Malmö. Der Olympiazweite Truls Möregardh hat beim Europe Smash in Malmö vor heimischem Publikum den beeindruckenden Lauf von Benedikt Duda gestoppt. Nur einen Tag nach seinem 4:0-Triumph über World-Cup-Sieger Hugo Calderano stand der EM-Zweite in seinem ersten Grand-Smash-Halbfinale gegen den von den schwedischen Fans frenetisch angefeuerten WM-Finalisten von 2021 auf verlorenem Posten. Möregardh trifft nun im Endspiel am Sonntag auf den Weltranglistenersten Lin Shidong, der im Viertelfinale den Düsseldorfer Dang Qiu ausgeschaltet hatte.

Duda: „Truls steht verdient im Finale“

Nur im zweiten Durchgang durfte Benedikt Duda zwischenzeitlich auf einen Satzgewinn hoffen. Er unterlag im hochklassigen Duell der Nummern zehn und sieben der Welt mit 7:11, 9:11, 7:11 und 6:11 und erkannte anschließend die Überlegenheit des Schweden neidlos an: „Natürlich hätte ich mich lieber anders aus dem Grand Smash verabschiedet. Aber Truls war heute – so wie auch beim letzten Vergleich gegen mich – einfach zu stark und steht verdient im Finale. Ich habe gegen ihn einfach noch keine funktionierende Taktik gefunden. So wie er heute gespielt hat kann es aber sein, dass ich gegen den späteren Turniersieger verloren habe.“

„Ich kann sehr stolz auf mich sein“

Unabhängig von seinem Ausscheiden gegen seine konstant starken Leistungen Duda weiteren Antrieb: „Ab morgen werden ich aber sehr zufrieden sein und dann lacht für mich auch wieder die Sonne. Mein dritter Platz beim Grand Smash ist ein super Ergebnis, auch wenn mich Leute auf Social Media dafür schon wieder beschimpfen – das ärgert mich sehr! Wenn ich aber sehe, was ich die letzten ein bis eineineinhalb Jahre leiste, dann kann ich auf jeden Fall sehr stolz auf mich sein.“

Das stärkste Jahr seiner Laufbahn

Benedikt Dudas Traum vom Finaleinzug mag diesmal noch geplatzt sein. Doch wer den kometenhaften Aufstieg und die Ergebnisse des ehrgeizigen Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten verfolgte, der zweifelt nicht daran, dass der nächste bedeutende Erfolg bereits vor der Tür steht.

Denn die Karriere des Spätstarters zählt zu jenen, die Zeit, Erfahrung, Geduld und viel Trainingsschweiß benötigen, um sich voll zu entfalten. Umso bemerkenswerter ist die Art und Weise, wie sich seine Laufbahn entwickelt hat. Der Bergneustädter spielt das bislang stärkste Jahr seiner Laufbahn – der Halbfinaleinzug in Malmö in der höchsten Turnierkategorie Grand Smash ist weiterer herausragender Beleg unter vielen.

Später, aber unaufhaltsamer Aufstieg in die Weltspitze

Gereift in seinem Heimatverein TTC Schwalbe Bergneustadt sowie durch kontinuierliche Verbesserungen in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft gelang Benedikt Duda der endgültige Durchbruch spät, aber umso eindrucksvoller. Bei der Europameisterschaft 2024 in Linz erkämpfte er sich im Oktober Silber und bezwang dabei Spieler wie Felix Lebrun und Dimitrij Ovtcharov.

Nach Linz erfolgte der Aufstieg in die absolute Weltspitze dann Schlag auf Schlag: Beim WTT Champions in Montpellier eliminierte er auf dem Weg in das Halbfinale Topchinesen. Beim World Cup in Macau erreichte Duda das Viertelfinale und unterlag Weltmeister Wang Chuqin nur hauchd+nn. In Skopje gewann der Linkshänder 2025 ein Jahr nach seinem Erfolg in Mendoza seinen zweiten Contender-Titel. Zum Meilenstein seiner Karriere wurde zudem vor zweieinhalb Wochen der zweite Platz beim WTT Star Contender in Foz do Iguaçu, der den bescheidenen Star erstmals in die Top Ten der Weltrangliste und damit an die Spitze des deutschen Herren-Tischtennis katapultierte.

Dudas herausragende Bilanz in Malmö bringt neues Karrierehoch

Übrigens: Den Einzug in das Halbfinale mit unter anderem dem 4:0 über den WM-Zweiten Calderano (Brasilien) beim Europe Smash in Malmö gelang Duda mit nur zwei verlorenen Sätzen. Das herausragende Ergebnis reiht sich nahtlos in eine bemerkenswerte Entwicklung ein, die zweifellos noch lange nicht ihr Ende gefunden zu haben scheint. Als Trost für die Semifinalniederlage gegen Möregårdh nimmt Benedikt Duda 25.250 Dollar Preisgeld und – für ihn viel wichtiger – 700 Weltranglistenpunkte mit nach Hause. Damit dürfte Duda in der neuen Notierung des Weltverbands ITTF am Dienstag auf ein neues Karrierehoch verzeichnen und erstmals Platz acht im internationalen Ranking belegen.

 

Europe Smash in Malmö – Die Spiele der Herren am Samstag

Herren-Einzel, Halbfinale
Lin Shidong CHN – Simon Gauzy FRA 4:3 (4,-7,-9,-5,8,9,7)
Benedikt Duda – Truls Möregardh SWE 0:4 (-7,-9,-7,-6)

Europe Smash in Malmö – Die Spiele am Sonntag

Herren-Einzel, Finale
Truls Möregardh SWE – Lin Shidong CHN 18 Uhr

Damen-Einzel, Finale
Sun Yingsha CHN – Wang Manyu CHN 17 Uhr

Links

Das deutsche Aufgebot beim Europe Smash in Schweden

Herren-Einzel
Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT), Dimitrij Ovtcharov (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach), Kay Stumper (Post SV Mühlhausen)
Herren-Doppel
Benedikt Duda/Patrick Franziska
Damen-Einzel
Ying Han (KTS Tarnobrzeg, Polen), Sabine Winter (TSV Dachau), Yuan Wan (TTC Weinheim), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Annett Kaufmann (SV DJK Kolbermoor), Franziska Schreiner (TSV Langstadt)
Damen-Doppel
Sabine Winter/Yuan Wan (TTC Weinheim), Annett Kaufmann/Yangzi Liu AUS, Xiaona Shan/Ng Wing Lam HKG
Gemischtes Doppel
Patrick Franziska/Annett Kaufmann
Betreuer
Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Lars Hielscher (Cheftrainer Herren Düsseldorf)
Tamara Boros (Bundestrainerin Damen), Zoltán Bátorfi (Assistenz-Bundestrainer Damen)