Der 1. FC Union feiert Geburtstag. Im Vorfeld des 60-jährigen Jubiläums am 20. Januar sprach Präsident Dirk Zingler (61) über:

… den Wettbewerbsnachteil von Union: „Wir planen 2025/26 mit Gesamteinnahmen in Höhe von rund 183 Millionen Euro. Das ist für uns ein außerordentliches Ergebnis. Denn wir haben als Klub einen Nachteil von rund 20 bis 30 Millionen Euro Mindereinnahmen pro Jahr gegenüber Mainz, Augsburg, Gladbach, Bremen oder Köln, weil unser Stadion mit 18.000 Stehplätzen sehr klein ist und weniger Hospitality-Plätze hat. Diesen Nachteil müssen wir versuchen auszugleichen. Deshalb sagen wir: Jedes Jahr, in dem wir mit der kleinen Alten Försterei trotzdem in der Bundesliga spielen, ist für uns super erfolgreich.“

… den Umzug ins Olympiastadion 2027/28, wenn die Alte Försterei ausgebaut wird: „Das ist ja ein Glücksfall. Ich warte auf den Tag, an dem der Umbau beginnt. Weil wir dann nicht in einem Stadion für 22.000, sondern für 70.000 Besucher inklusive 4000 Business Seats spielen. Die Umbauphase, die für ganz viele Vereine eine Risikophase mit sich bringt, ist wirtschaftlich gesehen ein Schlaraffenland. Selbst wenn wir noch ein halbes Jahr länger drübenbleiben, ist es wirtschaftlich kein Fiasko. Aber trotzdem wollen wir so schnell wie möglich zurück. Wir lassen uns nicht bewusst Zeit.“

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… Kritik an der fußballerischen Weiterentwicklung der Bundesliga-Männer: „Ich lese da immer so ein paar kritische Stimmen, dass sich fußballerisch nichts entwickelt. Jeder, der den Fußball bei uns entwickeln will, fliegt raus. Lasst uns versuchen, mit den Mitteln und Rahmenbedingungen, die uns zur Verfügung stehen, erfolgreichen Fußball zu spielen. Das ist etwas, was wir verlangen im Klub: pragmatischen und erfolgreichen Fußball und nicht Fußball, der hohe Risiken beinhaltet, der Spielertypen benötigt, die wir uns gar nicht leisten können. Man darf spielerische Weiterentwicklung beim 1. FC Union verlangen und fordern, aber es wird sie nicht geben.“

„Mit Steffen Baumgart habe ich wenig zu tun!“

… sein Verhältnis zu Trainer Steffen Baumgart: „Das ist gut, auch deshalb, weil wir relativ wenig miteinander zu tun haben. Wenn wir uns sehen, reden wir nicht über Fußball. Ich hatte auch mit Urs Fischer wenig zu tun. Sportgeschäftsführer Horst Heldt ist mein Ansprechpartner.“

… mehrere Entlassungen langjähriger Mitarbeiter zum Jahresende: „Die Entwicklung in den letzten Jahren war rasant – auch bei den Personal- und Sachkosten. Wir spielen nicht mehr international. Das heißt, ich muss dann eben schmerzhafte Entscheidungen treffen. Und es betrifft nicht nur neue Mitarbeiter, sondern auch Mitarbeiter, die schon einige Jahre da waren.“