Frankreich hat zehn britische Rechtsextremisten ausgewiesen. Sie zerstörten an der Küste Flüchtlingsboote und verbreiteten Propaganda gegen Migration über den Ärmelkanal.

Frankreich hat zehn britische Rechtsextremisten ausgewiesen, die an der nordfranzösischen Küste Flüchtlingsboote zerstört und Propaganda zur Beendigung der Migration über den Ärmelkanal betrieben haben sollen. Den als Aktivisten der britischen Bewegung „Raise the colours“ identifizierten Briten sei die Einreise und der Aufenthalt in Frankreich untersagt worden, teilte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez mit. Ihre Aktionen, mit denen sie zu Hass und Diskriminierung aufriefen, seien geeignet gewesen, die öffentliche Ordnung ernsthaft zu stören.

Von verschiedener Seite habe es Hinweise auf die rechtsextremen Aktivisten gegeben, die sich insbesondere mit der Suche und Zerstörung von Flüchtlingsbooten und Propagandaaktivitäten befasst hätten. Diese seien an die britische Öffentlichkeit gerichtet gewesen und hätten dazu aufgerufen, sich der Bewegung anzuschließen, um der Migration ein Ende zu setzen. 

Bewegung „Raise the colours“ für Patriotismus

In großer Zahl überqueren Migranten seit Jahren von Nordfrankreich aus in kleinen Booten den Ärmelkanal, um Großbritannien zu erreichen. Großbritannien versucht seit Längerem, die Migration auch mit französischer Hilfe einzudämmen, und zahlt dafür Millionensummen an Paris. 

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Knapp 41.500 Migranten erreichten im vergangenen Jahr nach der gefährlichen Überfahrt über die Meerenge Großbritannien. Dort werden die Migration und Maßnahmen zu ihrer Begrenzung seit Langem hitzig debattiert. Rechtspopulisten und Konservative forderten zuletzt ein härteres Vorgehen.

Die Bewegung „Raise the colours“ hatte in Großbritannien im Sommer mit Aktionen von sich reden gemacht, in denen dazu aufgerufen wurde, überall im Land britische Flaggen aufzuhängen. Es gehe darum, landesweit Einheit und Patriotismus zu zeigen, erklärte die Bewegung. Sie soll nach britischen Medienberichten Unterstützung von rechtsextremen Gruppierungen erhalten haben. (dpa/mp)