Rhein Fire hat sich – wie drei weitere Teams der European League of Football – gegen die vermeintliche Einigung der Teamvereinigung European Football Alliance mit der bisherigen Liga entschieden und sich der neu gegründeten American Football League Europe angeschlossen. War das der richtige Schritt? Glaubt man den Meldungen von Foot Bowl heißt die Antwort wohl: ja. Wie das Football-Onlinemagazin unter Berufung auf Informationen aus dem Kreis der EFA meldet, stehe die ELF wohl vor dem endgültigen Aus, da Gespräche über den Einstieg eines Investors angeblich gescheitert seien.

Welche Teams werden sich die Schiris künftig auf dem Platz und beim Videobeweis anschauen? Das steht noch nicht endgültig fest.
© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka
Für die ELF-Teams bleiben nun zwei Möglichkeiten: Entweder die Gründung einer eigenen EFA-Liga oder der Anschluss an die AFLE. Der „League Europe“, wie sich die AFLE kurz nennt, gehören aktuell die bisherigen ELF-Teams Rhein Fire, Panthers Wroclaw, Berlin Thunder und Vienna Vikings sowie die Alpine Rams aus Biel (Schweiz) und ein noch namenloses Team aus Paris an.

Mit diesem Thema muss sich Rhein Fire nur noch am Rande beschäftigen. Stattdessen können sich die Duisburger Footballer nun darauf konzentrieren, das Team für die Saison 2026 zusammenzustellen. Die wichtigste Position haben die Weinroten nun besetzt. Neuer Cheftrainer ist Mark Ridgley. Mit der Verpflichtung des US-Amerikaners setzte der zweimalige ELF-Meister „bewusst auf internationale Erfahrung, klare Strukturen und einen langfristigen sportlichen Anspruch zum Start der neuen American Football League Europe“, erklärte Fire in seiner Mitteilung.
Meine Zeit in der NFL hat mich gelehrt, dass auf höchstem Niveau die kleinsten Details den größten Unterschied machen.
Mark Ridgley, Cheftrainer von Rhein Fire
Von 2012 bis 2020 gehörte der heute 40-jährige Ridgley zum Coaching Staff der San Diego beziehungsweise Los Angeles Chargers in der NFL. „Im Laufe der Zeit übernahm er dort zunehmend Verantwortung im Trainerteam der offensiven Positionsgruppen – vom Coaching Administrative Assistant im Jahr 2012 bis zum Running Backs Coach in seiner letzten NFL-Saison“, so Fire. „Meine Zeit in der NFL hat mich gelehrt, dass auf höchstem Niveau die kleinsten Details den größten Unterschied machen. Alles zählt. Diese Denkweise bringe ich zu Rhein Fire: zielgerichtete Vorbereitung, Verantwortungsbewusstsein in jeder Handlung und einen hohen Anspruch an das tägliche Arbeiten“, wird der neue Headcoach in der Mitteilung zitiert. In der ELF war er bei den Madrid Bravos und den Fehérvár Enthroners tätig.
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Derweil hat Rhein Fire den ersten Neuzugang verkündet: Offensive Lineman Tobias Braun spielt nun in Duisburg. Der Freiburger kommt vom (möglicherweise im wahrsten Sinne des Wortes) letzten ELF-Meister, den Stuttgart Surge, und bringt Erfahrung aus dem College-Football mit. Dort spielte er für die Ole Miss Rebels und die Arkansas State Red Wolves. „Mit Tobias Braun holen wir eines der Top-Talente des deutschen Footballs an den Rhein. Durch seine langjährige Erfahrung in den USA auf Division-I-Niveau sowie zuletzt in Stuttgart bringt er wertvolle Qualität und Stabilität in unsere Offensive Line. Mit seiner Größe von zwei Metern, seiner Physis und seinem hohen Football-IQ wird er eine Schlüsselrolle einnehmen und uns helfen, wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Offense zu setzen“, sagt Sportdirektor Rohat Dagdelen über die Verpflichtung des 25-Jährigen.
Bereits zuvor hatte Rhein Fire die Verlängerungen mit O-Liner Sven Breidenbach, Wide Receiver Harlan Kwofie und den Defensivspielern Jason Chikere und Stewar Mosquera verkündet.
Neue internationale Indoor-Liga
In der Saison 2026 wird es eine weitere internationale Football-Liga geben. Allerdings handelt es sich hierbei um so genannten Arena Football, also um die Indoor-Variante mit einem kleineren Spielfeld. Die IAL führt dabei Teams aus Europa, den USA und Kanada zusammen. Auch im Rheinland wird mit den Düsseldorf Warriors, die ihre Heimspiele im PSD Bank Dome austragen werden, ein Team vertreten sein. Die weiteren Mannschaften aus Europa sind die Stuttgart Stallions, Zürich Ibexx, Glasgow Tartans sowie die England Eruptors aus Nottingham. In den USA spielen die Cincinnati Slingers, Las Vegas Rockers, Utah Great 8 und Arizona Juggernauts. Hinzu kommen die kanadischen Teams Halifax Highlanders und Saskatoon Krushers.