Lehrte (Niedersachsen) – Die mysteriösen leuchtenden Objekte tauchten plötzlich am frühen Morgen am Himmel auf. Der erste Gedanke: Drohnen! Sofort alarmierte der Augenzeuge die Polizei. Doch schnell stellte sich heraus, dass es auch andere Flugobjekte gibt – nämlich Satelliten von Elon Musk.

Mutmaßlicher Drohnenschwarm über Lehrte

Am 26. Oktober 2025 erreichte die Polizei Niedersachsen eine E-Mail eines Anwohners in Lehrte bei Hannover. Mitgeschickt: Lichtbildaufnahmen eines angeblichen „Drohnenschwarms“. Der Hinweisgeber berichtete später bei Befragungen, er habe am frühen Morgen acht vermeintliche Drohnen gesehen. Sie seien in einiger Entfernung und in verschiedenen Formationen geflogen – und von ihm fotografiert worden.

Die acht Satelliten hielt ein Anwohner für Drohnen

Die acht Satelliten hielt ein Anwohner für Drohnen

Foto: privat

Die Objekte hätten zunächst in der Luft gestanden und sich nur leicht bewegt. Außerdem sei ein Flackern von Licht zu erkennen gewesen. Anhand der Aussagen und Fotos ließ sich der Flugbereich eingrenzen. Angaben zu Höhe und Entfernung waren jedoch nicht möglich.

Satelliten von „SpaceX“-Mission

Die Auswertung übernahm der Drohnen-Arbeitsbereich im Bundeskriminalamt (BKA). Das Ergebnis: Es handelte sich nicht um Drohnen. Vielmehr zeigen die Bilder sogenannte „Starlink Trains“ über Niedersachsen – hintereinander fliegende Satelliten.

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Ort und Uhrzeit der Sichtung ließen sich mit OSINT-Daten zu konkreten Satellitenmissionen abgleichen. Nach Einschätzung der Ermittler könnte es sich um eine am Vortag gestartete „SpaceX“-Mission von Tesla-Chef Elon Musk (54) gehandelt haben, bei der 28 Satelliten ins All gebracht wurden.

Elon Musk (li.) stellt US-Präsident Donald Trump (79, M.) den Start der 6. SpaceX-Mission vor

Elon Musk (li.) stellt US-Präsident Donald Trump (79, M.) den Start der 6. SpaceX-Mission vor

Foto: Brandon Bell/via REUTERS

Unter Berücksichtigung von Himmelsrichtung und Uhrzeit ist es sehr wahrscheinlich, dass die bereits aufgehende Sonne durch Reflektionen für die gute Sichtbarkeit sorgte. Als die Satelliten ihre Umlaufbahn fortsetzten und wieder in den dunkleren Bereich eintraten, waren sie für Beobachter am Boden kaum noch zu erkennen.

OSINT steht für Open Source Intelligence. Gemeint sind Daten aus frei verfügbaren Quellen. Zum Beispiel öffentlich einsehbare Internetseiten, Satelliten- und Flugbahndaten, Social Media, Presseberichte, frei zugängliche Datenbanken, Wetter- und Zeitdaten und offizielle Veröffentlichungen von Behörden oder Firmen.

Korrektur

In einer früheren Version des Artikels schrieben wir, dass Elon Musk Tesla-Gründer ist. Richtig ist, dass er kurz nach der Gründung von Tesla als Investor einstieg und Aufsichtsratsvorsitzender wurde. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.