Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Parlament in Kiew blockiert neuen Verteidigungsminister

Aktualisiert am 13.01.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 10 Min.

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Mychajlo Fedorow will sich am Mittwoch im Parlament erneut als Verteidigungsminister zur Wahl stellen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Fabio Frustaci/imago)

Präsident Wolodymyr Selenskyj scheitert mit einer wichtigen Personalie. Die Bundesanwaltschaft klagt gegen mutmaßliche russische Spione. Alle Entwicklungen im Newsblog.

In der Ukraine verfehlten die Vorschläge von Präsident Wolodymyr Selenskyj für die Ernennung neuer Minister die notwendige Mehrheit im Parlament. In der Obersten Rada fanden sich nicht genug Unterstützer für eine Abstimmung über die Kandidatur Mychajlo Fedorows. Der 34-Jährige hatte zuvor das 2019 geschaffene Digitalisierungsministerium geleitet. Fedorow wäre der vierte Verteidigungsminister seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 gewesen. Seine Kandidatur war laut Verfassung von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingereicht worden. Erwartet wird ein neuer Versuch am Mittwoch.

Ebenso scheiterte vor dem Hintergrund von massiven Ausfällen bei Strom und Heizung die Ernennung von Ex-Verteidigungsminister Denys Schmyhal zum neuen Energieminister. Schmyhal fehlten 16 Stimmen für seine Bestätigung. Schmyhal war zuvor als Verteidigungsminister entlassen worden. Er stand dem Ressort nur sechs Monate vor. Davor war er mehr als fünf Jahre Regierungschef. Der 50-Jährige gilt als loyal gegenüber Selenskyj.

Entlassen wurde der Chef des Geheimdienstes SBU Wassyl Maljuk. Faktisch leitete er die Behörde seit dem Sommer 2022. In dieser Zeit führte der SBU teils spektakuläre Angriffe auf russische Militärstützpunkte durch. Mehrere hochrangige Militärs hatten sich gegen die von Selenskyj eingeleitete Entlassung ausgesprochen. Auch der Verteidigungsausschuss des Parlaments gab erst im zweiten Anlauf seine Zustimmung.

Im Schwarzen Meer sind am Dienstag zwei griechische Öltanker von Drohnen getroffen worden. Die beiden Tanker, die unter maltesischer Flagge fahrende „Matilda“ und die unter liberianischer Flagge fahrende „Delta Harmony“ hätten keine größeren Schäden davongetragen, sagte ein Vertreter des griechischen Marineministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Eines der Schiffe sollte an der russischen Küste kasachisches Öl verladen.

Weder die griechischen noch die kasachischen Behörden machten Angaben dazu, wer hinter dem Angriff steckt. Auch die Ukraine, die als Reaktion auf Moskaus Angriffskrieg immer wieder den russischen Energiesektor angreift, äußerte sich zunächst nicht.

Der Tanker „Matilda“ war auf dem Weg zu einem Erdöl-Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) in der Nähe des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk, als er angegriffen wurde, wie das staatliche kasachische Energieunternehmen Kazmunaygas mitteilte. „Nach vorläufigen Einschätzungen ist das Schiff weiterhin seetüchtig, und es gibt keine Anzeichen für schwerwiegende strukturelle Schäden“, fügte die Firma hinzu. Nach Angaben von Kasachstans Energieministerium hatte der Tanker zum Zeitpunkt des Angriffs keine Ladung an Bord.

Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen zwei mutmaßliche Agenten Russlands erhoben. Die beiden Ukrainer sollen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt haben, um einen späteren Versand von Brandsätzen auszutesten.