Mit Tempo 50 anstatt 100 Kilometer pro Stunde werden die Autofahrer seit Monaten auf der Industriestraße im Kölner Norden „ausgebremst“. Ein Unfall im Sommer 2024 hatte das Kölner Mobilitätsdezernat zu der Geschwindigkeitsreduzierung auf dem Abschnitt zwischen Merianstraße und dem Niehler Ei veranlasst. Vorübergehend, wie die Verwaltung im Verkehrsausschuss schon im September 2024 mitteilte.
Dieses Versprechen der Stadt könnte sich nun bald bewahrheiten: Denn laut einer Beschlussvorlage vom vergangenen Freitag plant das Mobilitätsdezernat, den Grund für die Temporeduzierung im Frühjahr dieses Jahres zu beseitigen. Die in die Jahre gekommenen Leitplanken entlang der Industriestraße sollen komplett abgebaut und durch sicherere Schutzplanken ersetzt werden. Zudem sollen parallel dazu die Entwässerung der Straße verbessert und Fahrbahnschäden behoben werden. Nach den Baumaßnahmen soll dann auch wieder Tempo 100 auf der Industriestraße eingeführt werden, teilt die Verwaltung auf Nachfrage der Rundschau mit.
Die Kosten der genannten Baumaßnahmen werden seitens der Verwaltung mit rund vier Millionen Euro angegeben, wobei der Großteil des Geldes (knapp 3,3 Millionen Euro) laut der Beschlussvorlage für den Austausch der Leitplanken verwendet werde.

Blick auf die Industriestraße, auf der seit einem Unfall in die Leitplanken im Sommer 2024 nur noch Tempo 50 statt 100 erlaubt ist.
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Autofahrer, die sich seit Monaten regelmäßig über Tempo 50 auf der breiten, zweispurigen Industriestraße ärgern, werden diese Nachrichten der Verwaltung sicher erfreuen. Allerdings gibt es seit November letzten Jahres eine bauliche Änderung auf der Fahrbahn der Industriestraße, die das Zeug hat, das Nervenkostüm der Autofahrer auf dieser viel befahrenen Straße im Kölner Norden weiter zu strapazieren. Vor dem Niehler Ei sollen sogenannte Rüttelstreifen auf der Fahrbahn darin erinnern, dass die Autos und Lkw ihre Geschwindigkeiten anpassen. Die Einfräsungen der quer zur Fahrbahn angelegten „Rumpelstreifen“ wurden erstmalig in Köln angewandt und sollen dort dauerhaft bleiben, bestätigt die Stadt.
Ziel sei es, so die Stadt weiter, die Autofahrerinnen und -fahrer zusätzlich zu sensibilisieren und somit das Unfallrisiko zu verringern. Vor dem Niehler Ei gilt aktuell Tempo 30, weil es in diesem viel befahrenen Abschnitt in der Vergangenheit vermehrt zu Unfällen gekommen war, benennt die Stadt den Grund dieser neuen Maßnahme.
Parallelen zum Tempolimit auf der Zoobrücke
Wer mit dem Auto regelmäßig über die Zoobrücke mit dem Auto oder Lkw fährt, entdeckt Parallelen. Denn auch auf der Kölner Rheinbrücke hatte ein Jahr vorher ein Unfall an der Fahrbahnbegrenzung dafür gesorgt, dass die Geschwindigkeit von 80 auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert wurde. Auch hier sollte die Maßnahme nur vorübergehend sein. Doch anders als im Kölner Norden müssen sich die Autofahrer auf der Zoobrücke wohl noch länger an Tempo 50 halten.
Zum Hintergrund: Ein Pkw war im Oktober 2023 über die sogenannte Schrammborde auf den Radstreifen gefahren. Die Verwaltung hatte damals entschieden, dass diese knöchelhohe „passive Schutzeinrichtung“ nicht mehr dem Stand der Technik entspräche und damit eine Gefahr für den Radverkehr darstelle. Es wurde seitdem nach einer dauerhaften alternativen Lösung gesucht.
Die Stadt teilte am Dienstag auf Nachfrage der Rundschau mit, dass die Erneuerung der passiven Schutzeinrichtungen erst mit der Gesamtinstandsetzung der Zoobrücke/Stadtautobahn erfolgen werde, da größere bauliche Änderungen notwendig seien. „Ein diesbezüglicher Terminplan kann daher heute noch nicht mitgeteilt werden“, so die Stadt.
