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Aktuelle News zu den Protesten im Iran: Donald Trump droht dem Regime weiter. Die Zahl der Toten bei den Protesten steigt derweil.
Update, 10:46 Uhr: Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, ruft die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten zu verstärkter Solidarität mit den iranischen Demonstranten auf. In einem Gespräch mit Euronews erklärte sie: „Wir sind der Meinung, dass 2026 das Jahr sein sollte, in dem Diktaturen enden“. Europa müsse jetzt deutlich machen, dass das „Regime“ im Iran vor dem Aus stehe. Die Europäische Union habe die Möglichkeit, sich für die Freiheit stark zu machen und dabei Entschlossenheit, Stärke und Klarheit zu demonstrieren.
Metsola bezog sich dabei auf ähnliche Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte erklärt: „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.“
Update, 10:24 Uhr: Nach den schweren Unruhen und landesweiten Aufständen im Iran sind die Proteste einem Bericht zufolge deutlich abgeflacht. Am Dienstag wurden einer Analyse des amerikanischen Critical Threats Project (CTP) zufolge nur noch sieben Proteste in sechs Provinzen registriert. Das CTP wird von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben.
Der Bericht wies jedoch darauf hin, dass aufgrund der Internetsperre nur wenige Informationen nach außen gelangen. Am vergangenen Donnerstag zählte das CTP noch 156 Demonstrationen in 27 der 31 iranischen Provinzen. Die Autoren verwiesen zudem auf die hohe Zahl an Todesopfern bei den Unruhen, die sich allerdings nicht unabhängig verifizieren ließ. „Das Ausmaß an Brutalität könnte die Demonstrierenden entmutigen und die Häufigkeit der Protestaktivität verringern.“
Iran-Schlag durch USA: Trump von Verbündeten gebremst
Update, 9:27 Uhr: Trump will gegen das Regime im Iran notfalls mit einem Militärschlag vorgehen. Israelische und arabische Regierungsvertreter sollen die Trump-Administration laut einem Bericht des US-Senders NBC News geraten haben, vorerst von einem Angriff auf den Iran abzusehen. Sie argumentieren, das Regime in Teheran sei möglicherweise noch nicht ausreichend geschwächt für einen Sturz durch US-Intervention.
Update, 7:43 Uhr: Die Zahl der Toten bei den Protesten im Iran ist nach Angaben der US-amerikanischen Menschenrechtsgruppe HRANA auf 2571 gestiegen. Damit liegt die Anzahl deutlich über den offiziellen iranischen Regierungsangaben von etwa 2000 Getöteten.
Laut HRANA seien 2403 der ums Leben Gekommenen Demonstranten gewesen, 147 regierungsnahe Personen, zwölf Minderjährige und neun unbeteiligte Zivilisten, wie Reuters berichtet. Ein iranischer Regierungsvertreter hatte am Dienstag noch von rund 2000 Toten gesprochen.
Bericht: Iran-Rivalen raten US-Präsident Trump von Militär-Schlag gegen Mullah-Regime ab
Update, 7:03 Uhr: Vertreter von Rivalen des Irans sollen Donald Trumps Regierung davon abgeraten haben, einen Militär-Angriff gegen das Mullah-Regime zu starten. Israelische und arabische Regierungsvertreter sind laut NBC News der Ansicht, dass die Führung in Teheran noch nicht ausreichend geschwächt sei, um durch einen US-Angriff gestürzt zu werden.
Einige würden es vorziehen, abzuwarten, bis die iranische Führung noch stärker unter Druck gerate, zitierte focus.de aus dem NBC-Bericht. Der wiederum berief sich auf amerikanische Beamte und Regierungsvertreter. Die Lage im Iran entwickele sich derzeit rasch, lautete die Einschätzung.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Fotostrecke ansehenIran-Proteste: Hinrichtungen schon heute befürchtet
Update, 14. Januar, 5:08 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung mit scharfen Konsequenzen gedroht, sollte das Regime Demonstranten hinrichten. Sollte das Regime anfangen, Demonstranten zu hängen, werde es eine sehr scharfe Reaktion geben, sagte Trump dem Sender CBS, wie Reuters berichtet.
Hintergrund ist die bevorstehende Hinrichtung eines 26-jährigen Mannes bereits am heutigen Mittwoch (14. Januar), wie eine kurdische Menschenrechtsorganisation mitteilte.
Donald Trump bei einem Auftritt am 6. Januar. © IMAGO/Daniel Torok/AvalonIran: Trump rät US-Bürgern zur schnellen Ausreise
Update, 22:08 Uhr: Am Nachmittag schrieb Donald Trump auf Truth Social, die Menschen im Iran sollen weiter protestieren, Hilfe sei „unterwegs“. Doch was meint der US-Präsident damit? Auf eine entsprechende Frage erklärte Trump der Presse lediglich: „Das müssen Sie selbst herausfinden.“
Doch nun forderte der Republikaner im Iran lebende US-Bürger sowie Verbündete dazu auf, das Land zu verlassen. „Ich würde sagen, es ist keine schlechte Idee, das Land zu verlassen“, so Trump laut CNN. Die US-Regierung drohte dem Iran in den vergangenen Tagen bereits mehrfach mit möglichen Militärschlägen.
Proteste im Iran: Bereits tausende Menschen getötet
Update, 20:35 Uhr: Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 2500 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen und wies darauf hin, ihr Verifikationsteam sei täglich damit beschäftigt, Todesfälle im Kontext der Massenproteste zu dokumentieren.
Am Dienstag hatte Iran Human Rights (IHRNGO), die ebenfalls in Norwegen registriert sind, die Zahl der getöteten Demonstranten auf mindestens 734 beziffert. Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte.
Update, 19:40 Uhr: US-Präsident Donald Trumps Nahost-Gesandter Steve Witkoff hat sich am Wochenende mit dem iranischen Kronprinzen im Exil, Reza Pahlavi, getroffen. Dies berichtet das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Beamte und informierte Quellen. Demnach habe man sich bei dem geheimen Treffen über die Demonstrationen im Iran ausgetauscht. Pahlavi versuche sich als Interimschef des Iran zu positionieren, sollte das Regime fallen, berichtet Axios. Laut dem Bericht sahen die USA Pahlavi zunächst nicht als wichtigen politischen Akteur. Doch dass sein Name bei den Protesten unter Demonstranten immer häufiger falle, habe US-Beamte überrascht.
Iran droht den USA: Man werde auf jeden Angriff „mit Gewalt reagieren“
Update, 18:19 Uhr: Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami hat den USA mit Angriffen auf Stützpunkte in der Region gedroht, falls die US-Armee den Iran attackieren sollte. „Wir werden auf jeden Angriff gegen uns mit Gewalt reagieren und nicht zulassen, dass uns jemand bedroht“, so Hatami laut dem Sender Al-Dschasira. Er sagte: „Alle US-Stützpunkte und Länder, die Washingtons Aktionen in der Region unterstützen, werden für uns legitime Ziele sein. Dank der Maßnahmen, die wir ergriffen haben, ist unsere Verteidigungssituation im Vergleich zum letzten Krieg gut.“
Update, 18:06 Uhr: Aus dem weitgehend von der Außenwelt abgeschnittenen Iran gelangen trotz Internet-Blockade besorgniserregende Bilder nach außen. Aktivisten und Oppositionelle teilen etwa Videos, die auf dem Boden aufgereihte Leichensäcke mit Toten darin zeigen sollen. Dabei soll es sich um bei den Protesten getötete Demonstranten handeln. Die Videos ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, schüren aber bei vielen die Sorge, dass die Gewalt gegen die Protestierenden ein besonders hohes Maß an Brutalität erreicht haben könnte.
Bereits vor vier Tagen hatte ein persischsprachiges Faktencheck-Team mit Sitz in Kanada ein Video aus einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran analysiert, das verletzte und blutüberströmte Menschen auf dem Boden eines Gebäudes zeigt. Das Portal „Fatnameh“ kam zu dem Schluss, dass die Aufnahmen echt sind – unter anderem, weil sie zuvor nicht im Netz kursierten und mit Details zum aktuellen Geschehen im Iran übereinstimmen.
Im Hintergrund der Proteste im Iran: Botschafter aus Teheran wird vom Auswärtigen Amt einbestellt
Update, 16:30 Uhr: Das Auswärtige Amt in Berlin hat aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten im Iran den iranischen Botschafter einbestellt. „Das brutale Vorgehen des iranischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung ist schockierend“, schrieb das Amt am Dienstag im Kurzbotschaftendienst X. „Wir fordern Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger zu beenden und ihre Rechte zu achten.“
Update, 15:54 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich mit einem neuen Beitrag auf Truth Social über die Demonstrationen im Iran geäußert. Er rief die Iraner dazu auf, Proteste fortzusetzen. „Iranische Patrioten, protestiert weiter – übernehmt eure Institutionen!“, schrieb Trump. Weiter hieß es: „Merkt euch die Namen der Mörder und Misshandler. Sie werden einen hohen Preis zahlen. Ich habe alle Treffen mit iranischen Offiziellen abgesagt, bis das sinnlose Töten von Demonstranten aufhört.“ Der Präsident verkündete: „Hilfe ist unterwegs.“ Er schloss die Nachricht mit der Abkürzung MIGA für „Make Iran Great Again“ (zu Deutsch: Mach den Iran wieder großartig) ab.
Proteste im Iran: Söder ruft nach mehr Unterstützung aus Deutschland
Update, 14:17 Uhr: CSU-Chef Markus Söder wünscht sich in Deutschland mehr Unterstützung für die regimekritischen Demonstrationen im Iran. „Ich finde, wir sollten uns noch engagierter einsetzen für die Freiheit im Iran und für den dortigen Regimewechsel“, sagte der bayerische Ministerpräsident bei der Klausur der CSU-Landtagsabgeordneten im oberfränkischen Kloster Banz.
Im Iran fände möglicherweise eine fundamentale Veränderung eines Regimes statt, „das die Region jahrzehntelang mit Terror versorgt und in Angst gehalten hat – sei es über Hamas, sei es über Hisbollah, sei es über Huthi“, betonte Söder. Wenn jetzt die Menschen im Iran die Kraft aufzustehen fänden und das dortige System nach wie vor maximal repressiv reagiere, „dann sollten wir nicht nur ‚Free Palestine‘“, sondern endlich einmal auch ‚Free Iran‘ fordern“.
Update, 13:40 Uhr: Inzwischen hat der Iran auf die Äußerungen des Bundeskanzlers reagiert. Außenminister Abbas Araghtschi attackierte Merz in den sozialen Medien. „Iraner erinnern sich auch an die widerwärtige Lobpreisung Israels durch Herrn Merz“, schrieb der Minister auf der Plattform X in Anspielung auf Merz‘ umstrittene „Drecksarbeit“-Äußerung. Merz hatte im Juni 2025 die israelischen Angriffe auf den Iran verteidigt und gesagt, dass Israel die Drecksarbeit für alle mache. „Schämen Sie sich. Besser noch: Deutschland sollte seine völkerrechtswidrige Einmischung in unserer Region beenden“, schrieb Araghtschi weiter.
Proteste im Iran: Zahl der Toten steigt dramatisch an
Update, 12:41 Uhr: Weiterhin ist unklar, wie viele Menschen im Iran durch die Proteste ums Leben gekommen sind. Wie Reuters berichtet, sagte ein iranischer Beamter, dass die Zahl der Toten inzwischen mindestens 2000 Menschen beträgt. Die Angaben können nicht unabhängig verifiziert werden. Hilfsorganisationen hatten zuletzt bereits von deutlich höheren Opferzahlen berichtet. Laut Iran International sollen inzwischen 12.000 Menschen während der Proteste im Iran getötet worden sein.
Update, 11:51 Uhr: Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Gewalt der Sicherheitskräfte im Iran gegen Demonstranten verurteilt. Er rief die iranischen Behörden dazu auf, Gewalt gegen friedliche Demonstranten umgehend einzustellen sowie Internet und Telefonleitungen wiederherzustellen. „Das Töten friedlicher Demonstranten muss aufhören, und die Bezeichnung von Demonstranten als ‚Terroristen‘, um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel“, teilte Türk mit. Die Menschen hätten ein Recht darauf, dass ihre Forderungen gehört werden.
Update, 11:24 Uhr: Die Justiz im Iran hat angesichts der laufenden Massenproteste gegen die Staatsführung erste Anklagen in die Wege geleitet. Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere festgenommene Personen Anklage erhoben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Besonders schwere Fälle von „Randalierern“ würden demnach vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der „Kriegsführung gegen Gott“ – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.
Proteste im Iran: Internet wegen „terroristischer Operationen“ blockiert
Update, 11:04 Uhr: Die seit viereinhalb Tagen andauernde landesweite Internetsperre im Iran ist nach Aussage von Außenminister Abbas Araghtschi wegen „terroristischer Operationen“ angeordnet worden. „Das Internet wurde erst gesperrt, nachdem wir mit terroristischen Operationen konfrontiert waren und festgestellt hatten, dass die Befehle aus dem Ausland kamen“, sagte Araghtschi am Dienstag im Sender Al-Dschasira mit Blick auf die Proteste im Iran.
Die Demonstrationen hatten sich Ende Dezember am Zorn über die schlechte Wirtschaftslage entzündet. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Wie die Organisation Netblocks am Dienstag mitteilte, dauert die Internetsperre im Iran inzwischen seit über 100 Stunden an. In der Nacht zum Freitag hatte es im Iran die bisher größten Demonstrationen seit Beginn der Protestwelle gegeben.
Merz zu Protesten im Iran: Appell an iranische Führung
Update, 10:51 Uhr: „Wir rufen die iranische Führung auf, ihre Bevölkerung zu schützen statt zu bedrohen“, schreibt Kanzler Friedrich Merz aktuell auf X zu den Protesten im Iran. „Die Gewalt des Regimes gegen das eigene Volk ist kein Ausdruck von Stärke, sondern von Schwäche. Sie muss sofort enden. Um dem Nachdruck zu verleihen, arbeiten wir an weiteren Sanktionen der EU.“ Bereits am Morgen hatte der CDU-Politiker betont, dass er das Mullah-Regime angesichts der Proteste im Iran am Ende sieht.
Update, 10:32 Uhr: Nach einer tagelangen Kommunikationsblockade können Iranerinnen und Iraner erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet bleibt unterdessen weiter gesperrt, wie Kontakte aus der iranischen Hauptstadt Teheran laut dpa berichteten. Irans Sicherheitsapparat hatte die Bevölkerung angesichts von Massenprotesten seit Donnerstagabend von der Außenwelt abgeschnitten. Bewohner der Millionenmetropole berichteten nun von schrecklichen Tagen. Ein junger Mann sagte: „Wir hören, dass täglich Hunderte Opfer – Tote und Verletzte – in die Krankenhäuser gebracht werden. Die Lage ist nicht gut.“ Und weiter: „Wir wissen nicht, was wir tun sollen.“
Proteste im Iran aktuell: Berichte über „massenhafte Tötungen“ durch Mullah-Regime
Update, 10:13 Uhr: Wie Human Rights Watch in einer Mitteilung bekannt gab, hat das Regime seine Reaktion auf die Proteste im Iran seit dem 8. Januar deutlich verschärft. Die Organisation verweist auf „massenhafte Tötungen“, die im gesamten Land stattfinden. „Trotz der landesweiten Internetsperre erreichen uns weiterhin Berichte über die massenhaften Tötungen von Protesteierenden durch iranische Sicherheitskräfte und andere abscheuliche Übergriffe und Verbrechen“, wird Philippe Bolopion, Geschäftsführender Direktor von Human Rights Watch, zitiert. „Den Inhaftierten drohen geheime, willkürliche Hinrichtungen, da die Behörden die Demonstranten als ‚Feinde Gottes‘ bezeichnet haben, was mit der Todesstrafe geahndet wird.“
Update, 9:52 Uhr: China will angesichts der Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump gegen Handelspartner des Irans seine Interessen wahren. „Es gibt keine Gewinner in einem Zollkrieg“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking angesichts der jüngsten Auswirkungen der Proteste im Iran. China werde seine legitimen Rechte und Interessen entschlossen verteidigen.
Trump hatte angekündigt, dass ab sofort für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, US-Zölle von 25 Prozent gelten sollen. Der Iran ist ein wichtiger Handelspartner für Peking, weil China von dort Öl kauft. Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten im Oktober bei einem Treffen in Südkorea eine Pause im Zollstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt vereinbart.
Aktuelle Proteste im Iran: Trump droht mit Zöllen
Erstmeldung: Teheran – Seit nunmehr zwei Wochen brodeln die Proteste im Iran. Der Sohn des einstigen Schahs will einen Sturz des Mullah-Regimes. Die aktuelle Lage in der Islamischen Republik wird durch steigende Todeszahlen dominiert – und Drohungen durch US-Präsident Donald Trump. Während das Blutvergießen bei den Massenprotesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran Aktivisten zufolge andauert, setzt Trump auf neue Zölle, die den Druck auf die Regierung in Teheran erhöhen sollen.
Nach Plänen des US-Präsidenten sollen für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, mit sofortiger Wirkung Strafzölle auf Einfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent des Warenwerts gelten. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Währenddessen rechnet Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angesichts der Proteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru.
Iran-News: Trump setzt auf Zölle – Proteste gehen weiter
Was zunächst als Unmut der Händler in Teheran wegen steigender Inflation begann, hat sich binnen weniger Tage zum landesweiten Protest im Iran entwickelt. Iranerinnen und Iraner tragen nun seit knapp zwei Wochen ihren Unmut auf die Straßen und das Regime reagiert mit brutaler Härte auf die Demonstrationen. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf inzwischen mindestens 648. Auch das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA sprach von knapp 650 Toten. Darunter seien 505 Demonstranten – unter ihnen neun Kinder – und 133 Militär- und Polizeibeamte.
Andere Schätzungen zu den Protesten im Iran gehen sogar von bis zu 6000 Getöteten aus. Die Zahl der Festnahmen übersteige einigen Schätzungen nach mehr als 10.000. Die Angaben können derzeit – auch wegen der weiter bestehenden Internet- und Telekommunikationsblockade – nicht unabhängig überprüft werden. Das Mullah-Regime hatte Anfang Januar landesweit die Internetkommunikation unterbrochen. Zwischenzeitlich wurde die Starlink-Technologie von Elon Musk als Kommunikationslösung genutzt, doch die Regierung in Teheran soll die Satellitentechnik inzwischen mit Störsendern ausbremsen.
Inmitten der angespannten Lage durch die Proteste im Iran soll Trump wohl dazu neigen, Ziele im Iran anzugreifen. Das berichtet unter anderem Axios. Der US-Präsident soll demnach aber noch keine Entscheidung getroffen haben und derzeit iranische Verhandlungsvorschläge prüfen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi habe am Wochenende Kontakt zum US-Sondergesandten Steve Witkoff aufgenommen, um über die Proteste zu sprechen. „Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen“, hatte Trump am Sonntag gesagt.
Iran-Proteste aktuell: Pahlavi hofft auf Regime-Sturz
Immer wieder fällt bei den Protesten im Iran auch der Name von Reza Pahlavi. Der in den USA im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hofft, dass die USA eher früher als später im Iran eingreifen. „Der beste Weg, um sicherzustellen, dass weniger Menschen im Iran getötet werden, ist ein frühzeitiges Eingreifen, damit dieses Regime endlich zusammenbricht und all die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, ein Ende finden“, sagte er gegenüber CBS News. Pahlavi selbst ist innerhalb der Opposition nicht unumstritten, dennoch wird er bei Teilen des Widerstands als Hoffnungsträger gesehen.
Teheran versuche, die Welt „auszutricksen“, indem die Regierung vorgebe, bereit zu sein, über einen Ausweg aus den Unruhen zu verhandeln, führte Pahlavi aus. Der entscheidende Wendepunkt wäre es, „wenn dieses Regime erkennen würde, dass es sich nicht mehr auf eine fortgesetzte Unterdrückungskampagne verlassen kann, ohne dass die Welt darauf reagiert.“ Pahlavi beansprucht eine künftige Führungsrolle im Iran und verweist auf die Sprechchöre mit seinem Namen bei den Protesten. Doch wie viel Unterstützung er tatsächlich innerhalb des Landes hat, ist unklar.
Reaktion auf Iran-Proteste: Wadephul spricht von „Unrechtsregime“
Angesichts der Proteste im Iran hatte Deutschlands Außenminister Johann Wadephul zuletzt bei einem gemeinsamen Auftritt mit US-Außenminister Marco Rubio schärfere Maßnahmen gegen die Führung in Teheran gefordert. Im Iran sehe man ein „Unrechtsregime“ ohne Legitimität im Volk, das gegen die eigene Bevölkerung Mittel einsetze, „die alle Regeln der Menschlichkeit verletzen“, sagte Wadephul. Der Merz-Minister kündigte an, dass Deutschland versuchen werde, die Sanktionen gegen die Führung im Iran auszuweiten. (fbu mit Agenturen)