
Christian Pander ist neuer Präsident bei Zweitligist Preußen Münster. Der frühere Fußballprofi hat eine bewegte Vergangenheit im Profifußball, auch in seiner westfälischen Heimatstadt.
Zweitligist Preußen Münster hat einen neuen Präsidenten – und mit Christian Pander an der Spitze einen bekannten Namen im deutschen Profifußball sowie echten Münsteraner. Denn der 42-Jährige ist waschechter Westfale und geboren in der Großstadt im Norden von NRW. Pander besitzt zudem eine bewegte Vergangenheit im deutschen Fußball und soll nun sein Motto „Never give up“ zu Gunsten der Münsteraner einbringen.
Verletzungen verhinderten große Karriere
Der bisherige Lebenslauf Panders handelte dabei häufig von diesem Motto. Beim FC Schalke stieg er ab 2002 zu einem der besten Linksverteidiger in Deutschland auf – und zu einem der verletzungsanfälligsten dazu. Seine Vita zu den gesundheitlichen Problemen liest sich fast länger als die Liste seiner sportlichen Stationen.
2005 wurde Pander sogar für die DFB-Elf nominiert und konnte – natürlich – aufgrund einer Verletzung nicht spielen. Etwas mehr als zwei Jahre später durfte er dann doch zweimal für Deutschland auf das Feld und erzielte prompt bei der Eröffnung des Wembley-Stadions das Siegtor gegen England. Nur wenige Tage später war gegen Wales die DFB-Karriere schon wieder vorbei.
Pander: „Trauere der verpassten Chance nicht nach“
Im Podcast „Einfach Fußball“ trauerte Pander seiner womöglich verwehrten großen Karriere nicht nach: „Ich bin jetzt nicht traurig und betrachte das nicht aus der Perspektive, was hätte sein können. Sondern, was ist alles geworden, obwohl ich mir mit Anfang zwanzig das Kreuzband gerissen habe und mein Knie ein Totalschaden war.“
Pander führte sogar weiter aus: „Es gab Ärzte, die mir sogar gesagt haben, dass ich damit kein einziges Bundesliga-Spiel machen würde.“ Es sprangen immerhin 141 Partien in der Eliteklasse heraus. Nach vielen Problemen beendete er 2016 schließlich bei Hannover seine Karriere.
Ausbildung zum Mentaltrainer und Musiklabel-Gründung
Bemerkenswert waren aber nicht nur seine wiederholten sportlichen Comebacks als Stehaufmännchen. Sondern auch sein Lebenslauf neben dem Fußball: Pander machte bereits vor der sportlichen Karriere eine Ausbildung zum Kaufmann, danach noch ein Studium zum Sportmanager und eine Weiterbildung zum Mentaltrainer.
Sogar ein Musiklabel gründete der Münsteraner zwischendurch. Seine Art und Weise auf den Fußball zu blicken, wirkte im Podcast fast aufgeräumt. Fast so, als habe er schon mit dem Profifußball nach der Karriere abgeschlossen: „Es war dann relativ schnell klar mit meinen Kindern, ich ziehe nicht hinaus in die weite Welt.“
Gebürtiger Münsteraner für Preußen
Auch das könnte ein Argument gewesen sein, warum Pander seit 2022 nur bei Münster wieder im Profifußball aufgetaucht ist. Denn kaum einer hat eine größere heimatliche Verbundenheit als Pander selbst, schließlich ist er echter Münsteraner. Seine erste Station war der SC Nienberge unweit der westfälischen Großstadt. „Meine Mutter hatte einen Getränkemarkt da und ich musste Fußball spielen“, beschrieb er die Anfänge und seine heimatliche Liebe.
Nun will er den Gesamtverein in Münster als Präsident voranbringen. „Der SC Preußen Münster steht für starke Werte, große Emotionen und eine besondere Verbundenheit mit seinen Mitgliedern und Fans“, wurde er auf der Webseite zitiert. Bei seiner Antritts-Pressekonferenz am Mittwochnachmittag bekräftigte er, er wolle immer gewinnen und „dementsprechend liegt es mir sehr am Herzen, hier in meiner Heimat- und Geburtsstadt den Verein dabei zu unterstützen, sich weiterzuentwickeln.“
Christian Pander (M.) mit dem neu bestellten Präsidium.
Er betonte die Wichtigkeit des gesamten Präsidiums: „Ich habe fast mein ganzes Leben in Teams, in Mannschaften verbracht, und daher weiß ich nur zu gut, dass jeder wichtig ist. Dass es alle braucht, um am Ende des Tages erfolgreich zu sein.“
Seit 2022 arbeitet Pander als Berater wieder im Klub, leitete danach zuletzt die Fußballschule der Preußen, was er auch weiterhin tun wird.
Pander bewahrte Adler schon vor dem Abstieg
Dem großen Fanpublikum wurde er wieder gewahr, als er Ende April 2025 die Zweitliga-Mannschaft von Münster als Interimstrainer mit sieben Punkten aus drei Partien vor dem Abstieg bewahrte. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem neu gewählten Präsidium die Zukunft des SC Preußen Münster im Sinne seiner Mitglieder zu gestalten“, erklärte er in der Mitteilung laut Vereinswebseite. Das klingt ganz ähnlich dem Motto „Never give up!“.
Unsere Quellen:
- WDR-Podcast „Einfach Fußball“ mit Christian Pander
- Vereinswebsite Preußen Münster
- transfermarkt.de
Sendung: WDR.de, „Christian Pander wird neuer Preußen-Präsident“, 13.01.2026, 18:53 Uhr