US-Senator Chris Murphy warnt: Eine US-Annexion Grönlands könnte die NATO in die Krise stürzen und einen Konflikt mit Europa auslösen. Dänemark und EU warnen.

Der demokratische US-Senator aus Connecticut, Chris Murphy, erklärte, eine mögliche Annexion Grönlands durch die Vereinigten Staaten könnte den Zerfall der NATO heraufbeschwören und einen militärischen Konflikt mit Europa auslösen.

Seine Äußerungen folgten auf die Einbringung eines Gesetzentwurfs durch den republikanischen Kongressabgeordneten Randy Fine, der die Annexion Grönlands und seine Aufnahme als US-Bundesstaat vorsieht. Murphy warnte, ein solcher Schritt würde die NATO in eine unauflösbare Lage bringen: Das Bündnis wäre verpflichtet, Grönland zu verteidigen – mit der Konsequenz, dass ein direkter militärischer Zusammenstoß zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten, darunter dem Vereinigten Königreich und Frankreich, möglich würde.

Der Senator übte zudem Kritik an US-Präsident Donald Trump. Anstatt sich den Anliegen der Amerikaner zu widmen, befasse er sich mit Vorhaben, die für sie keine greifbare Relevanz hätten, so Murphys Einschätzung. Als Beispiele nannte er Debatten über einen Einmarsch in Grönland, Eingriffe in Venezuelas Wirtschaft und andere Projekte ohne Bezug zu innenpolitischen Prioritäten.

Grönland gehört zum Königreich Dänemark, doch Donald Trump hat wiederholt erklärt, die Insel solle Teil der Vereinigten Staaten werden, da sie für die nationale Sicherheit strategisch bedeutsam sei. Der US-Präsident schloss den Einsatz militärischer Mittel zur Durchsetzung der Kontrolle über Grönland nicht aus und wich einer klaren Antwort darauf aus, ob ihm der Erhalt der NATO oder der Erwerb der Insel wichtiger sei.

Die Behörden Dänemarks und Grönlands warnten Washington vor jedem Versuch, die Insel zu vereinnahmen, und pochten auf die Achtung ihrer territorialen Unversehrtheit. Im Januar berieten die EU-Staaten über mögliche Reaktionen, falls die US-Drohungen gegenüber Grönland konkret würden.

Grönland war bis 1953 dänische Kolonie. Es gehört weiterhin zum Königreich, verfügt jedoch seit 2009 über weitreichende Autonomie, einschließlich Selbstverwaltung und Kontrolle über innere Angelegenheiten.