Künstler lernte von Dürer
Französische Familie macht Millionenfund in Holzkiste
Aktualisiert am 14.01.2026 – 18:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Journalistin fotografiert die Zeichnung: Hans Baldung lernte einst von Albrecht Dürer. (Quelle: Rachel Sommer/dpa/dpa-bilder)
Nach über 500 Jahren taucht ein bislang unbekanntes Werk von Hans Baldung Grien auf. Die Zeichnung des Schülers von Albrecht Dürer soll nun für Millionen versteigert werden.
Ein bislang unbekanntes Werk des Renaissance-Künstlers Hans Baldung Grien, der mehrere Jahre als Zeichner und Kupferstecher in der Werkstatt Albrecht Dürers in Nürnberg arbeitete, ist nach mehr als 500 Jahren entdeckt worden. Dabei handelt es sich um eine mit Silberstift gefertigte Zeichnung aus dem Jahr 1517, die eine Frau darstellt. Nach Angaben einer französischen Galerie befand sich das Bild seit seiner Entstehung im Besitz im Besitz einer elsässischen Familie.
Der Fund stammt aus einer Holzkiste mit zahlreichen historischen Bildern, die Teil eines umfangreichen Familienarchivs war. Die Familie habe nicht gewusst, von wem das Werk stamme, und den Kunstexperten Patrick de Bayser von der Pariser Galerie „Cabinet de Bayser“ um eine Begutachtung gebeten. Dieser sprach von einem „Schock“ und erklärte: „Zeichnungen von Baldung sind extrem rar.“ Nur wenige davon befänden sich in Privatbesitz.
Hans Baldung Grien zählt zu den bedeutendsten, aber auch eigenwilligsten Künstlern der deutschen Renaissance. Bekannt wurde er unter anderem durch Darstellungen des Sündenfalls, offenherzige Heiligenbilder und drastische Hexenszenen. Als Höhepunkt seines frühen Schaffens gilt der Hochaltar des Freiburger Münsters. Geboren wurde Baldung 1484 oder 1485 vermutlich in Schwäbisch Gmünd. Neben seiner Zeit in Nürnberg, während der er als Dürers bedeutendster Mitarbeiter galt, verbrachte er den Großteil seines Lebens in Straßburg. Dort starb er 1545.
Das nun entdeckte Werk soll am 23. März beim Auktionshaus Beaussant Lefèvre & Associés in Paris versteigert werden. Der geschätzte Wert liegt laut de Bayser zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro. Auktionator Arthur de Moras berichtete, die Familie habe zahlreiche Bilder von Vorfahren besessen, von denen einige Dutzend über Generationen hinweg unbeachtet in einer Holzkiste gelagert worden seien – darunter auch die nun identifizierte Zeichnung Baldungs.
