenig“.
Bislang habe die Staatsregierung lediglich die Erweiterung der S-Bahn auf der Strecke zwischen Roth und Hilpoltstein aufgenommen. Träger meint: „Das ist viel zu wenig und viel zu langsam. Wer den Menschen in der Metropolregion Nürnberg jahrelang bessere Verbindungen verspricht, muss jetzt auch handeln.“ Weiter spricht der Bundestagsabgeordnete aus Fürth von „Stillstandspolitik“.
Weiter fordert die SPD von der CSU-geführten Staatsregierung auf, noch in der ersten Jahreshälfte ein verbindliches Umsetzungsprogramm vorzulegen. „Die Menschen in der Region brauchen keine PowerPoint-Folien, sondern dichtere Takte, bessere Anschlüsse und weniger Stau“, sagt Träger.
Seine Kritik bezieht sich auf das „Ausbauprogramm S-Bahn Nürnberg“. Sowohl 2024 als auch 2025 hatten Gutachter des Freistaats Abgeordneten, Landräten und Bürgermeistern der Region Untersuchungsergebnisse vorgestellt, wonach verschiedene Ausbaumaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll seien.
Dazu zählten beispielsweise eine S-Bahn-Verlängerung von Neustadt an der Airsch nach Steinach (bei Rothenburg ob der Tauber) oder die Einführung einer Express-S-Bahn von Nürnberg nach Ansbach sowie Crailsheim. Christian Bernreiter (CSU), der bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, sprach im Oktober davon, dass ihn die Ergebnisse der Gutachter anspornten, um die entsprechenden Projekte voranzutreiben.
Weiter sagte Bernreiter laut einer Mitteilung seines Hauses: „Allerdings stellen uns die wirtschaftliche Lage und die haushälterische Situation vor große Herausforderungen.“ Der Bund müsse die Regionalisierungsmittel deutlich erhöhen, damit Bayern das bestehende Nahverkehrsangebot aufrechterhalten und neue Projekte starten könne.
Immerhin für die Verlängerung der S2 bis nach Hilpoltstein haben der Freistaat und die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr 2025 eine Planungsvereinbarung unterzeichnet. Damit wächst das Nürnberger S-Bahn-Netz laut Bahn auf 345 Kilometer an. Sobald das Projekt umgesetzt ist, sei es das sechstgrößte in Deutschland.
