WIlli Orban bejubelt sein Tor gegen Freiburg

Stand: 15.01.2026 00:00 Uhr

Der SC Freiburg hat auch sein elftes Auswärtsspiel in Leipzig nicht gewinnen können. Die Leipziger steigerten sich nach einer zähen ersten Hälfte und gewannen am Mittwochabend verdient mit 2:0 (0:0). Ein Doppelschlag zu Beginn des zweiten Durchgangs ebnete den Weg zum Leipziger Erfolg.


Markus Kramer

Zunächst köpfte Willi Orban nach einem Freistoß wuchtig ein (53. Spielminute). Keine drei Minuten später war Rômulo mit dem zweiten Leipziger Tor zur Stelle, wieder per Kopf, wieder nach einem Standard. Weil Freiburg auch nach dem Rückstand viel zu wenig einfiel, ging der Leipziger Sieg mehr als in Ordnung: 21:1 Torschüsse zugunsten der Sachsen sprachen eine deutliche Sprache.

Nach dem witterungsbedingten Ausfall der Leipziger Partie auf St. Pauli gelang RB also ein erfolgreicher Start ins Fußballjahr 2026. In der Tabelle festigte Leipzig Rang drei, während Freiburg im gesicherten Mittelfeld bleibt.

Leipzigs Trainer Werner: „Sehr guter Auftakt ins Jahr“

„Es war ein guter Auftakt ins Jahr“, befand RB-Trainer Ole Werner nach der Partie gegenüber der Sportschau. „Sehr diszipliniert, defensiv eine Top-Leistung. Offensiv sind wir in der zweiten Halbzeit viel klarer geworden. Insgesamt war es ein sehr stabiles Spiel von uns.“

„Wir haben in der ersten Halbzeit vieles ordentlich gemacht, gerade in der Defensive“, urteilte Freiburgs Trainer Julian Schuster. „Der letzte Ball hat häufig gefehlt, um mehr Torschüsse zu haben. Es muss aber unser Anspruch sein, mehr aus unseren Situationen zu machen.“

Freiburgs B-Innenverteidigung hält Leipzig in Schach

Die Freiburger, bei denen Anthony Jung und der Startelf-Debütant Bruno Ogbus aufgrund mehrerer Ausfälle das Ersatz-Innenverteidigungs-Duo bildeten, hatten sich von Beginn an um Stabilität bemüht gezeigt. Die Elf von Julian Schuster schien mit dem klaren Plan ins Spiel gegangen zu sein, das Zentrum zu verdichten und sich bei Ballverlust schnell und tief fallen zu lassen.

Entsprechend schwer taten sich die Leipziger, im Offensivspiel Räume zu finden. Es dauerte bis in die 31. Spielminute, bis sich die Gastgeber eine Chance erspielten: Nicolas Seiwald drang dynamisch in den Strafraum ein und spielte einen Doppelpass mit Stürmer Rômulo. Der Abschluss des Österreichers aus kurzer Distanz geriet dann aber zu zentral, Freiburgs Torwart Noah Atubolu war zur Stelle.

Gute Leistung beim Saison-Debüt: Ogbus (20 Jahre) im Duell mit Leipzigs Romulo

Leipzig ohne Diomandé flügellahm

Viel mehr gelang RB zunächst nicht, das Fehlen Yan Diomandés machte sich durchaus bemerkbar. Der Senkrechtstarter der Leipziger Saison hatte nach seinen Auftritten beim Afrika-Cup zunächst eine Pause verordnet bekommen. Immerhin präsentierten sich die Leipziger aber wie so oft unter Trainer Ole Werner defensiv sehr gut organisiert, sodass die Freiburger Offensive überhaupt nicht zur Entfaltung kam.

Nur ein einziger (obendrein ungefährlicher) Abschluss fand in den ersten 45 Minuten den Weg aufs Leipziger Tor. In keinem anderen Saisonspiel waren es in einer ersten Halbzeit so wenige beim SC. Trotzdem schienen die Freiburger mit Ergebnis und Verlauf der Partie recht zufrieden zu sein, ließen sich mehrfach viel Zeit bei der Spielfortsetzung.

Leipziger Doppelschlag nach Standards

Die doch arg defensive Freiburger Herangehensweise rächte sich allerdings recht schnell im zweiten Durchgang. Einen scharf getretenen Freistoß von David Raum köpfte zunächst Willi Orban wuchtig zur Leipziger Führung ein.

Keine drei Minuten später schlug Leipzig erneut zu – wieder über einen Standard. Diesmal war es eine Ecke, die Raum vor das Tor zirkelte. Christoph Baumgartners Kopfballversuch parierte Atubolu noch, im Nachfassen war dann Rômulo erfolgreich. „Wir haben Standards im Trainingslager nochmal gesondert auf die Speisekarte genommen“, verriet Werner nach dem Spiel. „Die Jungs sind da sehr fokussiert im Training, haben richtig Bock auf das Thema, und das führt dazu, dass wir darüber auch Spiele gewinnen.“

Leipzig dominiert die zweite Hälfte

Weil Leipzig schon in Halbzeit eins das aktivere Team gewesen war, verdiente sich RB die Führung. Wirklich bemerkenswert aber war, dass Leipzig jetzt erst wirklich aufdrehte. Mit dem 2:0 im Rücken lief der Ball deutlich schneller durch die eigenen Reihen, Abschlüsse wie der Pfostenschuss von Baumgartner (67.) wurden häufiger.

Freiburgs Trainer Julian Schuster versuchte, seinem Team über Wechsel etwas mehr Kreativität zu verleihen, aber weder Vincenzo Grifo noch Igor Matanovic konnten als Joker Akzente beisteuern. Leipzig wiederum brachte Diomandé und Antonio Nusa, die sich beide direkt prächtig einfanden und mit großer Spielfreude mehrfach für Gefahr sorgten.

VIel Spielfreude nach Einwechslung: Leipzigs Nusa (l.) und Diomandé

Freiburg musste am Ende noch zufrieden sein, „nur“ zwei Gegentore gefangen zu haben. Auch im zwölften Bundesliga-Spiel in Folge blieb RB gegen die Breisgauer ungeschlagen, die wie so oft ohne Punkte aus Sachsen abreisen mussten.

Leipzig gegen Bayern, Freiburg in Augsburg

Leipzig empfängt am Samstagabend Bayern München zum Topspiel (18.30 Uhr). Zum Hinrunden-Auftakt war Leipzig in München mit 0:6 unter die Räder geraten – die Werner-Elf wird nun auf Wiedergutmachung aus sein. Freiburg ist am Sonntagabend beim FC Augsburg zu Gast (17.30 Uhr).