Die Sorge vor einem unmittelbar bevorstehenden US-Militärschlag gegen Iran hat sich dramatisch verschärft. Zwei europäische Regierungsvertreter rechnen damit, dass ein Angriff binnen der nächsten 24 Stunden erfolgen könnte. Ein westlicher Militärvertreter erklärte am Mittwoch: «Alle Signale deuten darauf hin, dass ein US-Angriff unmittelbar bevorsteht.»
Die USA evakuierten am Mittwoch Hunderte Soldaten von der Al-Udeid-Luftwaffenbasis in Katar, dem größten US-Militärstützpunkt in der Region. Die US-Botschaft in Kuwait schränkte zeitweise die Bewegungsfreiheit nicht-essentiellen Personals auf vier Militärbasen ein. Auch Großbritannien zog Personal von einem Stützpunkt in Katar ab und schloss vorübergehend seine Botschaft in Teheran.
Iran sperrte seinen Luftraum am Mittwoch temporär für fast fünf Stunden. Das Land warnte Nachbarländer wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei, dass US-Basen auf ihrem Territorium angegriffen würden, falls Washington Iran attackiere. Die Lufthansa kündigte an, Flüge um iranischen und irakischen Luftraum herumzuleiten und Verbindungen nach Tel Aviv und Amman bis kommende Woche auf Tagesflüge zu beschränken.
Spannungen um Hinrichtungen
US-Präsident Donald Trump drohte zuvor mit einer harten Reaktion auf mögliche Hinrichtungen von Demonstranten. Er sagte am Dienstag gegenüber CBS News: «Wir werden sehr hart reagieren.» Einen Tag später erklärte Trump im Weißen Haus: «Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören.»
Irans Außenminister Abbas Araghtschi bestritt im US-Sender Fox News jegliche Hinrichtungspläne. Es gebe «keinen Plan, Menschen zu hängen», so der Minister. Er beschuldigte zudem «ausländische terroristische Elemente», für die Eskalation der Proteste verantwortlich zu sein, und verwies ohne Belege auf einen angeblichen israelischen Plan.