Für Mittwoch ruft die Gewerkschaft Verdi das Pflegepersonal am Uniklinikum Frankfurt zum Warnstreik auf – zum zweiten Mal in der laufenden Tarifrunde der Länder. Das Klinikum schließt einige Stationen, reduziert Betten und sagt geplante Operationen ab.

Menschen mit Warnwesten und Flaggen vor Klinikeingang

Kundgebung beim letzten Warnstreik im Dezember vor dem Haupteingang des Klinikums.
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Von Beginn der Frühschicht an um 6 Uhr morgens bis zum Ende der Spätschicht um 22 Uhr sollen die Beschäftigten aus der Pflege und weiteren Bereichen am Mittwoch ihre Arbeit niederlegen, hieß es von der Gewerkschaft Verdi. Es sei mit „erheblichen Einschränkungen der medizinischen Versorgungsleistung“ zu rechnen, teilte ein Sprecher des Klinikums am Dienstag mit.

Einige Stationen würden vollständig geschlossen, in weiteren Stationen werde die Bettenzahl reduziert. Geplante Operationen und andere Eingriffe müssten weitgehend abgesagt oder verschoben werden. Die Notfallversorgung sei aber gewährleistet.

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00:43 Min.|Lars Hofmann

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Tarifverhandlungen in Potsdam festgefahren

Hintergrund des Streiks ist laut Verdi die zweite Verhandlung im Rahmen der Tarifrunde der Länder in Potsdam, die am Donnerstag und Freitag stattfinden soll. Die erste Verhandlungsrunde Anfang Dezember hatte keine nennenswerten Fortschritte gebracht.

Grundsätzlich betreffen die Potsdamer Verhandlungen den öffentlichen Dienst in Hessen nicht, da das Bundesland nicht Teil der Tarifgemeinschaft ist.

Einzige betroffene Klinik in Hessen

Laut Verdi ist das Frankfurter Uniklinikum der einzige Betrieb in Hessen, der dennoch an diesen Vertrag gebunden sei. Dem Klinikum zufolge stimmt das genau genommen nicht: Der eigene Haustarifvertrag sei allerdings an die Vereinbarungen aus dem Tarifvertrag der Länder angelehnt.

In Potsdam fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt im Monat, wobei die unteren Lohngruppen mindestens 300 Euro mehr bekommen sollen. Außerdem fordert die Gewerkschaft mehr Geld und Übernahmegarantien nach der Ausbildung für Nachwuchskräfte sowie höhere Zeitzuschläge.

Mehr Geld für teures Wohnen in Frankfurt gefordert

Für das Personal an der Frankfurter Uniklinik hat die Gewerkschaft zudem eine spezielle Forderung aufgestellt: Eine „Genau-hier-Zulage“ von 300 Euro, die den gestiegenen Wohn- und Lebenskosten in Frankfurt Rechnung tragen solle. „Wir können uns die Stadt, in der wir arbeiten, nicht mehr leisten“, erklärte Yuna Schäfer, Auszubildene zur Pflegefachfrau und Mitglied der betrieblichen und der Bundesjugendtarifkommission.

Schon vor einem Monat hatte Verdi die Beschäftigten einen Tag zum Warnstreik aufgerufen – mit etwa den gleichen Auswirkungen wie für Mittwoch angekündigt. Auch soll es wie schon im Dezember am Morgen eine einstündige Kundgebung vor dem Haupthaus des Klinikums geben.

Universitätsklinikum in Frankfurt

Redaktion:
Pia Stenner

Sendung:
hessenschau.de, Zweiter Warnstreik am Uniklinikum Frankfurt, 13.01.2026, 17:52 Uhr

Quelle: hessenschau.de