Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj kritisiert Klitschko wegen Notlage in Kiew

Aktualisiert am 15.01.2026 – 06:21 UhrLesedauer: 14 Min.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei seiner Neujahrsansprache (Archivbild).Vergrößern des Bildes

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei seiner Neujahrsansprache (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/imago-images-bilder)

Ukraine erklärt Notstand. Julia Timoschenko soll versucht haben, das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten durch Geldzahlungen zu beeinflussen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Kein Strom, keine Heizung, aber strenger Frost – die ukrainische Führung schaltet sich in die bereits seit Tagen andauernde Notlage der Hauptstadt Kiew ein. Zugleich kritisierte Präsident Wolodymyr Selenskyj das bisherige Krisenmanagement der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Vitali Klitschko.

Die Regierung habe die Lage in Kiew, Odessa, Dnipro, Krywyj Rih und Charkiw besprochen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Wir sehen, dass viel gemacht worden ist, – insbesondere in Charkiw, wo sich die lokalen Behörden vorbereitet haben“, sagte er. „Kiew hat leider deutlich weniger getan. In der Hauptstadt wurde sehr wenig unternommen.“ Auch jetzt gingen die Reparaturarbeiten dort nicht intensiv genug voran, kritisierte er.

Der neue Energieminister Denys Schmyhal lobte ebenfalls Charkiw und kritisierte die Hauptstadt. Kiew habe sich „überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb muss man jetzt zu Notfallmaßnahmen greifen“, sagte Schmyhal im Parlament.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach russischen Angriffen auf die Energie- und Wärmeversorgung seines Landes angekündigt, einen Energienotstand auszurufen. Dies gab Selenskyj am Mittwoch nach einem Treffen zur Lage bekannt. In Kiew werde eine „dauerhafte Koordinierungszentrale“ eingerichtet, um sich der Lage in der Hauptstadt anzunehmen, sagte er. Kiew war in der vergangenen Woche Ziel massiver russischer Angriffe geworden.

Er habe zudem die Regierung angewiesen, die Bemühungen um Unterstützung durch Verbündete zu verstärken, sagte Selenskyj. Es werde daran gearbeitet, das Volumen an Stromimporten in die Ukraine zu erhöhen.

Nach massiven russischen Angriffen auf Kiew am vergangenen Freitag waren rund 400 Wohnblöcke der ukrainischen Hauptstadt mehrere Tage ohne Heizung, wie der Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte. „Die Situation in Kiew ist sehr schwierig“, erklärte er in Onlinenetzwerken. Die Einwohner hätten „derzeit etwa drei Stunden Strom und bis zu zehn Stunden – oder mancherorts sogar mehr – keinen“.

Das russische Verteidigungsministerium hat die Ukraine für den Angriff auf einen griechischen Tanker im Schwarzen Meer am Dienstag verantwortlich gemacht. Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker „Matilda“ sei etwa 100 Kilometer vor der Stadt Anapa von zwei ukrainischen Drohnen angegriffen worden, erklärte das Ministerium am Mittwoch auf Telegram. Im Schwarzen Meer sei ein Notsignal empfangen worden.