Düsseldorf – Nach einer Zeugenaussage im Prozess eskalierte die Situation: Plötzlich gingen mehrere Personen aufeinander los und es entbrannte eine Massenschlägerei auf dem Gerichtsflur des Düsseldorfer Landgerichts. Mindestens drei Justizwachtmeister wurden verletzt. Die Polizei nahm einen Schläger in Gewahrsam.

Am Mittwoch war der zweite Prozesstag in einem Verfahren gegen Gino R. (22). Der Vorwurf: versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Der Mann soll eine Frau (44) in Düsseldorf angefahren haben. Hintergrund war ein Streit zwischen den Familien.

Polizei musste zum Gericht eilen

Nach einer Zeugenaussage gegen 11.55 Uhr kam es plötzlich zu tumultartigen Szenen auf dem Gerichtsflur zwischen zwei Gruppen. Einerseits, offenbar Familie und Bekannte des Opfers und andererseits, wohl die des Angeklagten. Dabei gingen etwa 25 Personen aufeinander los. Drei Justizwachtmeister wurden nach ersten Erkenntnissen verletzt, die Polizei zur Hilfe gerufen.

Seit dem 9. Januar wird vor dem Landgericht Düsseldorf gegen Gino R. (22) verhandelt. Anklage: u.a. versuchter Totschlag

Seit dem 9. Januar wird vor dem Landgericht Düsseldorf gegen Gino R. (22) verhandelt. Anklage: u. a. versuchter Totschlag

Foto: Marius Becker/dpa

Mit einem größeren Aufgebot fuhren die Beamten zum Gericht, trennten die Gruppen und nahmen einen Mann in Gewahrsam. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen musste eine Person medizinisch versorgt werden. Die Verhandlung wurde abgebrochen und soll am 20. Januar fortgesetzt werden.

Frau auf Straßenfest angefahren

Der Prozess gegen Gino R. startete am 9. Januar. Der Mann soll am 7. September 2025 gegen 21.15 Uhr am Rande eines Straßenfestes auf der Kiefernstraße eine Frau angefahren haben. Die Familie des Opfers hatte dort gefeiert, als R. plötzlich auftauchte.

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Der Mann soll alkoholisiert in einer Mercedes-Benz E-Klasse mit quietschenden Reifen auf und ab gefahren sein. Bei einem seiner Manöver erfasste er die Frau mit der Motorhaube. Als sie auf der Straße lag, soll er das Opfer überfahren haben, wobei der Wagen die Beine erfasste. Die Frau kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Nach der Tat floh der Fahrer und wurde von der Autobahnpolizei auf der A 52 bei Mönchengladbach-Hardt (NRW) gestoppt und festgenommen sowie eine Blutprobe entnommen. Hintergrund der Autoattacke sollen vorausgegangene Streitigkeiten und ein Fall häuslicher Gewalt sein, bei dem der 22-Jährige die Familie des Opfers bedroht haben soll.