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Tauender Schnee sorgt in ganz Norddeutschland für Probleme (3 Min)
Stand: 14.01.2026 11:33 Uhr
Schnee und Eis sind im Norden am Dienstag bereits großflächig geschmolzen – und heute wird das tagsüber bei Plusgraden so weitergehen. Dennoch gibt es nach Nachtfrost gebietsweise auch noch rutschige Abschnitte.
Überfrierende Restnässe sorgt weiter insbesondere in den östlichen Landesteilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für rutschige Straßen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Am Tag sollen die Temperaturen laut Vorhersage im Norden teils deutlich im Plusbereich liegen. In Niedersachsen werden Höchstwerte zwischen 5 Grad im Wendland und bis zu 8 Grad im Emsland erwartet. Insgesamt bleibt das Wetter wechselhaft. Es regnet verbreitet, in Böen ist mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern zu rechnen.
In der kommenden Nacht sollen die Temperaturen erneut gebietsweise in den Minusbereich rutschen – in Mecklenburg-Vorpommern örtlich auf Tiefstwerte zwischen 1 bis minus 2 Grad. Dort droht dann wieder Glätte durch überfrierende Nässe. Dazu könnte es am Morgen dichten Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern geben. In Schleswig-Holstein ist laut Prognosen nachts stellenweise bei leichtem Frost ebenfalls Glätte möglich.
Tauwetter: Gefahr durch Dachlawinen und Eiszapfen
Durch das Tauwetter besteht laut Feuerwehr weiter die Gefahr von Dachlawinen und herabfallenden Eiszapfen. In den vergangenen Tagen mussten Einsatzkräfte außerdem mehrfach wegen Wasser in Wohnungen und Kellern ausrücken. Die Rettungsleitstelle Schleswig-Holsteins sprach am Dienstag von einem Einsatzschwerpunkt rund um Norderstedt. Auch in Hamburg kann das Schmelzwasser oft nicht abfließen, weil Regenrinnen und Abläufe noch zugefroren oder verstopft sind. Es sucht sich andere Wege, läuft in Keller, steht auf Straßen oder dringt durch die Dächer in Häuser ein.
Kein Hochwasser erwartet
Der schmelzende Schnee könnte die Wasserstände in Niedersachsens Flüssen Experten zufolge steigen lassen. Auf den teils gefrorenen Böden könne das Wasser nicht so gut einsickern. Überregionales Hochwasser oder eine größere Hochwasserlage seien aber nicht zu erwarten, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden (Landkreis Aurich) mit.
Volksparkstadion gesperrt: HSV-Spiel kurzfristig abgesagt
In Hamburg sorgte das Tauwetter für eine kurzfristige Spielabsage in der Fußball-Bundesliga. Wegen wetterbedingter statischer Risiken fiel die Partie zwischen dem HSV und Bayer 04 Leverkusen aus. „Unter dem Schnee auf der Dachmembran sammelte sich an einigen Stellen des Stadions Tauwasser, das nicht abfließen konnte und zu großen Punktlasten führte“, erklärte der Verein die Entscheidung. Das Volksparkstadion als Spielstätte wurde kurzfristig gesperrt. Über eine Neuansetzung soll schnellstmöglich entschieden werden.

Blitzeis führt zu einer Massenkarambolage auf der A7 und in Hamburg sitzen mehr als 500 Fahrgäste in der S-Bahn fest.
S-Bahnen in Hamburg fahren wieder ohne Einschränkungen
Bei der Hamburger S-Bahn läuft seit Mittwochmorgen der Verkehr wieder planmäßig und ohne wetterbedingte Einschränkungen, wie auf der Internetseite zu sehen war. In den vergangenen Tagen hatte es wegen der Auswirkungen von Schnee und Eis auf den Bahnverkehr viele Ausfälle und Unregelmäßigkeiten gegeben. Am Dienstagnachmittag behinderte außerdem ein Oberleitungsschaden vorübergehend den Zugverkehr am Hamburger Hauptbahnhof.
Regionalverkehr läuft wieder
Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn gibt es keine witterungsbedingten Einschränkungen mehr in Norddeutschland. Die Züge können wieder planmäßig fahren. Infos zu einzelnen Verbindungen sind auf der Internetseite des Unternehmens zu finden. Auf Bahnsteigen kann es womöglich aber vereinzelt noch glatt sein
Auch private Bahnanbieter im Norden wie Metronom und Enno melden, dass ihre Züge nicht mehr von den Folgen von Schnee und Eis ausgebremst werden. Im Nahverkehr der Üstra in Hannover sollen im Laufe des Tages wieder alle Stadtbahnen im Regelbetrieb unterwegs sein, hieß es am Morgen. Schon jetzt können demnach alle Endpunkte der Strecken wieder angefahren werden – in drei Fällen über einen Ersatzverkehr mit Bussen.

Starke Schneefälle und vereiste Gleise führen derzeit zu Zugausfällen und Verspätungen. Welche Rechte haben Bahnkunden?
Elbfähren fahren nicht – Eisbrecher im Einsatz
Alle Elbfähren haben bis auf Weiteres den Betrieb wegen starken Eisgangs eingestellt. Die zwischen Darchau und Neu Darchau verkehrende Elbfähre „Tanja“ soll möglicherweise Ende der Woche wieder fahren. Auf der Elbe bei Geesthacht ist die Binnenschifffahrt eingestellt. Seit Montagmorgen sind dort Eisbrecher-Schiffe im Einsatz.

Um den Eisfahrplan der Reederei Hiddensee aufrechtzuerhalten, ist zwischen Vitte und Schaprode ein Eisbrecher unterwegs.
In Mecklenburg-Vorpommern ist das Stettiner Haff nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) inzwischen vollständig mit Eis bedeckt. Im Greifswalder Bodden nahm das Mehrzweckschiff „Görmitz“ als Eisbrecher seine Arbeit auf. Und auch zwischen Rügen und Hiddensee ist der Einsatz eines Eisbrechers nötig, um den „Eisfahrplan“ aufrechtzuerhalten.

Stürmisch, eisig – aber zwischendurch auch malerisch schön. Die besten Bilder vom Wintersturm über Norddeutschland.

Auf der Hamburger Lombardsbrücke ist am Dienstagvormittag eine Leiche gefunden worden. Medienberichten zufolge lag der Tote in einem schneebedeckten Zelt.

Selbst für erprobte Fahrer ist das aktuelle Winterwetter eine Herausforderung. Für den 19-jährigen Paul ist es umso lehrreicher.

Laut Polizei war ein Auto am Montagabend gegen einen anderen Wagen geschleudert. Beide Fahrer wurden verletzt.

Ein Eisbader verunglückt tödlich; ein Kind wird bei -11 Grad im Auto geboren und Treibeis auf der Elbe gefährdet Verkehr.

Die Feuerwehr Norderstedt wagt sich mit Spezialanzügen auf gefrorene Wasserflächen, um zu zeigen, wie schnell das Eis bricht.