Dresden. An der Lübecker Straße in Dresden-Cotta ist seit Jahren eine Baustelle. Es gab mehrere Kostensteigerungen. Jetzt gibt es einen Plan, wann der Bau abgeschlossen sein soll und eine erneute Erhöhung der Sanierungskosten. Die Details.
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Um welches Gebäude handelt es sich?
Das Rathaus Dresden-Cotta wurde zwischen 1899 und 1901 errichtet. Das Gebäude wurde im Stil des Historismus, nach Plänen des Dresdner Architekten Felix Reinhold Voretzsch, gebaut. Es enthält Elemente der Neorenaissance, wie den Turm mit der Haube, der Neogotik, wie die Treppengiebel an der Südseite, und des Jugendstils.
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Das Haus wird seit 1991 als Verwaltungssitz des Stadtbezirks Cotta genutzt. Dieser ist zuständig für die Verwaltung der Dresdner Ortsteile Briesnitz, Kemnitz, Stetzsch, Cotta, Omsewitz-Burgstädtel, Leutewitz, Gorbitz, Wölfnitz, Löbtau, Naußlitz, Roßthal-Neuimptsch und Dölzschen.
Da das Gebäude baufällig ist, muss es dringend saniert werden. Damit wurde 2019 begonnen. Seitdem gibt es immer wieder Nachschläge. Der Bau wurde sogar unterbrochen, weil das Geld ausgegangen war.
Wie viel kostet die Sanierung?
Ursprünglich waren für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes 3,6 Millionen Euro vorgesehen. Diese Summe hat der Stadtrat 2018 beschlossen. Dass diese Summe nicht reicht, ist seit 2021 klar, da gab es die erste Erhöhung der Bausumme.
Im Jahr 2024 war die Stadt dann bereits bei der Prognose von 6,5 Millionen Euro Gesamtkosten für die Sanierung angelangt. Doch auch damit ist die Finanzierung des Projektes nicht abgesichert. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage von Linke-Fraktionschef André Schollbach hervor. „Es wurden bisher insgesamt etwa 6,5 Millionen Euro an Bauaufträgen vergeben“, so Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). „Die restlichen Vergaben erfolgen im Jahr 2026.“
Die aktuelle Kostenprognose für das Gesamtprojekt beläuft sich auf circa 7,9 Millionen Euro.
Dirk Hilbert (FDP)
Oberbürgermeister von Dresden
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Das bedeutet, die 6,5-Millionen-Euro-Marke wird ebenfalls gerissen. „Die aktuelle Kostenprognose für das Gesamtprojekt beläuft sich auf circa 7,9 Millionen Euro“, so der Oberbürgermeister weiter. Etwa 900.000 Euro davon sind Planungskosten und der Rest sind Baukosten.
Weshalb ist die Sanierung so teuer und dauert so lange?
Die Stadtspitze spricht von „vorher nicht erkennbaren notwendigen Maßnahmen im Bestandsgebäude, unerwarteten Materialpreiserhöhungen während der Corona-Pandemie“ und Energiepreiserhöhungen im Zuge des Angriffs Russlands auf die Ukraine. Außerdem gebe es Bauzeitenverlängerungen, weil die Baufirmen mit „Lieferengpässen“ zu kämpfen hatten. All das habe zu den Verzögerungen und der Kostenexplosion geführt.
Was ist 2025 passiert?
Im vergangenen Jahr wurden laut Stadt die Tischlerarbeiten außen, Tischlerarbeiten für die Brandschutzelemente, der zweite Teil der Metallbau-Sonderkonstruktionen, Maler- und Tapezierarbeiten, Fliesenarbeiten, Parkettarbeiten sowie Bodenbelagsarbeiten ausgeschrieben und vergeben.
Wir erwarten, dass die Sanierung des Rathauses Cotta in diesem Jahr abgeschlossen wird und es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt.
André Schollbach (Die Linke)
Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Dresden
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Die letzten Vergaben sind in diesem Jahr vorgesehen. Laut Stadt soll die Sanierung Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein. Allerdings zu mehr als dem Doppelten an Kosten im Vergleich zur ursprünglichen Planung – 7,9 Millionen Euro statt der 2018 vom Stadtrat aufgrund der damaligen Planung der Stadtverwaltung beschlossenen 3,6 Millionen Euro.
Was wird nun gefordert?
Schollbach, der mehrere Anfragen über die Jahre der Sanierung dazu gestellt hat, will die Kostenexplosion gar nicht bewerten. „Wir erwarten, dass die Sanierung des Rathauses Cotta in diesem Jahr abgeschlossen wird und es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt.“
SZ