Die Rheinbahn und damit auch ihre Fahrgäste haben derzeit mit einem ungewöhnlichen Problem zu kämpfen: Es stehen deutlich weniger Bahnen zur Verfügung. Das führt zu deutlich mehr Kurzzügen – und somit auch mehr Gedränge in ihnen. Auch Ausfälle sind in Einzelfällen möglich.

Beschwerden von Fahrgästen hatte es zuletzt deswegen schon gegeben, wie zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien offenbarten. Jetzt erklärt die Rheinbahn, wie es zum aktuellen Engpass kommt, und spricht von einer „außergewöhnlichen Herausforderung“. Denn aufgrund einer ungewöhnlich hohen Zahl von Verkehrsunfällen in den vergangenen Wochen sind deutlich weniger Niederflur-Bahnen einsatzbereit. Insgesamt seien es 55 Kollisionen gewesen, sagt das Unternehmen. Kostenpflichtiger Inhalt Eine Entgleisung mit besonders schweren Folgen hatte es im November in Holthausen gegeben. Unterm Strich fehlen derzeit somit zehn Prozent der Niederflur-Fahrzeuge.

Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb, spricht von zum Teil erheblichen Schäden. „Solche Ausfälle sind für uns mehr als ärgerlich – sie treffen uns mitten im laufenden Betrieb.“

Erschwerend hinzu kommt, dass Reparaturen laut Rheinbahn im Moment deutlich länger dauern. Ersatzteile und Komponenten für Schienenfahrzeuge seien europaweit knapp. So komme es zu Lieferzeiten von zum Teil mehreren Monaten. Auch bei zuverlässigen Lieferanten komme es aktuell zu deutlichen Verzögerungen. Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeugwerkstätten, sagt dazu: „Unsere Mitarbeitenden in den Werkstätten arbeiten mit Hochdruck und im Schichtbetrieb, um die Fahrzeuge so schnell wie möglich wieder fit zu machen. Doch bei der Aufarbeitung wichtiger Komponenten müssen wir teilweise sechs Monate oder länger warten – wo früher zwei Wochen üblich waren.“

Die Rheinbahn teilt mit, sich deshalb strategisch breiter aufzustellen. So suche sie jetzt europaweit nach zusätzlichen Partnern für die Aufarbeitung von Komponenten sowie für technische Unterstützung.

Im aktuellen Betrieb müssen Fahrgäste deshalb mit Einschränkungen leben. Er sei laut Unternehmen immerhin „weitgehend stabil“. Also aber offenbar auch nicht in Gänze. „Unser Ziel ist immer: fahren statt ausfallen lassen. Wir streichen keine einzige Fahrt, wenn es sich vermeiden lässt“, sagt Finke. Um den Mangel möglichst auszugleichen, setze man nun mehr Kurzzüge ein. Das versuche das Unternehmen gezielt auf Linien, die sich mit anderen Routen überschneiden, „um die Auswirkungen für die Fahrgäste zu minimieren“.