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Tauender Schnee sorgt in ganz Norddeutschland für Probleme (3 Min)

Stand: 14.01.2026 15:57 Uhr

Schnee und Eis sind im Norden am Dienstag bereits großflächig geschmolzen – und heute geht das bei Plusgraden so weiter. Trotzdem gab es nach Nachtfrost gebietsweise rutschige Abschnitte. Das gilt in der kommenden Nacht für Teile Mecklenburg-Vorpommerns.

Am Tag liegen die Temperaturen laut Vorhersage im Norden teils deutlich im Plusbereich. In Niedersachsen werden Höchstwerte zwischen 5 Grad im Wendland und bis zu 8 Grad im Emsland erwartet. Insgesamt bleibt das Wetter wechselhaft. Es regnet verbreitet, in Böen ist mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern zu rechnen.

In der kommenden Nacht sollen die Temperaturen in weiten Teilen des Nordens erneut in den Minusbereich rutschen – in Mecklenburg-Vorpommern örtlich auf Tiefstwerte bis zu minus 2 Grad. Dort droht dann wieder Glätte durch überfrierende Nässe. Dazu könnte es am Morgen dichten Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern geben.

Tauwetter: Gefahr durch Dachlawinen und Eiszapfen

Durch das Tauwetter besteht laut Feuerwehr weiter die Gefahr von Dachlawinen und herabfallenden Eiszapfen. In den vergangenen Tagen mussten Einsatzkräfte außerdem mehrfach wegen Wasser in Wohnungen und Kellern ausrücken. Die Rettungsleitstelle Schleswig-Holsteins sprach am Dienstag von einem Einsatzschwerpunkt rund um Norderstedt. Auch in Hamburg kann das Schmelzwasser oft nicht abfließen, weil Regenrinnen und Abläufe noch zugefroren oder verstopft sind. Es sucht sich andere Wege, läuft in Keller, steht auf Straßen oder dringt durch die Dächer in Häuser ein.

Kein Hochwasser erwartet

Der schmelzende Schnee könnte die Wasserstände in Niedersachsens Flüssen Experten zufolge steigen lassen. Auf den teils gefrorenen Böden könne das Wasser nicht so gut einsickern. Überregionales Hochwasser oder eine größere Hochwasserlage seien aber nicht zu erwarten, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden (Landkreis Aurich) mit.

Volksparkstadion gesperrt: HSV-Spiel kurzfristig abgesagt

In Hamburg sorgte das Tauwetter für eine kurzfristige Spielabsage in der Fußball-Bundesliga. Wegen wetterbedingter statischer Risiken fiel die Partie zwischen dem HSV und Bayer 04 Leverkusen aus. „Unter dem Schnee auf der Dachmembran sammelte sich an einigen Stellen des Stadions Tauwasser, das nicht abfließen konnte und zu großen Punktlasten führte“, begründete der Verein die Entscheidung. Das Volksparkstadion als Spielstätte wurde kurzfristig gesperrt. Über eine Neuansetzung soll schnellstmöglich entschieden werden. Zunächst wird allerdings noch das Dach überprüft, denn für Sonnabend ist bereits die nächste Heimpartie des HSV angesetzt, dann gegen Borussia Mönchengladbach.

Unfallbild einer Karambolage von drei Pkw mit Totalschaden in Quickborn in Schleswig-Holstein.

Blitzeis führt zu einer Massenkarambolage auf der A7 und in Hamburg sitzen mehr als 500 Fahrgäste in der S-Bahn fest.

S-Bahnen in Hamburg fahren wieder ohne Einschränkungen

Bei der Hamburger S-Bahn läuft seit heute Morgen der Verkehr wieder planmäßig und ohne wetterbedingte Einschränkungen, wie auf der Internetseite zu sehen war. In den vergangenen Tagen hatte es wegen der Auswirkungen von Schnee und Eis auf den Bahnverkehr viele Ausfälle und Unregelmäßigkeiten gegeben. Am Dienstagnachmittag behinderte außerdem ein Oberleitungsschaden vorübergehend den Zugverkehr am Hamburger Hauptbahnhof.

Regionalverkehr läuft wieder

Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn gibt es keine witterungsbedingten Einschränkungen mehr in Norddeutschland. Die Züge können wieder planmäßig fahren. Infos zu einzelnen Verbindungen sind auf der Internetseite des Unternehmens zu finden. Auf Bahnsteigen kann es womöglich aber vereinzelt noch glatt sein.

Auch private Bahnanbieter im Norden wie Metronom und Enno melden, dass ihre Züge nicht mehr von den Folgen von Schnee und Eis ausgebremst werden. Im Nahverkehr der Üstra in Hannover sollten im Laufe des Tages wieder alle Stadtbahnen im Regelbetrieb unterwegs sein, hieß es am Morgen. Allerdings sorgte ein defektes Stellwerk am Hauptbahnhof für Probleme im Bahnverkehr im Raum Hannover.

Menschen stehen am verschneiten Bahnsteig und warten auf den Zug.

Schneefall, Sturm oder Starkregen führen immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen. Welche Rechte haben Bahnkunden?

Eisgang auf der Elbe

Auf der Elbe ist die Schiffahrt weiter wegen sogenannten Eisgangs beeinträchtigt. Die zwischen Darchau und Neu Darchau verkehrende Elbfähre „Tanja“ hatte am vergangenen Sonnabend ihren Betrieb eingestellt und soll möglicherweise Ende der Woche wieder fahren. Bei Geesthacht ist die Binnenschifffahrt eingestellt. Seit Montagmorgen sind dort Eisbrecher-Schiffe im Einsatz.

Ein Blick auf die zugefrorene Fahrrinne zwischen Rügen und Hiddensee.

Um den Eisfahrplan der Reederei Hiddensee aufrechtzuerhalten, ist zwischen Vitte und Schaprode ein Eisbrecher unterwegs.

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Stettiner Haff vollständig mit Eis bedeckt, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am vergangenen Montag meldete. Im Greifswalder Bodden nahm das Mehrzweckschiff „Grömitz“ als Eisbrecher seine Arbeit auf. Und auch zwischen Rügen und Hiddensee war der Einsatz von Eisbrechern nötig, um den „Eisfahrplan“ aufrechtzuerhalten.

Eine abgebrochene Schaufel steht neben einem zugeschneiten Auto.

Stürmisch, eisig – aber zwischendurch auch malerisch schön. Die besten Bilder vom Wintersturm über Norddeutschland.

Blick auf die Lombardsbrücke in Hamburg.

Auf der Hamburger Lombardsbrücke ist am Dienstagvormittag eine Leiche gefunden worden. Medienberichten zufolge lag der Tote in einem schneebedeckten Zelt.

Ein Fahrschulwagen fährt auf einer vereisten Straße.

Selbst für erprobte Fahrer ist das aktuelle Winterwetter eine Herausforderung. Für den 19-jährigen Paul ist es umso lehrreicher.

Ein Auto liegt nach einem Unfall auf der A7 bei Evendorf auf dem Dach.

Laut Polizei war ein Auto am Montagabend gegen einen anderen Wagen geschleudert. Beide Fahrer wurden verletzt.

Ein Mann von der Polizei mit einem Seil auf einem vereisten Teich.

Ein Eisbader verunglückt tödlich; ein Kind wird bei -11 Grad im Auto geboren und Treibeis auf der Elbe gefährdet Verkehr.

Eine Person in Schutzkleidung auf einer eingebrochenen Eisfläche.

Die Feuerwehr Norderstedt wagt sich mit Spezialanzügen auf gefrorene Wasserflächen, um zu zeigen, wie schnell das Eis bricht.