Nach der Aufhebung von Tempo 30 auf dem Abschnitt des Mittleren Rings an der Landshuter Allee hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) rechtliche Schritte angekündigt. Die Anordnung von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) stelle „einen eklatanten Verstoß gegen den Luftreinhalteplan dar, den die Stadt 2024 wegen zu hoher Belastung mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid nach einer erfolgreichen Klage der DUH nachschärfen musste“, teilte der Verein mit. Als Klageführer tritt Volker Becker-Battaglia auf, ein langjähriger Anwohner der Landshuter Allee.
Damit geht der Streit um die Luftqualität in München in die nächste Runde. Die DUH hatte 2024 vor dem Verwaltungsgerichtshof durchgesetzt, dass die Stadt an der besonders belasteten Landshuter Allee schnelle Maßnahmen ergreifen muss, um sicher unter den Grenzwert für das giftige Stickstoffdioxid (NO₂) zu kommen. Der Schadstoff kann Atemwegsbeschwerden sowie Erkrankungen der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems verursachen.
Um in der Umweltzone ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5 zu vermeiden, entschied sich die Stadt, von Juni 2024 an auf einem rund 2,5 Kilometer langen Abschnitt des viel befahrenen Mittleren Rings Tempo 30 einzuführen. Nachdem die Luftbelastung dort nun zwei Jahre in Folge knapp unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm NO₂ pro Kubikmeter Luft gelegen hatte, ordnete Reiter kürzlich an, die Beschränkung wieder zu kippen. Seit diesem Dienstag gilt daher wieder Tempo 50. Details zu den geplanten rechtlichen Schritten will die DUH am kommenden Montag vorstellen.