Doch die Unterstützung entsprach möglicherweise nicht ganz den Erwartungen des Verwaltungschefs. Auf Nachfrage teilt Pressesprecher Drago Bock MDR SACHSEN-ANHALT mit: „Die Bewältigung und Bandbreite der Aufgaben erfordert eine umfassende Lösungskompetenz in allen die Kommune betreffenden Themen, ein überdurchschnittliches hohes Maß an Kenntnissen der externen wie internen Verwaltungsarbeit. […] Der Einsatz dieser Kompetenzen – gekoppelt mit einer außerordentlichen Einsatzbereitschaft – müssen schlussendlich zwingend zu ergebnisorientierten Entscheidungen und Lösungen führen.“ Vogt galt schon länger als unzufrieden mit der Arbeit seines Büros. Mit dem harten Durchgreifen am Rande der Vorgänge um Achmed Großer scheint Vogt die sich bietende Chance ergriffen zu haben, grundsätzlich in seinem engsten Umfeld aufzuräumen.
Neuer Büro-Chef ist ein Altbekannter
Die Leitung des Büros soll laut Stadt Reik Möller übernehmen. Er war bereits an der Seite von Bernd Wiegand (parteilos) und Egbert Geier (SPD) Referent des Oberbürgermeisters, ist innerhalb des Ratshofes ausgesprochen beliebt und gilt unter Kennern als Prototyp eines modernen Verwaltungsangestellten. Für die vakante Position des Referenten kündigt Vogt in der Stellungnahme eine Lösung Anfang Februar an.
Stadträte zwischen Irritation und Zustimmung
Erste Reaktionen kommen aus dem Stadtrat von Halle. Während sich SPD-Fraktionschef Eric Eigendorf nicht äußern wollte, begrüßte Grünen-Chefin Melanie Ranft Vogts Handeln. Es habe in letzter Zeit häufiger geknirscht, so Ranft. Hauptsache-Halle-Chef Andreas Wels spricht von „überraschenden Veränderungen“, stellt sich jedoch hinter Vogt. Die personelle Aufstellung des Büros liege allein in der Verantwortung des OB.
Vogts schärfste Kritikerin im Stadtrat ist die Hallesche Linken-Chefin Katja Müller. Sie sagte, das Personalkarussell wirke „kopflos und chaotisch“. Der Stadtrat habe Vogt etwa vor der Einstellung des OB-Referenten gewarnt, das sei von Vogt ignoriert und abgewatscht worden. Der Vorgang, dass nun zwei weitere Personen vor die Tür gesetzt werden, wirke wie der Versuch, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.