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Die Deutsche Bahn startet in Frankfurt neue Großprojekte. Doch was genau wird sich alles in der Mainmetropole ändern? Hier ein Überblick.
Frankfurt – Für dieses Jahr hat die Deutsche Bahn zahlreiche Großprojekte in Frankfurt angekündigt. Voraussichtlich im Frühjahr will sie mit dem Bau der dritten Mainbrücke in Niederrad beginnen.
In Niederrad wird die alte Fachwerkbrücke ersetzt, und außerdem baut die Bahn eine dritte Mainbrücke. © Andreas Arnold/Andreas Arnold
Dort gibt es bereits eine Stabbogenbrücke für die S-Bahn-Linien 8 und 9 und die alte Niederräder Brücke, eine Fachwerkbrücke. Die Fachwerkbrücke wird durch ein neues Bauwerk ersetzt. Die vorhandene Stabbogenbrücke bleibt stehen. Für Fernzüge wird eine neue Eisenbahnbrücke als Stabbogenbrücke aus Stahl gebaut. Sie besteht aus einer 70 Meter langen Vorlandbrücke und einer 150 Meter langen Mainbrücke. Die Pfeiler werden im Fluss gegründet.
Neue S-Bahn-Station am Danziger Platz in Frankfurt
Im Rahmen des Projekts baut die Bahn die Strecke zwischen Zeppelinheim, Stadion und dem Abzweig Gutleuthof nördlich des Mains um zwei weitere Gleise aus. Weil die Strecke dadurch breiter wird, baut sie auch mehrere Eisenbahnüberführungen im Gutleut und in Niederrad aus.
Für die nordmainische S-Bahn beginnt im März der Bau der unterirdischen S-Bahn-Station Danziger Platz, wie die Bahn weiter mitteilt. Die Baustelle ist nahe der U-Bahn-Station Ostbahnhof beziehungsweise der Bahnstation Frankfurt-Ost. Zwischen Konstablerwache und Ostbahnhof baut die Bahn im Rahmen des Projekts, das Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen sein soll, zwei Tunnelröhren auf einer Strecke von 1,4 Kilometern. Im Sommer 2026 beginnt der Bau der Unterführung an der Ernst-Heinkel-Straße in Frankfurt Fechenheim. Die nordmainische S-Bahn fährt künftig von Frankfurt über Maintal nach Hanau auf zwei neu gebauten Gleisen.
Die Arbeiten am Danziger Platz für die nordmainische S-Bahn sollen beginnen. © Monika Müller/Monika Müller
Das neue Gleis 25 am Frankfurter Hauptbahnhof baut die Bahn den Angaben zufolge ab Mai dieses Jahres. Das Gleis 25 entsteht neben dem vorhandenen Gleis 24 an der Nordseite des Bahnhofs. Den Außenbahnsteig von Gleis 24 baut die Bahn zu einem Mittelbahnsteig um. Der Parkplatz zwischen Bahnsteig und Poststraße fällt weg. Die Poststraße wird während der Bauzeit zur Einbahnstraße. Im Juli 2027 soll das Projekt fertig sein. Das neue Gleis soll dabei helfen, Regional- und Fernzüge zu entflechten.
Auch über Frankfurt hinaus kündigt die Bahn weitere Projekte an, dazu die Arbeiten für den viergleisigen Ausbau der Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen. Dafür wird die Strecke in den Osterferien gesperrt.
In Mainz stehen die Arbeiten für das digitale Stellwerk an (bis September), ebenso in Kassel mit einer Sperrung im Oktober. Das elektronische Stellwerk in Flörsheim wird ebenfalls erneuert, eine Sperrung ist für Oktober bis November angekündigt. Von Troisdorf bis Wiesbaden geht die Generalsanierung auf der rechten Rheinseite weiter, wovon unter anderem die Strecke im Rheingau-Taunus-Kreis betroffen ist.
Auch nahe der Station Stadion wird gebaut. © Christoph Boeckheler/christoph boeckheler*Bahnhofsvorplätze werden erneuert und Mobilitätsstation geplant
In Friedrichsdorf und Wetzlar werden Bahnsteige erneuert. In Frankfurt arbeitet die Bahn an den Bahnsteigen Frankfurter Berg und Eschersheim. An beiden Stationen ist in Abstimmung mit der Stadt ein neuer Bahnhofsvorplatz geplant mit Fahrradparken und einer Mobilitätsstation, neuer Beleuchtung und neuem Bodenbelag. Insgesamt arbeitet die Bahn den Angaben zufolge im Jahr 2026 bundesweit an etwa 28 000 Baustellen.
Die Regionaltangente West (RTW) wird in diesem Jahr ebenfalls weitergebaut. Wie eine Sprecherin der Planungsgesellschaft mitteilt, zählen dazu eine Bahnbrücke über die Bahnstrecke von Frankfurt nach Friedberg im Abschnitt Nord, wo auch der Bau des Brückenzugs in Eschborn beginnt. Im Abschnitt Mitte steht der Einschub einer Bahnbrücke bei Kelsterbach an. Parallel beginnen die Bauarbeiten für den RTW-Tunnel am Bahnhof Höchst bei laufendem, wenn auch eingeschränktem Betrieb. Im Abschnitt Süd 1 lässt die Planungsgesellschaft eine Bahnbrücke an der Isenburger Schneise einschieben. Am Bahnhof Neu-Isenburg entsteht ein Kreuzungsbauwerk, wo ein RTW-Tunnel neun bestehende Gleise unterquert.
Die RTW ist eine 52 Kilometer lange Bahnverbindung im Norden, Westen und Süden von Frankfurt. Sie verbindet Bad Homburg und Bad Soden im Norden unter anderem mit Frankfurt-Praunheim, Eschborn, dem Industriepark Höchst, Frankfurter Flughafen, Waldstation, Neu-Isenburg sowie Dreieich. Erste Züge sollen frühestens Ende 2029 auf einer Teilstrecke fahren. Die vollständige Betriebsaufnahme der RTW ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2030 geplant.
Den Zuschlag für die Schienenfahrzeuge hat Stadler Rail erhalten. Das Unternehmen liefert 27 Zweisystem-Fahrzeuge. Sie können auf Straßenbahngleisen und S-Bahn-Gleisen fahren. Die ersten Züge kommen für Testfahrten im Herbst 2028. Bis voraussichtlich Herbst 2030 soll die komplette Flotte geliefert sein. Die Züge sind 50 Meter lang und bieten Platz für 360 Fahrgäste pro Zug. Stadler Rail kümmert sich vertragsgemäß drei Jahrzehnte lang um Wartung und Ersatzteile.
Eine S-Bahn-Station in Frankfurt ist weiterhin nicht barrierefrei. Die Umsetzung einer Machbarkeitsstudie lässt nach wie vor auf sich warten.